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Nordwestmecklenburg Landwirte rechnen mit guter Ernte
Lokales Nordwestmecklenburg Landwirte rechnen mit guter Ernte
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20:10 29.06.2017
Der Barendorfer Landwirt Peter Peemöller (vorn) hat gestern zur Feldbegehung geladen. Petra Böttcher vom Kreisbauernverband (l.) und weitere Landwirte der Region waren dabei. Quelle: Foto: Daniel Heidmann
Barendorf

Die Landwirte in Nordwestmecklenburg erwarten in diesem Jahr eine ertragreiche Ernte. „Die Bestände sehen sehr gut aus, deutlich besser als im Vorjahr“, sagte Petra Böttcher, Geschäftsführerin des Kreisbauernverbandes Nordwestmecklenburg, gestern bei einer Feldbegehung mit dem Landwirt Peter Peemöller. Für Mitte Juli prognostiziert sie den Erntebeginnt. Los geht es mit der Gerste. Bis dahin wünscht sich Böttcher, dass das Wetter mitspielt. „Wichtig ist, dass die Pflanzen auf den Feldern noch mehr Sonne bekommen. Die fehlt gerade ein wenig. Und für die nächsten Tage ist Starkregen angesagt: Hoffentlich bleiben die Bestände stehen“, so die Chefin des Kreisbauernverbandes.

Kohlschotenmücke

Die Kohlschotenmücke ist in allen Rapsanbaugebieten verbreitet. Ihre wurmähnlichen Larven leben in den Schoten von Raps und anderen Kreuzblütengewächsen. Sie überwintern als Puppe im Boden vorjähriger Rapsfelder. Im Mai schlüpft die Mücke. Sobald Schoten gebildet werden, legen die Weibchen Eier ab. Ein Befall lässt Schoten vorzeitig aufplatzen. Dadurch fallen Samenkörner raus.

Auch Peter Peemöller rechnet mit einer besseren Ernte als 2016. Beim Raps hatte der Bauer aus Barendorf im Vorjahr fast 15 Doppelzentner (1500 Kilogramm) pro Hektar weniger eingefahren. „In diesem Jahr steht der Raps besser, die Gerste entgegen unserer Erwartungen gut. Und auch der Weizenbestand ist okay“, so Peemöller, der mehrere hundert Hektar Ackerland in Barendorf sowie in Groß

Woltersdorf bewirtschaftet. Ein hoher Ertrag sei auch notwendig, um mit den aktuell eher unterdurchschnittlichen Preisen auf dem Markt noch Gewinn erzielen zu können, betont er.

Kleine Sorgenfalten gibt es beim Raps dennoch. Die Kohlschotenmücke macht den Pflanzen zu schaffen. Die Insekten legen in den Schoten des Raps’ ihre Eier ab. Die geschlüpften Larven fressen die Schoten dann teilweise bis komplett auf. Bei der Besichtigung der Felder am südlichen Ortseingang von Barendorf wurden die Schäden deutlich. Der Verbot der Rapsbeize als Pflanzenschutzmittel sei ein Grund für den jetzigen Befall, meint Petra Böttcher. Sie schätzt den Verlust beim Ertrag auf etwa 20 bis 30 Prozent. Auf Anraten des Amtes hatte Peter Peemöller vor Wochen auf eine größere Behandlung der Äcker gegen die Mücken verzichtet. „Das war falsch. Es hätte etwas gebracht. Aber auf irgendwen muss ich mich ja verlassen“, so der Landwirt. Wie groß die Schäden wirklich sind, werde sich erst herausstellen, wenn er auf dem Mähdrescher sitzt und die Ernte einholt.

Auch auf seinen Weizenfeldern nördlich von Barendorf machten sich Tiere zu schaffen. Hier waren es Wildschweine, die knapp fünf Hektar bestellten Ackers umpflügten. „Sie haben große Flächen kahl gefressen“, so Peemöller. Zudem setze der Gelbrost, eine Pilz- art, dem Weizen zu. Trotz der Widrigkeiten habe sich alles gut entwickelt. „Dafür finden wir hier einen guten Bestand vor“, so der Landwirt. Seit 1991 führt der Kreisbauernverband jährlich kurz vor der Ernte Feldbegehungen in der Region durch. Diese Treffen dienen dem Erfahrungsaustausch. „Über die Jahre haben wir schon wichtige Erkenntnisse gesammelt“, sagt Peemöller. Außerdem soll mit dem Termin auch die Gemeinschaft gefördert werden, so Petra Böttcher.

Daniel Heidmann

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