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Nordwestmecklenburg Kulturbund wurde mit Gottes Segen gegründet
Lokales Nordwestmecklenburg Kulturbund wurde mit Gottes Segen gegründet
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20:12 07.10.2017
Kunstauktion im Kulturbund in der zweiten Hälfte der 1980er-Jahre. Quelle: Fotos: Sammlung Detlef Schmidt

Am 7. Oktober 1945 wurde in Wismar der Kulturbund gegründet. Schon morgens um neun Uhr gingen die Gründungsteilnehmer zu einem Gottesdienst in St. Nikolai. Ob man sich Gottes Segen holen wollte zur Gründung einer Gesellschaft, die wenig später SED-hörig wurde, ist nicht bekannt.

Wismar: Bildung erfolgte im Herbst 1945 im Theater an der Mecklenburger Straße.

Nach dem Gottesdienst versammelte man sich um elf Uhr im Theater an der Mecklenburger Straße zu einer Feierstunde, bevor um 15 Uhr dort der Gründungsakt des Wismarer Kulturbundes erfolgte. Abgerundet wurde der Tag mit dem Schauspiel „Clavigo“ von Johann Wolfgang von Goethe.

Wie die Ereignisse nach der Befreiung von den Nazis aufzeigen, wollten die Menschen in allen vier Besatzungszonen endlich „frei atmen“ und ihren eigenen kulturellen Neigungen ohne der „Blut- und Boden Naziideologie“, nachgehen.

Vorbereitend dazu hatten im März 1939 deutsche Emigranten in England und Schweden den „Freien Deutschen Kulturbund“ gegründet und 1944 wurde diese Idee in Moskau von der Exil-KPD aufgenommen. Am 8.

August 1945 wurde dann der „Kulturbund zur demokratischen Erneuerung“ in Berlin unter maßgeblicher Führung des aus dem Exil kommenden Schriftstellers Johanns R. Becher, dem späteren Schöpfer der DDR-Nationalhymne, gegründet. Der Landesverband des Kulturbundes konstituierte sich am 26. August unter dem Vorsitz des Schriftstellers Willi Bredel.

Man wollte von Beginn an eine hierarchische Struktur schaffen. Er sollte sich nach allen Seiten offen präsentieren und der Umerziehung von Intellektuellen und Künstlern im Sinne eines sozialistischen Menschenbilds dienen. War der erste Ansatz „unpolitisch, parteineutral und antifaschistisch“, so fand die Gleichschaltung mit der SED 1947 statt und manifestierte sich ab 1949 bis zu seinem Ende 1990. Im Kulturbund sollten sich Kulturschaffende der verschiedenen Genres wiederfinden, doch dieser Plan ging nie so ganz auf. Die Schriftsteller gründeten ihren eigenen Verband ebenso wie Maler, Bildhauer und Schauspieler.

In Wismar zogen nach der Befreiung durch die britische Armee am 2. Juli 1945, die Rote Armee mit der sowjetischen Militäradministration /SMAD) ein. Alle Maßnahmen, die die Engländer erlassen hatten, wurden rückgängig gemacht und die Order der SMAD durchgesetzt. Zu den ersten Anordnungen zählt die Wiederaufnahme des Schulbetriebes, des Verkehrs aber auch der Unterhaltungskultur. So konnte am 29.

September 1945   die neue Spielzeit am Theater mit Ralf Benatzkys „Meine Schwester und ich“ und der Niederdeutschen Bühne am 9. Oktober im Theater mit „De niemodsche Deern“ von Friedrich Krekow beginnen.

Der Wismarer Kulturbund bekam am 15. Dezember 1947 die Treuhänderschaft über das Haus der Kaufmannskompagnie, Lübsche Straße 23, kann aber sein Recht nicht nutzen, „weil der Mieter noch nicht anderweitig untergebracht werden konnte.“ Man fand es wohl passend, dass man in dieses kulturgeschichtliche Haus, eine kulturelle Einrichtung installiert, um die noch vorhandenen Schätze zu schützen.

Dass man sich dabei gründlich geirrt hat, weisen die danach folgenden Jahre. Nichts ist von der alten Kaufmanns-Compagnie übriggeblieben und auch der wertvolle Tapetensaal, sah aus wie eine verstaubte Rumpelkammer. Das Haus wurde in „Haus der Kultur“ umbenannt und der größte Stilbruch fand mit dem Einbau einer polnischen Folkloregastronomie, der „Kurpianka“, statt. Der Kulturbund wurde zu einem Sammelpunkt ehemaliger Vereine, die in Arbeitsgemeinschaften, wie, Denkmalpflege, Numismatik, Philatelie und Club „maritim“ sich wiederfanden. Hier fand so mancher Wismarer seine „Nische“, um etwas zu bewegen. Ende der achtziger Jahre sollte die Attraktivität des Kulturbundes durch einen neu geschaffenen „Club der Intelligenz“ und auch den „Bund der Freidenker“ für weiteren Bevölkerungsschichten erschlossen werden. Genützt hat dies alles nichts. 1990 lösten sich Kulturbund und DDR auf.

Was sonst noch geschah

7. Oktober 1969 Die Gaststätte in der Mecklenburger Mühle unweit von Wismar wird eingeweiht.

7. Oktober 1996 Median-Klinik in Wendorf wird eröffnet

8. Oktober 1907 Einweihung des Lyzeums am Turnplatz (Musikschule)

9. Oktober 1989 Treff von Sympathisanten des Neue Forum in Voßkuhl im Wohnhaus von Fritz Kalf mit 150 Teilnehmern.

11. Oktober 1923 Der Maler Hans Mühlemann wird in Wohlau/Schlesien geboren. Er verstirbt am 22. Dezember 1992 in seiner Wahlheimat Wismar

Detlef Schmidt

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