Volltextsuche über das Angebot:

14 ° / 7 ° Regenschauer

Navigation:
Megalith Open Air: 13 Bands rocken die Bühne

Grevesmühlen Megalith Open Air: 13 Bands rocken die Bühne

Zweitägiges Festival im Grevesmühlener Gewerbegebiet Nordwest / Veranstalter wehrt sich gegen kursierende Rassismus-Vorwürfe.

Voriger Artikel
Das frühere Grenzgebiet wird zum Kunstraum

Freuen sich auf das Festival am Wochenende und lassen sich durch die im Internet kursierende Vorwürfe nicht aus der Ruhe bringen: Der Veranstalter Ronald Riehl (37) und Claudia Ollrogge (34) vom Organisationsteam.

Quelle: Fotos: Jana Franke

Grevesmühlen. Neuer Name, neuer Standort: Der Veranstalter des im vergangenen Jahr in Grevesmühlen organisierten „Warm up Baltic Hell“, Ronald Riehl, hat sein Konzept eines Festivals mit Rock- und Metalmusik komplett umgekrempelt. Spielten 2016 neun Bands im Grünen Weg auf, wird die Bühne nun ins Gewerbegebiet Nordwest in Grevesmühlen verlegt und am Freitag und Sonnabend unter dem Titel „Megalith Open Air“ bespielt – dieses Mal von 13 Bands aus der Rock- und Metalszene. Mit dem neuen Namen des Festivals nimmt Ronald Riehl Bezug auf den Landkreis, genauer gesagt auf die Hünengräber im Everstorfer Forst. Als Megalith wird nämlich ein großer, unbehauener Steinblock bezeichnet. „Das erschien für mich passend“, erklärt der 37-Jährige, der für das Festival von der Stadt ein etwa ein Hektar großes Grundstück direkt neben der ehemaligen, inzwischen insolventen Kupferaufbereitungsfirma Milltech pachtete. Es sei genügend Platz für die Bühne, für bis zu 1000 Besucher, Versorgungsfahrzeuge und Zelte zum Übernachten vorhanden. „Wir rechnen mit bis zu 450 Gästen, würden uns aber natürlich über mehr freuen“, sagt Ronald Riehl schmunzelnd. Eine Parkfläche wird gegenüber dem Gelände eingerichtet.

LN-Bild

Zweitägiges Festival im Grevesmühlener Gewerbegebiet Nordwest / Veranstalter wehrt sich gegen kursierende Rassismus-Vorwürfe.

Zur Bildergalerie

Vorwürfe überschatten Vorbereitungen

Überschattet werden seine Vorbereitungen und die Freude auf das Festival von einer Mail, die derzeit die Runde macht und auch die OZ erreichte. In dieser wird Ronald Riehl vorgeworfen, der NPD nahe zu stehen. Rassistische Sprüche auf Facebook und Verunglimpfung farbiger Menschen werden ihm unter anderem darin nachgesagt. Ebenso wird Kritik an Bürgermeister Lars Prahler laut, der hätte wissen müssen, dass Ronald Riehl einschlägig bekannt sei und dennoch ein solches Festival auf städtischem Gelände stattfinden lässt.

Ronald Riehl distanziert sich von den Vorwürfen. „Mein Profil bei Facebook ist öffentlich und von jedermann einsehbar. Dort sind keine rassistischen Bemerkungen zu finden“, wehrt er sich und betont, dass das Open Air am Wochenende als unpolitische Veranstaltung geplant ist. Als Mit-Geschäftsführer einer Securityfirma in Grevesmühlen werde er regelmäßig vom Verfassungsschutz und von Veranstaltern, die die Firma buchen, darunter auch der Hamburger SV, überprüft. „Die dargestellten Vorwürfe sind alle haltlos“, sagt Ronald Riehl. „Oder würde ich sonst einen Einlasser vietnamesischer Herkunft am Wochenende beschäftigen?“, stellt er in den Raum.

Vertrauenswürdigkeit eingeschätzt

Bürgermeister Lars Prahler (parteilos) versicherte auf die Vorwürfe angesprochen, dass eine Einschätzung der Vertrauenswürdigkeit des Veranstalters sowie eine Überprüfung der angekündigten Bands vorgenommen worden sei. Eine von ihnen trat bereits in Rostock bei „Jamel rockt das Jaz“ – eine Soliparty für das jedes Jahr in Jamel stattfindende Open Air-Festival gegen Rechts, „Jamel rockt den Förster“ – auf, übrigens in T-Shirts, die zeigen, dass sie gegen Nazis sind. Lars Prahler positionierte sich gestern auf OZ-Nachfrage klar: Auch nach den Verlautbarungen im Internet über den Veranstalter gebe es aus städtischer Sicht keine Bedenken, das Festival stattfinden zu lassen.

