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Nordwestmecklenburg Lüdersdorfer kritisieren Pläne am Flughafen Lübeck
Lokales Nordwestmecklenburg Lüdersdorfer kritisieren Pläne am Flughafen Lübeck
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22:02 25.05.2018
Der Flughafen in Lübeck hat mit dem 71-jährigen Unternehmer Winfried Stöcker seit Mitte 2016 einen neuen Investor. Der Plan eines Ausbaus ruft Flughafengegner auf den Plan. Quelle: Foto: Lutz Roessler

„Bedingt dadurch, dass die Gemeinde Lüdersdorf im Einflugbereich direkt am Flughafen Lübeck liegt und vom Fluglärm betroffen ist, möchten wir eindringlich auf die gesundheitlichen Auswirkungen aufmerksam machen“, führt Bernhard Strutz von der Wählergemeinschaft aus. Hinter sich will er 650 Haushalte wissen, die ebenfalls Einwände haben. Sorge bereite ihnen vor allem die Überlegung in der Verwaltungsspitze der Kreisverwaltung, mit dem Flughafen eine Kooperation einzugehen. „Eine wichtige Rolle könnte der Regionalflughaben bei Ansiedlungsfragen sowie als Verkehrsdrehkreuz für Firmen aus Nordwestmecklenburg spielen. Außerdem könnten über den Flughafen mehr Feriengäste in den Kreis gelockt werden“, heißt es in einer Erklärung des Landkreises.

Flughafen wichtig für den Landkreis

 Zu viel für Bernhard Strutz. Nun wandte er sich an den Ausschuss für Wirtschaft und Tourismus des Kreistages, um die Notbremse zu ziehen. Er wurde gehört, aber offene Türen lief er nicht gerade ein. Von einer Kooperation mit dem Flughafen könne noch keine Rede sein, über ein gemeinsames Gespräch mit der Geschäftsführung sei es nicht hinausgekommen, führt Martin Kopp, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Nordwestmecklenburg mbH, aus. Aber: Lübeck-Blankensee sei für das westliche Kreisgebiet der nächstgelegene Regionalflughafen. „Für Geschäftsreisende aus oder nach Nordwestmecklenburg ist es möglich, dort Chartermaschinen anzufragen. Dies kann auch für internationale Investoren interessant sein“, meint er.

Derzeit kein Linienverkehr

Und: Recherchen hätten ergeben, dass der Linienverkehr deutlich abgenommen habe, 2017 sogar keine große Maschine am Flughafen abgefertigt wurde. 2008 sah das noch anders aus. Zu der Zeit seien im Jahr 4000 Linienflugzeuge gestartet und gelandet, vorrangig die Billigflieger Ryanair und Wizz Air. Der Trend liege derzeit beim Charterverkehr, so Kopp. Trotz der hohen Flugbewegungen seinerzeit hätten sich viele Familien in der Gemeinde angesiedelt. Der Lüdersdorfer Bürgermeister Erhard Huzel, Mitglied des Ausschusses für Wirtschaft und Tourismus, Vorsitzender der Kreis-CDU und der Fluglärmschutzkommission, spricht sogar von einem eher unbedeutenden Fluglärm. Eines hat Bernhard Strutz zumindest erreicht: Die Gemeinde Lüdersdorf soll beteiligt werden, wenn sich in Sachen Kooperation zwischen Landkreis und Flughafen etwas tut, so der Tenor der Ausschussmitglieder.

Bahn investiert in Bahnhöfe und Verbindungskurve

Ohne Umstieg von Lübeck nach Schwerin – das ist bis 2027 das Ziel der Deutschen Bahn. Dafür soll die Bahn nicht mehr in den Bahnhof Bad Kleinen einfahren, sondern vorher über eine Verbindungskurve auf derzeit landwirtschaftlich genutztes Ackerland abbiegen. Dafür wird nach Angaben von Ingo Buhlke von der Deutschen Bahn Netz ein fester Damm aufgeschüttet und eine Brücke errichtet. Einen zusätzlichen Haltepunkt werde es aber nicht geben, erklärt er auf der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft und Tourismus des Kreistages am Mittwochabend auf Nachfrage. Ein Vor-Ort-Termin in Gallentin wird am kommenden Dienstag, dem 29. Mai, um 17 Uhr anberaumt.

Geplant ist auch, die 63 Kilometer lange Strecke zwischen Lübeck und Schwerin zu elektrifizieren. Dadurch können die Züge bis zu 160 Kilometer pro Stunde fahren, derzeit rollen sie mit maximal 100 km/h durch den Landkreis. In diesem Zusammenhang werden auch die Bahnhöfe in Schönberg und Grieben saniert. Schönberg erhält unter anderem einen barrierefreien Zugang und Grieben mit zwei neue Bahnsteigkanten von jeweils 140 Metern und eine neue Zuwegung.

Die Bahn investiert insgesamt mehr als 100 Millionen Euro. „Vorrangiges Ziel ist, den Schienenpersonennahverkehr zu verbessern“, sagt Ingo Buhlke. Auch dem Klimaschutz durch die Elektrifizierung komme eine wichtige Bedeutung bei. Außerdem solle der Schienengüterverkehr damit verlagert und der Großraum Hamburg entlastet werden. Die Güterzüge sollen über Lübeck und Schwerin über die geplante Fehmarnbelt-Querung zügig gen Süden nach Stendal fahren können.

 Jana Franke

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