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Nordwestmecklenburg Kreuzliner auf dem Weg nach Amsterdam
Lokales Nordwestmecklenburg Kreuzliner auf dem Weg nach Amsterdam
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20:38 20.09.2017
Besatzungsmitglieder stehen an Bord des Flusskreuzfahrtschiffes „Chrystal Mahler“ und beobachten die Taufe am Ausrüstungskai von MV Werften in Wismar. Kurz darauf ist das Schiff nach Amsterdam gestartet. Quelle: Fotos: Jens Büttner, Kerstin Schröder, Mv Werften

Möbel, Teppiche – alles ist verpackt in Folie, auch die Schuhe vieler geladener Gäste. Schließlich soll das neue Schiff nicht schmutzig werden, bevor die erste Reise beginnt. Deshalb schlüpft auch Frank Politz in die blauen Einweg-Schuhüberzieher. Der Projektleiter führt einen Ehrengast durch die Kabinen und Flure der „Crystal Mahler“:

MV Werften hat gestern mit einer Überraschungs- taufe das zweite Flusskreuzfahrt- schiff abgeliefert. Taufpatin ist eine Volleyballspielerin.

Lauren Barfield. Die US- amerikanische Volleyballspielerin des SSC Schwerin soll für eine Überraschung sorgen und das 135 Meter lange Schiff taufen – sofort nach der offiziellen Übergabe an die Reederei Crystal River Cruises.

Doch erst einmal schaut sich die Sportlerin an Bord neugierig um. Mit ihren herausragenden 1,96 Metern ist die 27-Jährige nicht der typische Kreuzfahrt-Passagier: die Deckenhöhe, die Betten – alles wirkt bei ihr etwas kleiner. Doch die Amerikanerin ist begeistert. „Ein schönes Schiff“, sagt Lauren Barfield und genießt den Ausblick aus dem Panoramafenster einer Suite. Das lässt sich komplett herunterfahren, sodass „man freie Sicht und frische Luft genießen kann“, erklärt Projektleiter Politz.

Die „Crystal Mahler“ ist das zweite Flusskreuzfahrtschiff, das MV Werften in diesem Jahr fertiggestellt hat. Zwei weitere Neubauten folgen. Sie befinden sich im Dock und sollen im März und April ausgeliefert werden. Die luxuriösen Sechs-Sterne-Schiffe der sogenannten Rhein-Klasse gehen alle an Crystal River Cruises. Sie sind für Flussreisen durch Europa und für gut betuchte Gäste konzipiert:

Nur 55 Suiten verteilen sich auf zwei Etagen und bieten Platz für 110 Passagiere. 50 der insgesamt 68 Crewmitglieder kümmern sich um den Service. „Das ist ein Hotelschiff“, betont Politz. Und das Konzept scheint zu funktionieren: Das erste Schiff, die „Crystal Bach“, sei bisher ausgebucht auf ihren Touren von Amsterdam nach Basel.

Viele Mitarbeiter haben gestern die Übergabe ihres neuen Schiffes verfolgt und die Taufe am Ausrüstungskai. Mit einem kräftigen Ziehen an einem Band hat Lauren Barfield eine Champagnerflasche am Bug zerschellen lassen und „Allzeit gute Fahrt“ gewünscht.

Schon kurz nach der Taufe ist das Schiff in See gestochen mit Kurs auf Amsterdam. Zwei bis fünf Tage – je nach Wetterlage – dauert die Überfahrt. Von der niederländischen Hauptstadt aus fährt die „Crystal Mahler“ künftig regelmäßig nach Budapest.

Das Design des Schiffes ist an das von Privatyachten angelehnt. Im Inneren gibt es lichtdurchflutete öffentliche Bereiche mit deckenhohen Glaswänden sowie Kabinen in drei Kategorien – Junior, Deluxe und Penthouse. Zudem befinden sich an Bord drei Gourmet-Restaurants, ein großzügiger Spa- und Fitnessbereich und ein Swimmingpool mit Glasdach an Bord, der zwar klein ist, aber in dem die Passagiere dank Gegenstrom-Anlage trotzdem schwimmen können.

Crystal-Präsident Tom Wolber ist mit dem Schiff made in Wismar sehr zufrieden: Die stilvollen Schiffe würden die Vision der Reederei von luxuriösen Flusskreuzfahrten verkörpern. „So können wir Reisenden eine unvergleichliche Erfahrung auf Europas Flüssen anbieten“, ergänzt er.

Wie Jarmo Laakso, Chef von MV Werften, betont, hätten die Schiffbauer mit der Übergabe der ‚Crystal Mahler' einen neuen Meilenstein erreicht: „Die Hälfte der Flusskreuzer der Rhein-Klasse ist nun abgeliefert“, freut sich Laakso. Er danke allen Mitarbeitern, die die Herausforderung, ein Kreuzfahrtschiff zu bauen, gemeistert hätten. Im Auftragsbuch der Werftengruppe stünden nach der gestrigen Ablieferung weitere sieben Schiffe bis zum Jahr 2021. Im Frühjahr 2018 würden gemeinsam mit den Kollegen aus den Werften-Standorten in Rostock und Stralsund die Fertigungsarbeiten an der ersten von drei „Endeavor“-Megayachten starten sowie dem ersten von zwei Schiffen der „Global“-Klasse – die größten Kreuzfahrtschiffe, „die jemals in Deutschland gebaut wurden“, betont Laakso.

Schwesterschiffe

Anfang August ist das erste Flusskreuzfahrtschiff made in Wismar, die „Crystal Bach“ abgeliefert worden. Es ist das Schwesternschiff der „Crystal Mahler“. Beide Neubauten sind 135 Meter lang

und 11,40 Meter breit. Sie sind speziell für Luxus-Flussreisen entlang von Rhein, Main und Donau konzipiert.

Die Überfahrt nach Amsterdam dauert zwei bis fünf Tage – je nach Wetterlage. Da die Schiffe nicht für eine raue See mit hohen Wellen gebaut wurde, werden sie auf Ost- und Nordsee mit dicken Holzplatten vor den Fenstern geschützt.

Kerstin Schröder

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