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Nordwestmecklenburg Martensmann: Brauch soll Kulturerbe werden
Lokales Nordwestmecklenburg Martensmann: Brauch soll Kulturerbe werden
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21:18 15.10.2015
Im Deutschen Haus in Rehna machte der Martensmann in früheren Jahrhunderten Station auf dem Weg von Lübeck nach Schwerin.

Was dem Niederdeutschen Theater, dem Rheinischen Karneval und den Passionsspielen in Oberammergau bereits gelungen ist, das soll jetzt der Martensmannbrauch schaffen: in das deutsche Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen werden. Den Antrag unterschrieb gestern der Rehnaer Bürgermeister Hans-Jochen Oldenburg

(Alternative Wählergemeinschaft).

Unterstützt und begrüßt wird er dabei vom Schweriner Bildungsministerium, dem Landkreis Nordwestmecklenburg und der Stadt Schönberg, die, ebenso wie Rehna, bereits vor vielen Jahrhunderten eine Station des Martensmanns auf seinem Weg von Lübeck nach Schwerin gewesen ist. Schönbergs Bürgermeister Lutz Götze (SPD) erläuterte gestern: „Die Bürger warten jedes Jahr darauf, dass der Martensmann kommt.“ Auf den alljährlich Anfang November gefeierten Martensmannfesten würden sich viele Menschen begegnen und unterhalten. Auch habe der Martensmannbrauch eine touristische Bedeutung.

Sie könnte wachsen, wenn es der Brauch tatsächlich ins Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes schafft. Nordwestmecklenburgs Landrätin Kerstin Weiss (SPD) gab sich gestern zuversichtlich: „Ich denke und hoffe, dass der Antrag Erfolg hat.“ Auch die Landrätin betonte den Volksfestcharakter entlang der Route zwischen Lübeck und Schwerin. Karl-Reinhard Titzck, Referatsleiter Kulturerbe im Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur, hob auch eine andere Seite des Brauches hervor: „Die deutsche Einheit ist ein wichtiger und großartiger Aspekt.“ 1991 wurde die Tradition im Rahmen der Wiedervereinigung neu belebt. Die geschichtlichen Wurzeln gehen bis ins Mittelalter zurück. „Für uns als Land Mecklenburg-Vorpommern ist der Martensmann etwas ganz Besonderes“, unterstrich Titzck gestern.

Klaus Ramisch, Sachgebietsleiter Kultur und Archiv beim Landkreis Nordwestmecklenburg, sagte: „Wenn wir den Titel gewinnen, könnte das den Martensmann pushen.“ Ein weiterer Aspekt: die Aufnahme in die Liste des immateriellen Kulturerbes könnte für die Kommunen eine Selbstverpflichtung sein, den Brauch auch in Zukunft zu pflegen. Die Entscheidung über den Antrag fällt 2016.

Das Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes geht zurück auf eine Initiative der Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur (Unesco). Die deutsche Unesco-Kommission erklärt: „Das Verzeichnis soll von Jahr zu Jahr wachsen und langfristig die Vielfalt kultureller Ausdrucksformen in und aus Deutschland sichtbar machen.“ Bisher sind 27 Traditionen, Künste, Bräuche und traditionelle Handwerkstechniken auf der Liste.

Die Bürger warten jedes Jahr darauf, dass der Martensmann kommt.“Lutz Götze, Bürgermeister in Schönberg

Jürgen Lenz

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