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Nordwestmecklenburg „Mahnmal für die Ungerechtigkeit in der DDR“
Lokales Nordwestmecklenburg „Mahnmal für die Ungerechtigkeit in der DDR“
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21:49 26.09.2016
Der Dassower Pastor Ekkehard Maase (l.) und der Vereinsvorsitzende Lutz Pinnecke stehen vor Überresten einer Kapelle. Quelle: Steffen Oldörp

In Pötenitz wurde eine lange verschollene Gedenkstätte offiziell wieder eröffnet. Die Waldkapelle wäre in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden. Sie wurde am 20.

Für uns ist wichtig, dass die Pötenitzer und die neu Hinzugezogenen wissen, was hier geschichtlich passiert ist."Lutz Pinnecke,

Bürgerverein Pötenitz

September 1916 geweiht, im Jahr 1978 allerdings bis auf die Grundmauern abgerissen.

Über Jahrzehnte war das Fundament nicht mehr zu sehen. Mitglieder des Bürgervereins „Pötenitz an der Ostsee“ und der Kirchengemeinde Dassow haben die Überreste der Waldkapelle vor vier Wochen freigelegt und die Gedenkstätte somit wiederbelebt. Der Schutt liegt noch dort, er soll dort auch bleiben. „Als Mahnmal für die Ungerechtigkeit in der DDR“, sagt Lutz Pinnecke (46) vom Bürgerverein Pötenitz. Er und die anderen Mitglieder des Vereins haben den Platz für die Bevölkerung wieder zugänglich gemacht, weil, wie er sagt, „viele Neuzugezogene wissen gar nicht, dass wir diesen Ort haben.“

Mit einem Gottesdienst haben Einheimische und Besucher die Gedenkstätte am Sonntag um 12 Uhr wieder eröffnet. Bereits eine halbe Stunde vorher trafen sie sich im Pötenitzer Gemeindehaus, um von dort aus zu Fuß in den Wald zu gehen. „Eine gute Gelegenheit für uns, mit einem Gottesdienst auch mal hier zu sein“, sagte Pastor Ekkehard Maase. Er erklärte: „Dadurch, dass es die Kapelle ja nicht mehr gibt, konnten wir das sonst ja nicht.“ Laut Maase sollen in Zukunft häufiger Gottesdienste in Pötenitz durchgeführt werden.

Das Interessante an der Waldkapelle, sagt Pinnecke, ist, dass sie eine beeindruckende und eine sehr stilvolle gewesen sein soll. So sage es die Kirchenchronik von Dassow. Aufgrund politischer Einwirkungen wurde sie 1978 schließlich abgerissen. „Das ist in meinen Augen Unrecht. Und das darf man nicht vergessen“, sagt Pinnecke. Dort, wo einst die Waldkapelle stand, gibt es heute auch noch vier Grabstellen. Die von Gutsbesitzer Anton von Brocken und drei seiner Familienangehörigen. „Für uns ist wichtig, dass die Pötenitzer und die neu Hinzugezogenen wissen, was hier geschichtlich passiert ist“, nennt Pinnecke den Hauptgrund für die Freilegung der Grundmauern und der offiziellen Einweihung. Im Wald von Rosenhagen gibt es laut Pinnecke eine weitere Grabstätte. Der Vorsitzende sagt: „Unser Ziel ist, dass es einen Rundwanderweg gibt.“

Im nächsten Jahr will der Bürgerveein Pötenitz noch Gedenk- und Ansichtstafeln aufstellen. Und auch Schilder sollen den Weg von Pötenitz zur ehemaligen Waldkapelle weisen, so dass Touristen, interessierte Bürger und Besucher sich das alles ansehen können.

 Steffen Oldörp

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