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Nordwestmecklenburg Mehr als 18000 Euro Essensgeld veruntreut
Lokales Nordwestmecklenburg Mehr als 18000 Euro Essensgeld veruntreut
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20:16 24.07.2017

Zwei Jahre Haft, ausgesetzt zur Bewährung für insgesamt drei Jahre. Das ist das Urteil, das das Wismarer Amtsgericht gestern gegen einen 34-Jährigen fällte. Der Mann hatte etliche Jahre für eine gemeinnützige GmbH gearbeitet, die unter anderem in Wismar und Umgebung Menschen mit „Essen auf Rädern“ versorgte. Jan T. war unter anderem für die Abrechnung zuständig. Wie die Ermittlungen ergaben, hatte der Mann allein im Jahr 2016 knapp 18000 Euro veruntreut.

Dass er trotz der hohen Schadenssumme mit einer Bewährungsstrafe davonkam, hat der Angeklagte laut Richter Hinrich Dimpker eine „ganzen Reihe von glücklichen Umständen“ zu verdanken. So hatte die Staatsanwaltschaft darauf verzichtet, das Verfahren gleich an das Schöffengericht zu geben, das im Gegensatz zum Amtsgericht (bis maximal zwei Jahre) Haftstrafen von bis zu vier Jahren verhängen kann. Hinzu kam, dass Jan T. nicht vorbestraft ist und bereits damit begonnen hat, den Schaden zu begleichen. Pro Monat zahlt er an seinen ehemaligen Arbeitgeber 150 Euro. Insgesamt belaufen sich seine Schulden auf rund 22000 Euro.

Das System war denkbar einfach. Seit Jahren war der Nordwestmecklenburger in dem Unternehmen für die Auslieferung und Abrechnung der Mahlzeiten zuständig. Vor allem Rentner beliefert die Firma. Laut Staatsanwaltschaft hatte T. im Jahr 2014 damit begonnen, kleinere Bargeldbeträge, die die Empfänger den Fahrern mitgaben, für sich zu behalten.

Doch die Beträge wuchsen. Im Januar 2016 kassierte der 34-Jährige 435 Euro, im Dezember waren es 2399,50 Euro, die er in bar einsteckte. Weil ein Großteil der Kunden das Essen per Überweisung bezahlten, half Jan T. seinem Nebeneinkommen ein wenig auf die Sprünge. Er verschickte offizielle Schreiben, in denen er den Kunden erklärte, dass das Unternehmen von der Überweisung zur Barzahlung zurückkehre. So nahm er pro Monat zwischen 400 und 2400 Euro ein. Insgesamt kam die Staatsanwaltschaft bei der Summierung der Beträge so für das Jahr 2016 allein auf 17944,70 Euro.

Jan T. wurde umgehend entlassen, inzwischen hat er sich mit seinem ehemaligen Arbeitgeber darauf geeinigt, den finanziellen Schaden auszugleichen. Die Rückzahlung wurde auch als Auflage an das Urteil des Amtsgerichtes angefügt. Sollte T. den Zahlungen nicht nachkommen, droht ihm der Vollzug der Haftstrafe. Als Erklärung, weshalb er diese hohen Beträge veruntreut habe, gab der 34-Jährige seine Spielsucht an. „Ich habe zu Anfang gedacht, wenn ich nach ein, zwei Monaten damit aufhöre, merkt es keiner.“ Doch er hörte nicht auf, stattdessen wurden die Beträge immer größer. Mittlerweile hat er eine fünfwöchige stationäre Therapie absolviert, um die Spielsucht in den Griff zu bekommen. Einmal pro Woche hat er derzeit Gespräche mit einer Therapeutin. Die hat ihm bescheinigt, dass er durchaus Chancen habe, die Sucht zu überwinden. „Ansonsten“, so Richter Dimpker, „wird die Bewährung sofort widerrufen.“

proch

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