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Nordwestmecklenburg Künstler im Landkreis brauchen Schulterschluss
Lokales Nordwestmecklenburg Künstler im Landkreis brauchen Schulterschluss
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20:19 21.01.2016
Sabine Matthiesen (v.l.) vom Filmbüro MV mit Michael Körner ( Landeskulturrat) und Miro Zahra vom Künstlerhaus Plüschow. Quelle: Annett Meinke

Kein Ort hätte passender sein können für das zweite Treffen des Kunst- und Kulturrates Nordwestmecklenburg (KKR NWM) als das Künstlerhaus Schloss Plüschow. Dem Ort der Kunst, der derzeit aufgrund von Irritationen um einen auslaufenden Nutzungsvertrages im Licht der Öffentlichkeit steht. Und das, obwohl er im Land und weit darüber hinaus als kulturelles Prestige-Projekt gilt. So verwunderte es kaum, dass der Vorsitzende des Landeskulturrates, Michael Körner, der extra von der Mecklenburgische Seenplatte angereist kam, die zahlreich erschienenen Kreativen Nordwestmecklenburgs auf den dringend notwendigen Zusammenhalt einschwor: „Wir brauchen den Schulterschluss. Nur so können wir den Kulturabbau stoppen. Die verschiedenen Sparten der Kultur in im Land dürfen sich nicht länger von der Politik gegeneinander ausspielen lassen.“ Körner beriet die Anwesenden auch bezüglich einiger Änderungen der an diesem Abend zu diskutierenden Satzung.

„Eigentlich war diese Zusammenkunft bereits als Arbeitstreffen zu einem konkreten Thema geplant“, sagte Künstlerhausleiterin Miro Zahra, „Dass die Diskussion um die Satzung noch einmal so viel Raum benötigt, hätte ich nicht gedacht.“

Letztlich aber verstanden Sabine Matthiesen vom Filmbüro MV aus Wismar und Zahra, die gemeinsam das Treffen leiteten, das Bedürfnis der an diesem Abend neu hinzugekommenen Kollegen nach Auskunft und einem klar definierten Rahmen. Auch wenn der Kreiskulturrat ein Netzwerk bleiben und nicht zu einem eigenständigen Verein werden soll. „Um effektiv zusammenzuarbeiten“, meinte Matthiesen, „müssen die Zuständigkeiten geklärt sein: Wer schreibt das Protokoll, führt die Kasse, betreibt Öffentlichkeitsarbeit und kümmert sich um den Internetauftritt. Die Phase der Konstituierung ist dementsprechend wichtig und nicht zu unterschätzen.“

Auch im zweiten Teil des Abends stellte sich heraus, dass das Thema Migration und Integration — zu dem die Künstlerhaus-Leiterin sich mit anderen Kreativen im Landkreis abstimmen wollte — ebenfalls einer gewissen Vorbereitung bedarf. „Wir haben uns darauf geeinigt, beim nächsten Termin im Februar“, so Zahra, „erst einmal eine Bestandsaufnahme zu machen. Wer der Künstler, Kreativen und Kulturvereine hat Interesse an Projekten mit Migranten? Wer macht bereits was, wer befindet sich schon in Planung? Wie können die Kunst- und Kulturschaffenden es Landkreises sich zu diesem Thema verbinden und ergänzen.“Auch die Verabschiedung der Satzung des KKR, die von Andreas Wagner vom Grenzhus Schlagsdorf entworfen wurde, wird noch einmal modifiziert und beim nächsten Treffen verabschiedet. Zu dieser Gelegenheit soll dann auch der Sprecherrat und der 1. und 2. Sprecher des Kulturrates gewählt werden.

Insgesamt acht Kandidaten haben bereits ihr Interesse an der Mitarbeit im Sprecherrat bekundet — beziehungsweise wurden von den Anwesenden vorgeschlagen — unter anderem Birgit Lohmeyer aus Jamel für die Sparte Literatur, Henning Dresbach vom Piraten-Open-Air in Grevesmühlen für die Sparte Theater, Sabine Matthiesen für das Filmbüro MV in Wismar, Andreas Wagner vom Grenzhus Schlagsdorf für die Sparte Museen, Miro Zahra für das Künstlerhaus Schloss Plüschow und noch einige mehr.

Am Rande des Treffens gab Miro Zahra dann noch bekannt, „offiziell zwar noch keine Neuigkeiten zu den Verhandlungen vermelden zu dürfen, aber dennoch bestätigen zu können, dass es zwischen Künstlerhaus und Gemeinde inzwischen konstruktiv zuginge und ein gemeinsames Interesse zum Erhalt des Betriebes des Künstlerhauses bestände.“ Das kann nur eines bedeuten — mit der Kunst auf dem Schloss wird es wohl in jedem Fall weitergehen.

Und mit der Gründung eines eigenen Kulturrates werden die Nordwestmecklenburger Kulturschaffenden dann wohl demnächst einen direkten Vertreter ihrer vielschichtigen Interessen im Landeskulturrat erhalten.

Kunst- und Kulturrat
Der Name lautet offiziell: Kunst- und Kulturrat (KKR). Die Funktion ist die eines Kreiskulturrates.



Auf der letzten Sitzung in Plüschow wurde beschlossen, dass eine gewünschte Mitgliedschaft im Rat — der kein Verein, sondern ein Netzwerk, wenn auch mit bestimmten Regeln ist — kurz schriftlich erklärt werden muss. Mitmachen kann jeder Kreative im Landkreis. Bis zur Erstellung einer Webseite gilt folgende E-Mail-Adresse: kkr-nwm@filmbuero-mv.de

Das nächste Treffen wird am 23. Februar, 18 Uhr, in der Jugendscheune Neukloster stattfinden. Dann soll auch der Sprecherrat gewählt werden.
Wir brauchen den Schulterschluss. Nur so können wir den Kultur- abbau stoppen.“Michal Körner, Landeskulturrat

Annett Meinke

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