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20:45 10.11.2017
In der Schule in Dassow lernen Jugendliche die lettische Sprache und Landeskunde. Die gebürtige Lettin Jana Orlovska-Grodotzki (34, 3. v. l.) bringt den Mädchen und Jungen aus den Klassen acht bis zehn die wichtigsten Wörter und Redewendungen bei. Quelle: Foto: Jürgen Lenz

Wer einen guten Tag wünschen will, sagt „Labdien“, wer nach dem Alter seines Gegenübers fragt, sagt: „Ka tevi sauc?“ und wer „Ich liebe Dich“ gestehen möchte, macht es mit den Worten: „Es tevi milu“. Das haben zehn Jugendliche aus Dassow und umliegenden Orten in den vergangenen Tagen gelernt. Ab heute können die Mädchen und Jungen die lettischen Wörter und Redewendungen anwenden, die sie sich in der Projektgruppe „Grobina“ angeeignet haben. Die Schüler aus den Klassen acht bis zehn leben und lernen eine Woche in Dassows Partnerstadt im Baltikum.

„Wir wollen die Kultur in Lettland kennenlernen und sehen, wie Schüler dort lernen“, erklärt Virginia Gottschalk. Die 16-Jährige aus Dassow möchte gerne noch mehr Lettisch lernen. Die 13-jährige Alia Stegmann aus Selmsdorf ist schon ganz gespannt, was sie im Baltikum erwartet. „Ich finde es sehr interessant“, sagt sie. Alia möchte gerne wissen, „wie es dort in der Schule läuft.“ Dafür interessiert sich auch die 13-jährige Zelina Hübner, die in Wieschendorf wohnt. Sie sagt: „Ich will auch erfahren, was dort anders ist und welche Sehenswürdigkeit sie haben.“

Viel erfuhren die Schüler in dieser Woche von Jana Orlovska-Grodotzki. Die 34-Jährige aus Dorf Mecklenburg ist in Lettland aufgewachsen. In der Schule in Dassow absolvierte sie nun einen Lettischkurs und beantwortete Fragen der Jugendlichen zu Lettland. Heute fliegen die Schüler aus Dassow, Selmsdorf und Umgebung von Hamburg nach Riga. „Abends geht es dann in die Gastfamilien“, erläutert Ivonne Pätzel. Sie unterrichtet in der Schule in Dassow Englisch und Sozialkunde. 2016 rief sie die Projektgruppen „Europa“ und „Baltikum“ ins Leben, später dann die Projektgruppe „Grobina“. Sie hält es für wichtig, andere Länder und Kulturen kennenzulernen. Die Kleinstadt im Westen Lettlands ist zwar 800 Kilometer von Dassow entfernt, aber trotzdem nahe, seitdem Einwohner beider Kommunen vor 15

Jahre begannen, Kontakte in beide Richtungen zu knüpfen. 2004 folgten die ersten offiziellen Besuche. Es gab ein Hin und Her von Jugendlichen und Erwachsenen. Kulturgruppen aus Grobina traten bei Festen in Dassow auf. Freundschaften und eine Schulpartnerschaft entstanden. Dann allerdings folgte auf die stürmischen Jahre eine Flaute. Sie sollte nur von kurzer Dauer sein. Menschen in den fast gleich großen Städten in Mecklenburg und Lettland kommen sich durch die neu belebte Städtepartnerschaft wieder näher. „Wir wollen die Schulpartnerschaft zwischen Dassow und Grobina wieder aufleben lassen“, sagt Ivonne Pätzel. Sie begleitet die Schüler zusammen mit Hans Espenschied, dem Vorsitzenden des Heimat- und Tourismusvereins Dassow. „Wir haben im Juni schon zusammengearbeitet“, erzählt Ivonne Pätzel. Damals waren zehn Schüler aus Grobina in Dassow. Sie nahmen am Unterricht teil, wohnten in Gastfamilien, lernten Jugendliche im gleichen Alter kennen, unternahmen eine Wissensrallye in Dassow, besichtigten Schwerin und den Landtag. Nun der Gegenbesuch in Grobina. Dort beteiligen sich die Jugendlichen aus Mecklenburg am Unterricht, einer Wissensrallye und zahlreichen Projekten zur Vorbereitung des Nationalfeiertags am 18. November. Der Jahrestag der Staatsgründung ist der Höhepunkt einer patriotischen Woche. Am 19. November fahren die Schüler wieder nach Hause.

Jürgen Lenz

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