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Nordwestmecklenburg Lebensretter zeigt Feuerwehr in Wismar an
Lokales Nordwestmecklenburg Lebensretter zeigt Feuerwehr in Wismar an
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19:16 08.01.2016
Foto von der Brandnacht in der Gerberstraße. Die Flammen schlagen aus dem Obergeschoss. Quelle: Fotos: Steve Vritschan (2), Heiko Hoffmann

. Kritik an der Feuerwehr in Wismar: Nach dem Großbrand in dem Mehrfamilienhaus in der Gerberstraße in der Nacht von Montag zu Dienstag hat ein Ersthelfer die Rettungskräfte nun bei der Polizei angezeigt. Die Feuerwehrmänner hätten sich nicht ausreichend um die bedrohten Hausbewohner gekümmert.

Der 32-jährige Steve Vritschan, der als stellvertretender Küchenchef in Boltenhagen arbeitet, hatte das Feuer im Dachgeschoss aus seiner Wohnung heraus gesehen und die Rettungskräfte informiert.

Anschließend habe er bei den Nachbarn des brennenden Hauses geklingelt. Eine Frau bestätigte ihm, dass in der Wohnung noch jemand sein müsste. „Die Feuerwehr kam nicht. Also bin ich selbst die Treppen hochgelaufen. Ich habe die Tür aufgebrochen, fand den Mann und zog ihn am Kragen raus.“ Seiner Ansicht nach befand er sich rund 15 Minuten im brennenden Haus.

Auf dem Treppenabsatz unterhalb der Dachwohnung sei ihm ein Feuerwehrmann entgegengekommen. Dieser forderte weitere Hilfe an. „Es kam nur ein zweiter Feuerwehrmann. So musste ich mithelfen, den verletzten Mann eine Treppe runterzutragen.“ Dort sei noch die Mieterin Petra Block mit ihrem Hund im Haus gewesen. Er habe den Hund an die Leine genommen und sei dann mit der Buchautorin runter auf die Straße gegangen. „Der Einsatz wirkte insgesamt zu langsam und zu unkoordiniert. Mit der Arbeit der Feuerwehr bin ich unzufrieden“, sagt Vritschan. „Deshalb habe ich Anzeige erstattet.“

Aus Sicht der Feuerwehr stellt sich der Einsatz deutlich anders dar. Um 0.40 Uhr war der Anruf am Dienstag in der Leitstelle eingegangen, um 0.41 Uhr seien Feuerwehr und Rettungsdienst informiert worden. „Bereits um 0.46 Uhr waren die Einsatzkräfte vor Ort und ein Feuerwehrmann ist zur Lageerkundung ins Haus gegangen. Er informierte dann unverzüglich weitere Kollegen, um den auf dem Boden liegenden Mann zu bergen und diesen dann nach unten zu bringen, was aufgrund der Enge des Treppenhauses und des Gewichts des Verletzten eine gewisse Zeit in Anspruch nahm“, so Marco Trunk, Sprecher der Stadtverwaltung nach Rücksprache mit der Feuerwehr. Vier Kollegen der Einsatzkräfte seien an der Rettung des Mannes beteiligt gewesen. Hierbei wurden die Einsatzkräfte durch den anwesenden Retter unterstützt. Der Verletzte sei sofort im Rettungswagen versorgt und dann ins Krankenhaus gebracht worden. Die weiteren Bewohner des Hauses seien in den Polizeibus gebracht worden. Marco Trunk: „Aus Erfahrung weiß die Feuerwehr, dass in solchen Extremsituationen das subjektive Zeitempfinden deutlich von der tatsächlich ablaufenden Zeit abweicht.

Heiko Hoffmann

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