Im vergangenen Jahr fand das von Ronald Riehl veranstaltete „Warm up Baltic Hell“ im Grünen Weg direkt neben dem Thinghaus in Grevesmühlen statt – einem Treffpunkt der rechten Szene. „Die Stadt hat sich in Abstimmung mit Polizei und Ordnungsbehörde des Landkreises entschlossen, dem Veranstalter einen Alternativstandort anzubieten, um damit Konfliktpotenziale wie zum Beispiel Lärm und Verkehrsaufkommen zu minimieren“, so Prahler. Auflagen für Ronald Riehl gibt es eine ganze Menge. So hat er unter anderem dafür zu sorgen, dass die Gäste des Open Air-Festivals nicht über die Straße Am Bleicher Berg anfahren. „Die Anwohner sollen nicht gestört werden“, mahnt Hauptamtsleiterin Pirko Scheiderer. So solle die Zufahrt zum Gewerbegebiet etwa 1500 Meter weiter über die B 105 hinter dem Ortsausgang in Richtung Lübeck erfolgen.

Zwei Tage mit 13 Bands

Die Aufbauarbeiten der Bühne beginnen heute, erster Soundcheck ist Freitagnachmittag. Einlass ist sowohl Freitag als auch Sonnabend um 16 Uhr, Beginn ist jeweils um 17.30 Uhr. Die Bands reisen unter anderem aus Neubrandenburg, Wismar, Magdeburg, Rostock, Lübeck und sogar Dänemark an. Der Kontakt zu vielen ist durch Riehls Security-Einsätze auf Rockfestivals entstanden. „Und dann kennt der eine den anderen und so weiter“, umschreibt er.

Info: www.megalith-openair.de

Die Bands

Sechs Bands spielen Freitagabend auf: Godzkill aus Neubrandenburg (17.30 bis 18.10), Loud Shout aus Rostock (18.30 bis 19.10 Uhr), Seven Thorns aus Kopenhagen (19.30 bis 20.20 Uhr), Iron Horses aus Kröpelin (20.40 bis 21.35 Uhr), AK aus Kiel (21.55 bis 22.55 Uhr) und Pride’n’

Rock aus Wismar (23.15 bis 0 Uhr).

Am Sonnabend geben sich sieben Bands die Ehre: Coroused aus Hannover (17.30 bis 18.10 Uhr), Dreiviertel Noin aus Schwerin (18.30 bis 19.10 Uhr), ZenZenKlang aus Lübeck (19.30 bis 20.25 Uhr), Gehasst,

Verdammt, Vergöttert 28 (20.45

bis 21.40 Uhr), Grober knüppel

aus dem Ruhrgebiet (22 bis 23 Uhr), Der Dunkle Kloth aus Boltenhagen (23.20 bis 0 Uhr) und Cadilläc Blood aus Wismar (0.15 bis 1 Uhr).

Ein ähnliches Festival machte sich

in der Vergangenheit einen Namen in der Region: Baltic Hell. Schon

damals war Ronald Riehl im Organisationsteam dabei, wollte im vergangenen Jahr eine eigene Veranstaltung auf die Beine stellen. Geboren war „Warm up Baltic Hell“. Das Baltic Hell-Festival fand erstmals 2013

in Dassow statt. Nach zwei Jahren

in Dassow fand es 2015 auf dem

Off-Road-Gelände nahe Rolofs-

hagen statt – allerdings als Privat-

veranstaltung. Weil ein zweiter Fluchtweg fehlte, erteilte das Amt Klützer Winkel keine Genehmigung für die Veranstaltung in Rolofshagen.

Jana Franke

Voriger Artikel
Mehr aus Nordwestmecklenburg
Reporter vor Ort

In einer fortlaufenden Galerie zeigen wir Ihnen jeden Tag die wichtigsten Bilder aus Lübeck und den umliegenden Kreisen. Klicken Sie hier, um die Galerie für den November 2017 zu sehen!

Sollte die Direktwahl von Bürgermeistern abgeschafft werden?

  • Hochzeitszauber
    Tipps und Tricks zum Planen und Organisieren Ihrer Hochzeit. Ob Location, Dekoration, Trauringe, Flitterwochen, Catering - hier finden Sie Informationen und kompetente Ansprechpartner in und um Lübeck für Ihre Traumhochzeit.

    Tipps und Tricks zum Planen und Organisieren Ihrer Hochzeit. Ob Location, Dekoration, Trauringe, Flitterwochen, Catering - hier finden Sie Informat... mehr

  • Reisetipps
    In unserem Reiseportal finden Sie viele Tipps & Tricks für Reisende und Urlauber.

    In unserem Reiseportal finden Sie viele Tipps & Tricks für Reisende und Urlauber. mehr

  • Events & Veranstaltungen
    Was? Wann? Wo? Hier finden Sie die Veranstaltungen und Events in Ihrer Nähe.

    Was? Wann? Wo? Hier finden Sie die Veranstaltungen und Events in Ihrer Nähe. mehr

  • Essen und Trinken
    Hier erfahren Sie alles rund um die Themen Essen und Trinken. Neue Rezepte und Tipps, worauf muss ich bei den Lebensmitteln achten, wo finde ich ausgefallene Restaurants und welcher Wein passt wozu.

    Hier erfahren Sie alles rund um die Themen Essen und Trinken. Neue Rezepte und Tipps, worauf muss ich bei den Lebensmitteln achten, wo finde ich au... mehr

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Termine

Ausstellungen, Theater, Konzerte und mehr in Lübeck und Umgebung.