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Nordwestmecklenburg Kriminalkommissare ermitteln im neuen Dienstgebäude
Lokales Nordwestmecklenburg Kriminalkommissare ermitteln im neuen Dienstgebäude
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18:16 13.02.2016
Beim Erkennungsdienst: Kriminalhauptkommissar Jens Gunia zeigt ein Blatt mit Fingerabdrücken. Sie können auf dem Live-Scanner auch digital abgenommen werden, so ist die Identifizierung sofort möglich. Täterfotos werden fünfteilig gefertigt — jetzt vorschriftsmäßig vor einer grauen Wand.
Im neuen Polizeigebäude an der Dr.-Leber-Straße haben die 50 Mitarbeiter des Kriminalkommissariats moderne Diensträume erhalten. Zuvor war die Kripo im historischen Altbau untergebracht. Außerdem zogen die sieben Diensthundeführer und die vier Kontaktbeamten in den Neubau ein. Damit ist der erste Bauabschnitt bis auf Restarbeiten abgeschlossen. Im zweiten wird das historische Gebäude saniert. Das Land MV investiert rund 9,4 Millionen Euro in eine moderne Dienststelle der Polizei.

Wir Kripo- beamten können jetzt Bilder und CDs selbst auswerten. Das geht schneller als vorher.“Torsten Lachmann, KHK

Der neue Viergeschosser passt mit der Backsteinfassade in die Silhouette der Dr.-Leber-Straße mit ihren Villen. Das dunkelrote Mauerwerk wird durch Streckmetall-Elemente ergänzt und aufgelockert. Auf der Hofseite erhielt der Neubau eine Putzfassade.

„Mit dem Neubau haben sich die räumlichen und die Arbeitsbedingungen der Kollegen verbessert“, sagt Matthias Reinick, der den im Urlaub befindlichen Polizeichef vertritt. Die Kriminalkommissare haben Einzel- oder Zweierbüros mit höhenverstellbaren Schreibtischen. „Wichtig war uns, die Ermittlungstätigkeit in den Büros koppeln zu können“, sagt Reinick. Drei Zimmer stehen zusätzlich für Vernehmungen bereit. Eines wird mit Videotechnik, ein weiteres kindgerecht für die Anhörung von Minderjährigen ausgestattet.

Straftäter werden jetzt im Erdgeschoss erkennungsdienstlich behandelt. „Das ist taktisch sinnvoll, sie müssen nicht mehr wie vorher durchs ganze Haus ins Dachgeschoss geführt werden“, erklärt Polizeisprecherin Nancy Schönenberg.

Auf allen drei Ebenen gibt es eine Teeküche und einen Aufenthalts-/Beratungsraum. Als Fehlplanung wird das WC neben der Teeküche in Ebene 1 angesehen sowie die Gemeinschaftstoilette auf Ebene 2. Die sollen sich nicht nur die weiblichen und männlichen Mitarbeiter teilen, auch die zum Teil unangenehmen Besucher benutzen sie.

Eine Besonderheit des Neubaus stellt das Untergeschoss dar. Es ist wegen des Geländeabfalls von der Dr.-Leber-Straße von dort nicht zu sehen, sondern nur vom Hof als viertes Geschoss sichtbar.

Es beherbergt Garagen und Lagerräume und dient als weiterer Zugang zum Haus. Die Einfahrt zum Polizeihof erfolgt von der Rostocker Straße aus.

Ursprünglich sollte das neue Gebäude bereits Mitte 2015 fertiggestellt sein. Durch die Verzögerung beginnt die Sanierung des Altbaus später. Derzeit wird das unter Denkmalschutz stehende Gebäude entkernt. „Wir wollen möglichst wenig herausreißen, sondern die Innenstruktur zu großen Teilen erhalten“, erklärt Michael Bleyder vom Betrieb für Bau und Liegenschaften (BBL) als Bauherr. Fachleute werden prüfen, ob die Statik den heutigen Anforderungen noch entspricht. Das Haus stammt aus der Mitte des 19. Jahrhunderts.

Es wird von allen nachträglichen Anbauten befreit, so auch vom Flachbau mit dem früheren Haupteingang. „Wir stellen die ursprüngliche Fassade wieder her“, sagt Karina Krage, Projektleiterin beim BBL.

„Die Fenstereinfassungen aus Stuck und die Zinnen des mittleren Turmes werden nach Abstimmung mit der Denkmalpflege weitestgehend nach historischen Vorlagen rekonstruiert.“

Eine zweigeschossige Glaskonstruktion verbindet bereits das neue Gebäude mit dem Altbau. Er soll laut Bleyder bis Jahresende saniert sein. Dann werden hier die Mitarbeiter des Hauptreviers und der Führungsgruppe der Polizeiinspektion einziehen. Sie sind während der Bauzeit in einer Containeranlage auf dem Innenhof untergebracht.

Zum Jahresende soll auch ein Kunstwerk geschaffen sein. Auf der Mauer rechter Hand vom Neubau ist ein Zaun mit senkrechten Flachstahlprofilen geplant. „Sie erhalten ein farbliches Motiv, das seitlich wahrzunehmen sein wird“, erläutert Michael Bleyder. 15000 Euro setzt das Land für die „Kunst am Bau“ ein. Künstler können sich bis zum 19. Februar bewerben.

Haike Werfel

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