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Nordwestmecklenburg Mehr Bewusstsein für integrativen Sport
Lokales Nordwestmecklenburg Mehr Bewusstsein für integrativen Sport
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00:00 14.10.2012
Die Frisbee-Scheibe durch den schmalen Tunnel zu werfen war für alle Teilnehmer des Integrativen Sportfestes eine Herausforderung.
Nordwestmecklenburg

Grevesmühlen – Seit den Paralympics in London in diesem Sommer dürfte überall bekannt sein, dass eine Behinderung niemanden daran hindert, seine Lust am Sport auszuleben. Das zeigten gestern 158 Aktive beim siebten Integrativen Sportfest in der Grevesmühlener Mehrzweckhalle. „27 Teilnehmer haben keine Behinderung. Da wäre eine Quote von 50:50 schön“, sagt Organisator Dirk Möller über das Zahlenverhältnis der Teilnehmer. Sportler mit und ohne Handicap waren aus Ribnitz Damgarten, Rostock, Wismar und Grevesmühlen der Einladung von Blau Weiß Grevesmühlen, Sportjugend NWM sowie dem Behindertensportverein der Stadt gefolgt. Sie wollten sich im Mehrkampf an zehn Stationen sowie bei Tischtennis oder Unihoc, einer Form des Hallenhockey in Turnieren messen. So probierte sich jeder darin, eine Frisbeescheibe durch einen Tunnel aus Kästen zu werfen, einen Tischtennisball auf dem Schläger hüpfen zu lassen oder einen Medizinball weit zu stoßen. An den Tischtennisplatten standen sich Spieler aus Behindertensportvereinen und Sportler ohne Handicap gegenüber und beim Unihoc zeigte sich die Erfahrung der Athleten mit Handicap. Die Grevesmühlener Unihoc-Sparte hat schon mehrfach den Landestitel gewonnen.Aber beim Integrativen Sportfest stand der Spaß am Sport im Mittelpunkt. Schließlich lautet das Motto schon seit 1991 „Lust auf Bewegung“. Damals wurden noch reine Behindertensportfeste ausgerichtet. Seit 2006 aber setzt man in Grevesmühlen auf Inklusion. Menschen mit und ohne Behinderung sollen gemeinsam Sport treiben und dabei voneinander profitieren.In Schulen soll das bald gang und gäbe sein, wenn Förderschulen aufgelöst und Inklusionsklassen gebildet werden. „Doch Sportstudenten, die Lehrer werden wollen, werden darauf nicht vorbereitet“, weiß Monika Knauer, Geschäftsführerin beim Verband für Behinderten- und Rehabilitationssport MV. Unter anderem mit dem Projekt „Die Aufklärer“ wendet sich der Verband an Schulen wie das Tannenberg-Gymnasium in Grevesmühlen. Dort wurden die Schüler vom Schulsozialarbeiter vorbereitet, Teilnehmern beim Integrativen Sportfest zur Seite zu stehen. „Da ist auch nicht jeder für geeignet“, sagt Dirk Möller, Vorsitzender bei Blau Weiß Grevesmühlen. Er setzt sich seit Jahren für den Behindertensport und die Zusammenführung von Sportlern mit und ohne Handicap ein. Doch zum Jahresende soll es kein Geld vom Landkreis mehr für diese Aufgabe geben. In ihrer Sorge baten Dirk Möllers Mitstreiter die Bundestagsabgeordnete Karin Strenz (CDU) beim Fest um Hilfe. Sie sagte zu, schon am Montag mit der CDU-Landtagsfraktion intensiv über das Thema zu sprechen. Die Politikerin will sich für die Stelle von Dirk Möller einsetzen. „Notfalls spreche ich direkt mit Landrätin Birgit Hesse. Die ist ja bekanntlich Läuferin“, so die Bundestagsabgeordnete.

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