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Nordwestmecklenburg Meeresspiegel steigt schnell an
Lokales Nordwestmecklenburg Meeresspiegel steigt schnell an
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14:00 08.01.2013

Droht bald Land unter an den Küsten von Mecklenburg-Vorpommern? Nach aktuellen Berechnungen wird der Meeresspiegel der Ostsee in den kommenden einhundert Jahren um 20 Zentimeter steigen. „Im vergangenen Jahrhundert waren es insgesamt nur etwa zehn Zentimeter“, sagt der Meeresgeologe Prof. Jan Harff aus MV, der derzeit an der Universität Stettin lehrt. Grund für den Anstieg sei vor allem die Klimaerwärmung, weil sich erwärmendes Wasser ausdehnt.

Auch international klettert der Wasserpegel infolge des Klimawandels – und zwar so schnell wie nie zuvor in den vergangenen 2000 Jahren. Das berichtet ein Forscherteam um Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK). Anhand von fossilen Ablagerungen an der nordamerikanischen Atlantikküste erstellte die Gruppe die erste durchgehende Rekonstruktion der Meeresspiegelschwankungen über einen so langen Zeitraum.

Die erhobenen Daten zeigen vier Phasen: Von 200 vor Christus bis 1000 nach Christus war der Meeresspiegel stabil. In den nächsten vier Jahrhunderten stieg er aufgrund der mittelalterlichen Warmperiode jeweils um etwa fünf Zentimeter an. Anschließend blieb er bis zum Ende des 19. Jahrhunderts erneut stabil. Seitdem stieg der Meeresspiegel um 20 Zentimeter. „Damit ist dieser Anstieg um ein Mehrfaches schneller als alles, was es in den vorausgegangenen 2000 Jahren gegeben hat“, teilt das PIK mit.

Durch die neue Studie werde die Annahme erhärtet, dass sich der Meeresspiegel umso rascher erhöht, je wärmer das globale Klima wird. „Der Mensch heizt mit seinen Treibhausgasen das Klima immer weiter auf, daher schmilzt das Landeis immer rascher und der Meeresspiegel steigt immer schneller“, betont Rahmstorf.

Laut Harff könne man nicht von einem globalen Meeresspiegel reden. „In der Ostsee herrschen andere Bedingungen als etwa im Südatlantik“, sagt der Wissenschaftler. Die Eisschmelze spiele für den Wasserstand der Ostsee heute keine Rolle mehr. Mit dem Abklingen der Eiszeit war der Meeresspiegel rasant um rund 120 Meter angestiegen. Dies habe sich in den vergangenen 6000 Jahren verlangsamt.

Die größte Gefahr für die Küsten des Landes geht heutzutage von Stürmen aus. Allerdings sei auch diese Bedrohung „relativ gering“. Grund: „Wir haben eines der besten Küstenschutzsysteme der Welt.“ So würden beispielsweise die Küsten von Fischland Darß/Zingst mit Sandaufspülungen und Buhnenfeldern gesichtet, und in Greifswald werde ein Sperrwerk gebaut. „Dabei wird nur ganz sanft in die Natur eingegriffen.“

Die Prognosen, wie hoch der Meeresspiegel der Ostsee gestiegen ist und steigen wird, fallen allerdings recht unterschiedlich aus. So haben Forscher des Instituts für Planetare Geodäsie der Technischen Uni Dresden unlängst eine Zunahme von 15 Zentimetern in den vergangenen 100 Jahren ermittelt. In den vergangenen 20 Jahren habe sich der Anstieg verdoppelt – auf etwa drei Millimeter pro Jahr. Laut dem Umweltministerium Schleswig-Holstein soll der Meeresspiegel der Ostsee bis zum Jahr 2100 sogar um bis zu 140 Zentimeter zunehmen. Als Folge verstärkt das Nachbarland seinen Küstenschutz.

Axel Meyer

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