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Nordwestmecklenburg Lange Gesichter bei der Feuerwehr
Lokales Nordwestmecklenburg Lange Gesichter bei der Feuerwehr
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21:23 06.12.2017
So sieht es aus in einem Einsatzleitfahrzeug: Stockelsdorfs Bürgermeisterin Brigitte Rahlf-Behrmann lässt sich von Marcus Fischer die technische Ausstattung erläutern. Quelle: Foto: Privat

Amtswehrführer Andreas Arndt war die Unruhe deutlich anzumerken. Denn während sich die Bürgermeister aus dem Bereich Grevesmühlen Land im Amtsausschuss darüber ausließen, ob ein Einsatzleitfahrzeug nun wirklich notwendig sei oder nicht, kam der Experte nicht zu Wort. Es sei, so bekam er zu hören, nun mal die Runde der Bürgermeister. Dabei hätte der Amtswehrführer eine Menge zu sagen gehabt. Zum Beispiel, dass jenes Einsatzleitfahrzeug, auf dem die Führungskräfte der Feuerwehr bei größeren Einsätzen die Rettungsarbeiten leiten, alles andere als Luxus für die Ehrenamtler sei.

Die Suche nach einem Einsatzleitfahrzeug im Amt Grevesmühlen gestaltet sich schwierig.

Brandschutz- bedarfsplanung

Bis zum Frühjahr 2019 müssen alle Kommunen im Land einen solchen Brandschutzbedarfsplan aufstellen. Dort wird unter anderem die personelle

Ausstattung der Wehren aufgeführt, die

materielle Ausrüstung erfasst und ermittelt, ob die jeweiligen Wehren für die möglichen Einsätze in ihrer Umgebung gerüstet sind.

Dass rund 180000 Euro ein stolzer Preis für einen Transporter sei, das ist auch Andreas Arndt und seinen Führungskräfte-Kollegen durchaus bewusst. Allerdings sind diese Fahrzeuge auch mit modernster Technik ausgestattet, dazu gehören Funkgeräte, Computer und diverse andere Ausstattungen, die im Notfall wichtig sind. Derzeit sitzen die Einsatzleitkräfte in der Regel auf der Rückbank eines Mannschaftswagens, während sie versuchen, die verschiedenen Löschgruppen zu koordinieren. „Eine Situation“, so Andreas Arndt auf einer vorherigen Sitzung des Amtsausschusses, „die einfach bei bestimmten Einsätzen nicht nur unpraktisch ist, sondern nicht funktioniert.“ Denn ebenso wichtig wie eine ausreichende Anzahl an Einsatzkräften ist eine Führung.

Wie das aussieht, wenn so etwas nicht funktioniert, haben die Wehren aus dem Grevesmühlener Amtsbereich vor einigen Jahren erlebt, als im Mai 2014 bei Hof Mummendorf mehrere Strohmieten in Brand geraten waren und etliche Feuerwehren und Rettungskräfte koordiniert werden mussten. Aufgrund der Ungereimtheiten damals war eine Kommission gebildet worden, die sich mit den Problemen auseinandersetzte. Ein Ergebnis war, dass ein mobiler Leitstand im Amt fehlt.

Doch ob der jemals angeschafft wird, ist derzeit noch völlig offen. Zwar entschieden sich die Bürgermeister der amtsangehörigen Gemeinden am Ende dafür, einen Grundsatzbeschluss zu fassen, um die Anschaffung eines solchen Fahrzeugs anzuschieben. Bedeutet: Das Amt wirbt Fördermittel ein und bereitet eine Ausschreibung vor. Vor Ende 2018, so die Verwaltung in Grevesmühlen, sei mit keinem Ergebnis zu rechnen.

Dass die Bürgermeister so zögerlich sind bei der Beschaffung des Einsatzleitfahrzeugs, hat unter anderem mit der Erstellung der sogenannten Brandschutzbedarfspläne zu tun. Bis zum Frühjahr 2019 fordert der Gesetzgeber von allen Kommunen eine genaue Aufstellung über die Einsatzfähigkeit der einzelnen Feuerwehren. Gägelows Bürgermeister Uwe Wandel: „Bevor wir nicht wissen, was bei diesen Untersuchungen herauskommt, macht es keinen Sinn, ein neues Fahrzeug anzuschaffen.“

Die Brandschutzbedarfspläne sollen laut Amtsverwaltung von einem externen Dienstleister erstellt werden. Derzeit wird die Ausschreibung vorbereitet. Ob die in den Haushalt 2018 eingestellten 30000 Euro ausreichen, um diese Pläne für alle Gemeinden zu erstellen, wird nicht nur von Uwe Wandel angezweifelt. Grevesmühlens Bürgermeister Lars Prahler: „Das wissen wir erst, wenn die Ausschreibungsergebnisse vorliegen.“

Michael Prochnow

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