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Nordwestmecklenburg Leiche am Kap Arkona gefunden - Bürgermeister: „Es ist Katharina“
Lokales Nordwestmecklenburg Leiche am Kap Arkona gefunden - Bürgermeister: „Es ist Katharina“
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10:16 31.01.2012
Quelle: dpa
Sassnitz

Nahe der

Unglücksstelle auf Rügen fanden Mitarbeiter des Fördervereins Arkona

bei einem Kontrollgang am Dienstag ein totes Mädchen: „Das ist

Katharina“, sagte der Bürgermeister der Gemeinde Putgarten, Ernst

Heinemann. Er sei beim Bergen des Leichnams dabei gewesen und habe

die vermisste zehnjährige erkannt, sagte Heinemann der

Nachrichtenagentur dpa. „Wir sind erleichtert, dass wir der Mutter

sagen können, wir haben sie gefunden.“

Das Mädchen aus Brandenburg war am zweiten Weihnachtsfeiertag bei

einem Spaziergang mit Mutter und Schwester ums Leben gekommen, als

sich urplötzlich mehrere tausend Kubikmeter Kreide und Geröll aus dem

35 Meter hohen Steilküstenkliff über ihnen lösten und in die Tiefe

stürzten. Mutter und ältere Schwester wurden verletzt, Katharina

blieb trotz intensiver Suche verschwunden.

Seit dem Abbruch wird die Steilküste dort laufend kontrolliert.

Bei solch einem Kontrollgang hätten die Vereinsmitglieder den

Leichnam am Morgen entdeckt, sagte Heinemann. Das tote Mädchen habe

nur 20 Meter nördlich der Abbruchstelle am Ufer gelegen.

Möglicherweise hat der in der Nacht herrschende Ostwind die Leiche

an- oder freigespült. Kriminalisten sicherten laut Polizei Spuren.

Die weiteren Ermittlungen hat die Staatsanwaltschaft Stralsund

übernommen. „Es spricht vieles dafür, dass es sich bei der Leiche um

das zehnjährige Mädchen handelt“, sagte Oberstaatsanwalt Ralf Lechte.

Die Leiche werde nun rechtsmedizinisch untersucht. Dabei würden

Gebiss, DNA und die Kleidungsstücke abgeglichen. Ergebnisse lägen

frühestens am Mittwoch vor. „Wir führen jetzt ein normales

Todesermittlungsverfahren durch.“

Nach zwei Wochen Suche hatten die Helfer am 8. Januar die

Bergungsarbeiten ergebnislos abgebrochen, obwohl Leichenhunde immer

wieder an der Abbruchstelle angeschlagen hatten. Mit Schaufeln und

zuletzt einem Bagger hatten sie bis zu sieben Meter tief Kreide- und

Gesteinsmassen abgetragen und nach dem Mädchen durchsucht. Weil die

Leiche nicht gefunden worden war, gingen die Behörden zuletzt davon

aus, dass das Kind vom Druck der herabstürzenden Geröllmassen ins

Meer gespült worden sein könnte.

Bei einer bewegenden Trauerfeier hatten die Helfer und die

Gemeinde Putgarten am 14. Januar Abschied von dem Mädchen genommen.

Der Vater hatte dabei den Helfern für ihren Einsatz gedankt und

gesagt, es wäre leichter, von seiner Tochter Abschied zu nehmen, wenn

Katharina gefunden worden wäre.

Katharinas Heimatgemeinde hofft, dass die Familie nach dem Fund

der Leiche ihre Trauer besser bewältigen kann. „Wenn es sich wirklich

bestätigt, dass es sich um Katharina handelt, dann ist es auch ein

wenig Befreiung“, sagte der stellvertretende Bürgermeister von

Plattenburg, Erich Hoffmann, der Nachrichtenagentur dpa. „Dann hat

die Familie eine Stelle, wo sie trauern kann und muss nicht mehr mit

der Ungewissheit leben.“

LN

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