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Lehrer lernen und werden Genussbotschafter

Grevesmühlen Lehrer lernen und werden Genussbotschafter

Grevesmühlen: „Schule An den Linden“ Vorreiter im Nordwestkreis.

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Lena-Thyra Meyer (l.) vor der „Klasse“ mit zukünftigen Genussbotschaftern. FOTOS (2): CORNELIA ROXIN

Grevesmühlen. Von wegen Ferien! In dieser Woche gab es sie noch nicht für das Lehrerkollegium und die Schulsozialarbeiterin von der „Schule An den Linden“. Zu den Mitarbeitern der Einrichtung mit dem Förderschwerpunkt Lernen hatten sich noch fünf Kollegen der Grundschule „Am Ploggensee“ gesellt. Statt der Schüler fanden sie sich im Klassenraum wieder. Sie ließen sich einen Tag lang als Genussbotschafter fortbilden.

LN-Bild

Grevesmühlen: „Schule An den Linden“ Vorreiter im Nordwestkreis.

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Stiftung und Krankenkasse bilden weiter

„Was gab’s bei Oma zu essen?“, fragt Lena-Thyra Meyer in die „Klasse“. Die freie Mitarbeiterin der Sarah Wiener Stiftung, Küchenmeisterin und Ökotrophologin, die sich als solche mit der Lehre von der Haushaltsführung und Ernährung des Menschen beschäftigt, fliegen die Antworten nur so zu. „Karpfen. Silvester, direkt aus der Badewanne, frisch geschlachtet, mit Meerrettichsoße.“ Oder „dicke grüne Bohnen mit Petersiliensoße“, „Mischgemüse von Möhren und Erbsen, die direkt aus dem Garten kamen“ . . . und dann wird philosophiert über die Atmosphäre beim Essen, Ernährungsgewohnheiten und wie sie weitergegeben werden und, und, und . . . immer im Blick dabei das Kind. Kräuter werden erfühlt und erschmeckt, Rahmenbedingungen und Hinweise für das Kochen mit Kindern erörtert und die schuleigene Küche geriet zum Mittelpunkt, als es um die Praxis ging.

„Ich kann kochen!“ heißt die Initiative für praktische Ernährungsbildung von Kindern, hinter der die gemeinnützige Sarah Wiener Stiftung und die Barmer als Initiatoren stehen.

Schulsozialarbeiterin Doris Voigtländer hatte die Verbindung hergestellt und nun können die Grevesmühlener von sich behaupten, zumindest im Nordwestkreis die Ersten gewesen zu sein, die das Angebot der Stiftung, sich im eigenen Haus weiterzubilden, angenommen haben.

Auf lebenspraktische Bildung und Erziehung ist an der Schule das Hauptaugenmerk gerichtet. Um das noch besser umzusetzen im Naturkunde- oder Hauswirtschaftsunterricht sowie bei Projekten oder zu anderen Höhepunkten im Schulalltag, auch dafür hat sich das Team um Schulleiterin Marlis Jankowski jetzt auf die Schulbank gesetzt. Die 60-Jährige erzählt zudem vom „Gesunden Frühstück“, das Schulsozialarbeiterin und der sehr aktive Elternrat im zurückliegenden Schuljahr für die Kinder in den einzelnen Klassen zusammengestellt haben. Im kommenden Schuljahr sollen die Mädchen und Jungen dabei selbst mehr in Aktion treten.

Schulprogramm macht

fit fürs Leben

Mit „Fit fürs Leben“ ist das Schulprogramm der Förderschule in der Wismarschen Straße überschrieben. Um das selbst gesteckte Ziel der lebenspraktischen Ausbildung umsetzen zu können, sind nicht nur die Genussbotschafter angetreten, die Schule arbeitet deshalb auch eng mit vielen außerschulischen Partnern wie dem Berufsbildungszentrum in Wismar, der Diakonie, Betrieben in der Region und der Deutschen Angestellten Akademie zusammen. „In den Klassenstufen 5/6 beginnen wir schon mit dem Vorstellen von Berufsbildern, es schließen sich eine Potenzialanalyse und Werkstatt-Tage in Klassenstufe 7 an“, verdeutlicht Marlis Jankowski. Praktika in der Klassenstufe 8/9 sowie ein berufspraktischer Tag in jeder Schulwoche dann in Klassenstufe 9 komplettieren das Bildungsangebot.

Nur lobende Worte hat Marlis Jankowski für den Schulförderverein, der stark mit dem Elternrat zusammenarbeitet und ganz aktiv in der Sponsorengewinnung ist. Zudem findet unter seiner Führung der jährliche Schulprojekttag „Unsere Landeshauptstadt“ in Schwerin statt. Die Schulleiterin freut sich, mithilfe des Rotary Clubs Grevesmühlen zum Schuljahresende immer einen Ausflug anbieten zu können.

Gleich zu Beginn des neuen Schuljahres kommt in der ersten Woche das Theater Parchim mit einer Präventionsveranstaltung zum Thema „Mobbing“ in die Schule.

Förderschule langsam

auf dem Rückzug

59 Schüler im Alter von neun bis 16 Jahren sind gegenwärtig für das Schuljahr 2017/18 angemeldet. Die Mädchen und Jungen, die mit Lernschwächen und oft auch emotional-sozialen Entwicklungsproblemen zu kämpfen haben, belegen die Klassenstufen 3 bis 9. „Seit dem Schuljahr 2009/10 sind keine Erstklässler mehr eingeschult worden“, beschreibt Marlis Jankowski; wie sich die Schülerschaft an den Förderschulen durch die Inklusion verändert hat. Viele Kinder mit Förderbedarf würden jetzt an den Grundschulen und Regionalschulen inklusiv unterrichtet. „Es gibt aber Kinder, die einen kleineren Klassenverband zum erfolgreichen Lernen benötigen und die kommen nach wie vor zu uns“, erklärt sie weiter. Die Perspektive: „In den folgenden Jahren werden sich im Rahmen der Inklusion die Eingangsklassen verschieben, bis alle Schüler in Grund- und Regionalschulen unterrichtet werden können. Derzeit ist es geplant, die Schulen mit Förderschwerpunkt Lernen zum Schuljahr 2024/25 aufzuheben.“

HINTERGRUND

Die praktische Ernährungsbildung für Kinder „Ich kann

kochen!“ ist eine Initiative der

Sarah Wiener Stiftung und der Barmer. Sie qualifizieren pädagogische Fach- und Lehrkräfte

dafür, mit Kindern in ihren

Einrichtungen zu kochen.

Zentrale Inhalte der Fortbildung sind: Grundlagen für das Kochen mit Kindern, ausgewogene Ernährung, Küchenpraxis.

Alle Teilnehmer erhalten über ein Online-Portal Zugang zu

Bildungsmaterialien. Dort sind unter anderem Hintergrundinformationen zu aktuellen

ernährungswissenschaftlichen Erkenntnissen, Rezepte in saisonalen Varianten und Tipps für die pädagogische Praxis abrufbar. Die Genussbotschafter werden befähigt, eigenständig in ihren Einrichtungen Koch- und

Ernährungskurse anzubieten,

integriert in Kita-Alltag, Unterricht, als Projektwoche oder

als Arbeitsgemeinschaft. Die Fortbildungen und alle Bildungsmaterialien sind kostenfrei.

Als Starthilfe für eigene Projekte können Einrichtungen bei der Barmer eine einmalige Unterstützung für Lebensmittel in Höhe von bis zu 500 Euro beantragen.

Info: www.ichkannkochen.de

Quelle: „Ich kann Kochen“

Cornelia Roxin

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