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Nordwestmecklenburg Meilenstein für Hohen Wieschendorf
Lokales Nordwestmecklenburg Meilenstein für Hohen Wieschendorf
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20:37 23.06.2017
Hohenkirchen

„Das ist ein Meilenstein.“ So bezeichnet Hohenkirchens Bürgermeister Jan van Leeuwen (CDU) den einstimmig von den Gemeindevertretern gefassten Entwurfs- und Auslegungsbeschluss für den Bebauungsplan mit der Nummer 27 für den Ortsteil Hohen Wieschendorf mit der Marina, der Ferienhaussiedlung, dem Parkplatz sowie der Fläche, auf der ein Parkhaus entstehen sollte.

Der Bereich des Bebauungsplans Nr. 27 „Anleger Hohen Wieschendorf“ reicht vom Wellenbrecher im Vordergrund über den Parkplatz und die Ferienhäuser rechts bis zu dem Parkplatz oben links. Quelle: Foto: Hans-Joachim Zeigert
„Wir waren noch nie so nah dran, diesen baulichen Missstand endgültig von der Tagesordnung zu bekommen. Jan van Leeuwen (CDU) Bürgermeister der Gemeinde Hohenkirchen

Sollten Behörden und sonstige Träger öffentlicher Belange von Bergamt Stralsund bis Zoll während der vierwöchigen Auslegung keine gravierenden Einwände erheben, kann die Gemeinde die Satzung für den B-Plan beschließen. Mit ihrer Veröffentlichung wäre endlich Baurecht geschaffen – alles in allem nach knapp 20 Jahren. Und dann könnten endlich auch die Ferienhäuser mit insgesamt bis zu 80 Wohnungen gebaut werden – so, wie es sich Investor Oliver Soini und Architekt Hartwig Duensing vorstellen. Dazu gehört auch, dass aus dem bereits vorhandenen Regenrückhaltebecken zwischen den Ferienhäusern ein Schwimmteich mit kleiner Wellnessanlage werden soll. „Wir waren noch nie so nah dran, diesen baulichen Missstand endgültig von der Tagesordnung zu bekommen“, erklärt van Leeuwen.

Li Patzelt vom Planungsbüro Mahnel ist sehr zuversichtlich, dass vonseiten der Behörden keine unliebsamen Überraschungen mehr zu erwarten sind. In den vergangenen Wochen und Monaten seien etliche Gutachten erstellt worden, zum Beispiel zum Europäischen Vogelschutzgebiet Wismarbucht und Salzhaff (FFH-Gebiet), zum Artenschutz und zum Schallschutz. Zudem wurden Karten über die Naturschutzgebiete und Biotope erstellt. „Wir sind den alten Bebauungsplan noch einmal Punkt für Punkt durchgegangen und haben die Erkenntnisse aus den Gutachten einfließen lassen“, sagt Li Patzelt. Jetzt sei der Entwurf rund. Das Ziel der Planung, eine touristische Belebung in der Gemeinde, werde erreicht.

Hoffnung, dass die Gemeinde die Bausatzung zügig erlassen kann, zieht die Planerin zum Beispiel daraus, dass der Plan mit den Zielen der Raumordnung und Landesplanung übereinstimmt. Ein weiteres Indiz sieht sie in dem Einvernehmen mit der Forstbehörde bei den Waldabständen.

Zu den gravierendsten Änderungen im Bebauungsplan zählt das Aus fürs Parkhaus. Auf der Fläche soll ein Parkplatz gebaut werden. Damit Besucher nicht auf eine Blechlawine schauen, soll er zwei Meter tiefer als die Straßenoberkante liegen. Dieser Parkplatz werde zum Teil von Bewohnern der Ferienhaussiedlung, vor allem aber durch Tagesgäste genutzt werden, erklärt Li Patzelt.

Für den vorhandenen, näher zum Strand liegenden Parkplatz weist der geänderte B-Plan eine eingeschränkte Nutzung aus. „Wir haben das Schallschutzgutachten zu beachten. Und danach dürfen die drei Reihen an Stellflächen, die den Häusern am nächsten sind, in den Nachtstunden von 22 bis 6 Uhr nicht genutzt werden“, beschreibt die Planerin. Gleiches gelte für die beiden Umfahrten zu diesen Stellplatzreihen. Die gleiche zeitliche Einschränkung gilt auch für die Bahnen 14, 15 und 16 des nahen Golfplatzes sowie für die Driving Range für Übungsschläge.

Aber am Hafen wird sich nichts ändern. „Dort wurde alles ordentlich realisiert, und wir haben uns bei der Planung an dem Bestand orientiert“, erklärt Li Patzelt. Neu sei, dass am Wellenbrecher zusätzliche Liegeplätze möglich sind.

Ausgleichsmaßnahmen für die Eingriffe in die Natur sind sowohl in als auch außerhalb des Geländes geplant. „Dennoch müssen Ökopunkte hinzugekauft werden. Sie sind aber schon reserviert“, versichert Li Patzelt.

Scheitern und Neuanfang

1998 beginnen die Bauarbeiten

für das Feriendorf am Anleger

in Hohen Wieschendorf. Zwei Jahre später sind die Planungen für den Boots-Anleger durch.

2002 genehmigt der Landkreis

21 Ferienhäuser und eine Marina mit 130 Liegeplätzen für Freizeitskipper.

2004 ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts auf Subventionsbetrug gegen Investor Michael Veit Ivanschitz. Eine Verurteilung erfolgt 2012. Alle Bauarbeiten an der Marina ruhen.

2009 gibt der gebürtige Rostocker Olav Kautz bei der Zwangsversteigerung mit 4,5 Millionen Euro das höchste Gebot ab. Kurz danach zieht er es zurück: für die Ferienhäuser gibt es keine Baugenehmigung.

2010 erhalten Eckart Bucher und

Esper van Heesewijk bei 4,05 Millionen Euro bei der erneuten Versteigerung den vorläufigen Zuschlag.

Den endgültigen versagt das

Gericht, weil die Investoren die

Sicherheitseinlage schuldig bleiben.

2011 nächste Investor: die HoWiDo GmbH, Geschäftsführer: Oliver Soini.

2012 wird im Mai die Marina eröffnet – das hatte noch kein Investor

geschafft. Die 21 Ferienhäuser

liegen hingegen verwaist.

2013 verhängt der Landkreis zum wiederholten Mal einen Baustopp. Begründung: Baumaßnahmen seien ohne Abschluss eines städtebaulichen Durchführungsvertrages mit der Gemeinde begonnen worden.

Im März 2015 wird er unterzeichnet, der Baustopp aufgehoben.

2016 legen Investor Oliver Soini

und Architekt Hartwig Duensing

ein neues Konzept für die Ferienhäuser vor, und es erfolgt die

Umweltverträglichkeitsprüfung.

Sylvia Kartheuser

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