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Nordwestmecklenburg Letzter Kreuzliner macht im Hafen von Wismar fest
Lokales Nordwestmecklenburg Letzter Kreuzliner macht im Hafen von Wismar fest
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20:21 22.12.2015
Die „Albatros“, genannt „weiße Lady“, kommt nach Wismar. Einlaufen in der Morgendämmerung und Passage der Wismarer Seebrücke. Das Schiff mit 800 Gästen an Bord blieb nur wenige Stunden in der Hansestadt. Fotos (2): Hans-Joachim Zeigert

Am Montag machte mit der „Albatros“ der letzte Kreuzfahrer der Saison im Wismarer Hafen fest. Nach wenigen Stunden Liegezeit verließ das Schiff mit mehr als 800

Gästen an Bord wieder die Hansestadt. Zugegeben, viel Zeit war es nicht, um Wismar in nicht mal vier Stunden zu erleben. „Doch es hat gereicht, auch wenn wir uns etwas beeilen mussten“, zeigt sich am Ende des Landgangs Dieter Brück aus Neumünster nebst Gattin zufrieden.

„In Travemünde haben wir heute Abend auch nicht mehr Landgangszeit“, sagt er weiter. Beide waren, wie andere der mehr als 800 Gäste, gleich nach dem Festmachen nach 9 Uhr in Richtung Altstadt aufgebrochen.

Viel wichtiger war den meisten, sich im altstädtischen Welterbegebiet umzuschauen, das gleichnamige Haus zu besuchen oder an einer Stadtführung teilzunehmen. „Wismar hat sich seit den 1990er Jahren in angenehmer Weise verändert und ist nicht mehr zu vergleichen mit der damaligen Situation", so das Urteil des 75-jährigen Passagiers aus Neumünster.

Trotz des kurzen Hafenaufenthalts nahm sich der erste Mann an Bord die Zeit, sich den „Grußüberbringern“ von Land anlässlich des Erstanlaufes zu widmen. Zum Erstaunen der Anwesenden erschienen zwei Kapitäne, der neue seit Hamburg, Robert Frombroek, ein echter Holländer, und der bekannte Morten Hansen aus dem Land der norwegischen Wikinger — und in Zivil. Doch das nutzte ihm nicht viel, denn schon hatte ihn eine weibliche Fan-Gästeschar mit viel Geschnatter „eingerahmt“. Denn der Mann ist aus dem Fernsehen bekannt.

Womit einmal mehr bewiesen ist: Dieser Sympathieträger der nautischen Zunft kommt halt an. Wismars Bürgermeister Thomas Beyer (SPD) muss wohl so günstig gestanden haben, dass ihm mal eben die Fotografenrolle zukam. „Jetzt weiß ich, was man unter ‚verrückt nach Meer‘ versteht“, scherzte jemand aus dem Umfeld.

Dann war in einer Salonecke der „weißen Lady“ endlich gemütlicher Smalltalk angesagt. Und ein Wismarwappen mit Stadtsiegel wurde gegen eine ähnliche Erinnerung vom Schiff ausgetauscht. „Ich fahre nur mit zur moralischen Unterstützung und schaue, dass alles so läuft“, klärt Morten auf und fügt hinzu, so richtig aufgekratzt, dass sein Urlaub am 23. Dezember in Hamburg beginnt. Anschließend darf es dann wieder weitergehen mit ihm und 50 neuen Folgen auf „Verrückt nach Meer“. Für Kapitän Frombroek beginnt dann der große Törn vom Winter in die Tropensonne. „Heiligabend werden wir noch weit vor dem Englischen Kanal verleben, die Weihnachtstage in der Biskaya“, erklärt er. Doch sein Mienenspiel lässt vermuten, dass die See dort etwas unruhig werden könnte. Doch dann kommen nur noch Reisehöhepunkte wie die Kanaren, Kapverden, Dakar, St. Helena, und Kapstadt. „Ich habe das Schiff und seinen nostalgischen Charme gleich akzeptiert“, gesteht der 40-jährige Kapitän.

Zugegeben, nicht nur eine weiße, sondern „Grand Old Lady“ ist sie, die „Albatros“, die nach 42 Jahren immer noch den klassisch-familiären Kreuzfahrtcharakter in sich birgt. 75 Prozent der Gäste sind „Wiederholer“.

Eine gute Bilanz, bestätigt auch CCCW-Geschäftsführer Veit Hürler. Bei ihm stehen für Wismar zur kommenden Saison bisher acht Kreuzfahrer zu Buche. Doch die Liste ist noch nicht abgeschlossen. In diesem Jahr waren es sechs, sieben waren geplant.

Hans-Joachim Zeigert

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