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Nordwestmecklenburg Mehr als 80 000 Schätze schlummern in Wismars Depot
Lokales Nordwestmecklenburg Mehr als 80 000 Schätze schlummern in Wismars Depot
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20:15 27.08.2016

21 Grad Celsius, Luftfeuchtigkeit 53,7 Prozent. Ideale Bedingungen in der Beguinenstraße 4. Auf hüfthohen Schränken mit etlichen Schubladen liegt Geschichte – geschützt durch Papier und Folie. In Reichweite: Wattetupfer und Benzin. Etwa 80 000 Schätze gehören zur stadtgeschichtlichen Sammlung der Hansestadt Wismar – 60 000 sogenannte inventarisierte Einheiten und weitere 20 000 Objekte, die noch erfasst werden müssen. Alles pflegebedürftige und sensible Stücke. Gerade mal 2000 davon können in der künftigen Sammlung im Schabbellhaus ausgestellt werden.

„Die Auswahl fällt natürlich schwer“, bestätigt Corinna Schubert, Sachgebietsleiterin der Sammlung und Ausstellung. „Die künftige Ausstellungsfläche ist drei Mal größer als die vorherige.

Trotzdem können wir nicht alles zeigen.“ Der wesentliche Fokus werde auf die mehr als 800 Jahre Stadtgeschichte gelegt. Sonderausstellungen bieten die Möglichkeit, thematische Bereiche zeitweise zu zeigen. „Alles andere sammeln wir für die Forschung und für künftige Generationen“, erklärt Corinna Schubert.

Ende des Jahres 2017 soll das Stadtgeschichtliche Museum im Schabbellhaus und an der Schweinsbrücke 6 für die Besucher geöffnet werden. „Wir sind alle heiß darauf, endlich wieder einzuziehen und unsere Ausstellungstätigkeit wieder aufzunehmen“, betont die Sachgebietsleiterin, die seit 1979 im Museum tätig ist. „Das Schabbellhaus entwickelt sich derzeit zu einem ganz neuen Haus.“ Seit 2012 ist sie mit ihren sieben Mitarbeitern damit beschäftigt, die neuen Ausstellung in vorzubereiten. „Die Exponate müssen restauriert und hergerichtet werden“, erklärt Corinna Schubert.

Externe Restaurateure helfen dabei. Zudem müssen die Stücke erforscht und eingeordnet, Erklärtexte erfasst und das passende Mobiliar für die Exponate in Auftrag gegeben werden. „Wie auch die Ausstellung nur die Spitze des Einsbergs sein wird, ist so eine Schau auch nur ein Teil unserer Arbeit im Museum“, erklärt Corinna Schubert. Ist die Ausstellung fertig konzipiert, muss sie ständig betreut werden. „Mit dem neuen Haus haben wir noch wenig Erfahrung, was das Klima betrifft. Da müssen wir in den ersten Jahren aufpassen.“

Das Besondere an der Ausstellung zur Stadtgeschichte: „Wir zeigen viele alltägliche Gegenstände. Dinge, die von Wismarern jahrelang genutzt wurden.“ So gehört zur Ausstellung beispielsweise auch ein Herd aus dem Lenensruher Weg. „Über diesen haben wir herausgefunden, dass er in einer Arbeiterwohnung der Waggonfabrik Wismar stand.“ Corinna Schubert und ihre Mitarbeiter haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Vielschichtigkeit der Objekte zu erfassen und zu erforschen, welche Geschichte dahintersteckt. Denn an Informationen zu kommen, ist heutzutage ein Leichtes.

„Gerade deshalb ist es wichtig, dass wir die Möglichkeit haben, Originale zu zeigen.“ Ihrer Meinung nach werden Museen gerade deshalb immer wichtiger – „zum Bewahren, Sammeln, Erforschen und Vermitteln“. Denn nur so kann Corinna Schubert beispielsweise sagen, dass die Wismarer schon immer weltoffen und modern waren.

Vanessa Kopp

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