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Nordwestmecklenburg Lockwischer kündigen Gegenwind an
Lokales Nordwestmecklenburg Lockwischer kündigen Gegenwind an
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20:13 13.09.2016
Vom Bockholzberg bei Selmsdorf aus ist zu sehen, wie Windräder die Silhouette von Lübeck mit den sieben Türmen stören. Quelle: Lisa Stoeter

Einwohner von Lockwisch wenden sich entschieden gegen den Bau von 200 Meter hohen Windkraftanlagen in der Nähe ihres Ortes. „Das könnt ihr vergessen. Hier kommen keine hin“, kündigen sie an. Den Projektentwicklern des Unternehmens „Umweltgerechte Kraftanlagen“ (UKA) empfehlen Lockwischer: „Zieht euch schon mal warm an.“ Das sagten sie im Feuerwehr- und Gemeindehaus während einer ersten Vorstellung des Vorhabens durch Daniel John, Gruppenleiter der UKA Nord Projektentwicklung GmbH & Co KG mit Sitz in Rostock. Meißen ist der Hauptsitz der UKA-Gruppe. Sie gehört nach eigenen Angaben mit 400 Mitarbeitern und 300 installierten Anlagen zu Deutschlands großen Windparkentwicklern. UKA war auch Entwickler und Bauherr von 27

Es sind von Lüdersdorf und Selmsdorf negative Stellungnahmen gekommen, aber das Land macht, was es will.“Eyke Schumacher-Maack (parteilos), Gemeindevertreterin in Lockwisch

Windenergieanlagen der 3- bis 3,3-Megawattklasse, die im Juli unweit von Parchim ans Netz gegangen sind.

In einem 243 Hektar großen Windeignungsgebiet zwischen Lockwisch, Selmsdorf, Lüdersdorf und Palingen könnten nach ersten Schätzungen etwa 24 Windräder stehen, die 200 Meter hoch sind. Wer welche Anlagen ab wann bauen und betreiben wird, steht derzeit jedoch ebenso wenig fest wie die Antwort auf die Fragen, ob das Eignungsgebiet tatsächlich Rechtskraft erlangen wird – und wenn ja, mit welchen Ausmaßen. Wie berichtet, haben sich Selmsdorf und Lüdersdorf in einer ersten Beteiligungsstufe gegen das Eignungsgebiet ausgesprochen, das den Weg zum Bau von Anlagen ebnen würde. Sie argumentieren mit dem Schutz von Landschaft, Natur und Menschen, mit „einer drastischen Verringerung der Lebens- und Wohnqualität“, mit großen Vorbelastungen durch die A 20 und die Deponie Ihlenberg und mit dem Schutz der freien Sicht auf das Unesco-Weltkulturerbe „Lübecker Altstadt.“ Eine weitere Beteiligungsstufe beim Planungsverband Westmecklenburg folgt. Kommunen und Bürger können sich äußern.

Die Lockwischer Gemeindevertreterin Eyke Schumacher-Maack sieht die tatsächlichen Einflussmöglichkeiten kritisch. „Es sind von Lüdersdorf und Selmsdorf negative Stellungnahmen gekommen, aber das Land macht, was es will“, sagt sie. Planer John meint: „Wir gehen davon aus, dass das Gebiet kommt.“ Lockwischer hingegen sagen: „Sie wollen uns die traumhafte Sicht nach Lübeck verschandeln“ und „Wir haben hier Störche, Kraniche und Fledermäuse.“

Jürgen Lenz

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