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Messerstiche auf Linken-Politiker nur vorgetäuscht?

Schwerin/Wismar Messerstiche auf Linken-Politiker nur vorgetäuscht?

Die Meldung über den Messerangriff auf einen Nachwuchspolitiker der Linken in Wismar sorgte bundesweit für Aufsehen und politische Reaktionen. Doch nach Ansicht der Staatsanwaltschaft waren die rechten Messerstecher eine Erfindung des 18-Jährigen.

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Schwerin/Wismar. Die angebliche Messer-Attacke von Rechtsradikalen auf einen Linken-Nachwuchspolitiker aus Schwerin hat das vermeintliche Opfer nach Einschätzung der Ermittler erfunden. Diese Annahme werde in erster Linie durch das Gutachten eines Rechtsmediziners gestützt. Nach dessen Meinung seien die Schnittverletzungen des 18-Jährigen nicht mit den Schilderungen zum Tatverlauf in Übereinstimmung zu bringen. Dagegen sei „hinreichend wahrscheinlich“, dass er sich die Verletzungen Anfang voriger Woche selbst zufügte, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Montag in Schwerin. Gegen den jungen Mann sei daher ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf Vortäuschung einer Straftat eingeleitet worden.

Eigenen Angaben zufolge war der 18-Jährige, der in Wismar studiert, am Montag vergangener Woche in der Hansestadt von drei unbekannten, der rechten Szene angehörenden Männern angegriffen, als „schwule Kommunistensau“ beschimpft und mit einem Messer mehrfach verletzt worden. Erst am Tag darauf aber und nachdem er bei einem Arzt war, erstattete er über das Internetportal der Polizei Anzeige. Zeugen der angeblichen Tat gab es nicht.

Wegen einer möglicherweise politischen Motivation für die Tat war der Staatsschutz in die Ermittlungen einbezogen worden. Vertreter mehrerer Parteien hatten unmittelbar nach Bekanntwerden mit Entsetzen auf die Nachricht reagiert und sich mit dem jungen Mann solidarisiert. Doch schon wenig später waren Zweifel an dessen Darstellung aufgekommen. Die Rekonstruktion des Vorfalls am Tatort im Beisein des vermeintlich Geschädigten habe die Zweifel bestätigt und schließlich zu den gegen ihn gerichteten Ermittlungen geführt, hieß es.

Wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft weiter mitteilte, konnte der junge Mann zudem den bei dem vermeintlichen Überfall beschädigten Mantel, der die Schnittverletzungen abgemildert haben soll, nicht vorlegen. Das Kleidungsstück sei kurz nach dem Vorfall entwendet worden, gab der Behördensprecher die Aussage des 18-Jährigen wieder. Laut Staatsanwaltschaft sieht das Strafgesetzbuch bei Vortäuschung von Straftaten je nach Schwere Geldstrafen oder Freiheitsstrafen von bis zu drei Jahren vor.

Der Schweriner Linken-Kreisvorsitzende Peter Brill, der in der Vorwoche mit einer Pressemitteilung den Fall öffentlich gemacht hatte, wollte sich zu dem nun gegen seinen Vorstandskollegen eröffneten Verfahren nicht äußern. „Mir liegen keine anderen Erkenntnisse vor als in der vorigen Woche“, sagte Brill. Der Beschuldigte selbst werde sich während des laufenden Verfahrens auch nicht mehr öffentlich äußern. Im NDR-Fernsehen hatte der 18-Jährige in der Vorwoche den Überfall noch ausführlich geschildert und Schnittverletzungen am Arm präsentiert. An den Angaben habe es für ihn keine Zweifel gegeben, sagte Brill.

Auch der Vorsitzende der Linken-Bundestagsfraktion, Dietmar Bartsch, hatte den jungen Mann bis zuletzt gegen den Vorwurf falscher Beschuldigungen in Schutz genommen: „Der Staatsschutz ermittelt. Von den Ermittlern werden die Zweifel nicht bestätigt. Ich kenne den jungen Mann sehr gut. Klug und ehrlich“, wurde Bartsch am Sonntag vom Berliner „Tagesspiegel“ zitiert. Der „Berliner Zeitung“ (Online-Ausgabe von Montag) sagte Bartsch: „Ich will die Ermittlungen abwarten.“ Danach wolle er sich dazu äußern. „Ich habe mich am Anfang dazu geäußert. Und zu den Äußerungen stehe ich auch.“

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