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Nordwestmecklenburg Lüdersdorf: Lächeln statt Lärm
Lokales Nordwestmecklenburg Lüdersdorf: Lächeln statt Lärm
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20:20 03.02.2016
Das Rot einer Fußgängerampel stoppt den Verkehr in Herrnburg auf Höhe der Grundschule. Zu weniger Lärm führt das nach Ansicht von Gemeindevertretern nicht. Vielmehr entstünden durch das Abbremsen und Anfahren zusätzliche Geräusche, meinen sie. Quelle: Jürgen Lenz

Herrnburgwo das Geschwindigkeitsmessgerät lächelt. So hätten es gerne Kommunalpolitiker in der Gemeinde Lüdersdorf, zu der Herrnburg als bevölkerungsreichster Ortsteil gehört. Sie wollen ein Tempomessgerät anschaffen und sie möchten, dass es den Autofahrern auf der Hauptstraße stets ein lächelndes Gesicht zeigt und nicht ein trauriges. Ein Smiley zeigt nämlich an: Der Autofahrer hält sich an die zulässige Höchstgeschwindigkeit. Und genau das ist das Ziel des Kaufs, für den sich die Mitglieder des Bauausschusses der Gemeindevertretung am Dienstagabend nach einer Anregung des Bürgermeisters Erhard Huzel (CDU) über die Grenzen von Parteien und Wählergemeinschaft hinweg einstimmig ausgesprochen haben.

Tempo-30-Zone abgelehnt

Der Ausschussvorsitzende Frank Arnold (CDU) sagt über den Kauf eines mobilen Tempomessgeräts mit Anzeigetafel: „Das wäre eine Maßnahme, die sich die Gemeinde leisten könnte.“ Anlass für den Vorstoß ist ein Lärmminderungsplan, den die Gemeinde Lüdersdorf für die verkehrsreiche Hauptstraße in Herrnburg nach Vorgaben der EU-Umgebungslärmrichtlinie und des Bundesimmissionschutzgesetzes aufzustellen hat. Wie berichtet, machten Bürger in einer Einwohner- und Betroffenenversammlung am 11. Januar in Herrnburg zahlreiche Vorschläge — auch den, ein Geschwindigkeitsmessgerät mit Anzeigetafel anzuschaffen. Ihre Forderung, die gesamte Hauptstraße zur Tempo-30-Zone zu machen, fand dagegen im Bauausschuss keine Mehrheit. Zwei Mitglieder stimmten amDienstagabend dafür, drei dagegen. Die Kommunalpolitiker folgten am Dienstagabend auch nicht dem Vorschlag aus den Reihen der Anwohner, nachts ein Lkw-Fahrverbot zu verhängen. Frank Arnold sagte, das sei wegen der Bedeutung der Landesstraße nicht umzusetzen. Arnold und die übrigen Mitglieder des Gremiums sprachen sich jedoch einstimmig dafür aus, dass das zulässige Höchsttempo von Lastwagen zwischen 20 Uhr und 6

Uhr auf 30 Stundenkilometer festgelegt werden sollte.

Flüsterasphalt gewünscht

Der Bauausschuss plädierte auch dafür, Unebenheiten an Abläufen und Einläufen der Straße entfernen zu lassen und lärmmindernden „Flüsterasphalt“ zu verwenden, wenn die Fahrbahn der Herrnburger Hauptstraße das nächste Mal saniert wird. Zudem sollten, wenn das Straßenpflaster unweit der Kirche erneuert wird, plane Steine verwendet werden. Auch das könne zu einer Geräuschminderung beitragen, die Anwohnern zugute kommt.

Kein Platz für Umgehung

Mit dieser Empfehlung ans Straßenbauamt Schwerin folgen die Mitglieder des Bauausschusses einem Vorschlag von Bürgern. Keine Mehrheit fand dagegen die Anregung, eine Ortsumgehungsstraße für Herrnburg zu bauen, denn dafür sind die nötigen Flächen nicht mehr verfügbar, so die Begründung. Auf einer Anfang der 1990er Jahre geplanten Trasse stehen mittlerweile Häuser.

Zu wenig Platz ist nach Ansicht der Ausschussmitglieder auch für Lärmschutzwälle und -wände an der Hauptstraße. Ebenso keine Mehrheit fand der Vorschlag, die Fußgängerampel auf Höhe der Grundschule so zu schalten, dass sie auf Rot springt, sobald jemand schnell fährt. Ausschussmitglieder argumentierten, durch Abbremsen, Anfahren und Staus entstehe letztlich mehr Lärm als durch einen guten Verkehrsfluss. Eine weitere Empfehlung: je 200 Meter vor dem östlichen Ortseingang von Herrnburg und dem westlichen Ortseingang von Lüdersdorf sollten Tempo-70-Schilder aufgestellt werden. Dort sind derzeit 100 Stundenkilometer zugelassen.

Zebrastreifen vorgeschlagen

Der Ausschuss plädierte zudem dafür, unweit der Kirche einen Zebrastreifen anzulegen. Mit diesem und anderen Beschlussempfehlungen hat der Bauausschuss einen Maßnahmenkatalog zur Lärmminderung erarbeitet. Über seine Vorschläge wird die Gemeindevertretung in ihrer nächsten Sitzung beschließen.

Ein Lkw-Fahrverbot nachts ist für die Hauptstraße in Herrnburg nicht umzusetzen.“Frank Arnold (CDU), Bauausschuss-

vorsitzender in der Gemeinde Lüdersdorf

Jürgen Lenz
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