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Nordwestmecklenburg Metalldiebe im Landkreis halten Polizei in Atem
Lokales Nordwestmecklenburg Metalldiebe im Landkreis halten Polizei in Atem
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20:15 22.10.2013
Wismar

Buntmetalldiebe haben in der Nacht von Montag zu Dienstag in der Region viermal zugeschlagen. In Gadebusch entwendeten sie mehrere Kupferfallrohre, einen abmontierten Fallrohrbogen haben sie auf der Flucht verloren. Der Schaden beträgt mehrere Hundert Euro. Die Polizei geht davon aus, dass es sich in allen vier Fällen um die gleichen Täter handelt. Zeugen haben unabhängig voneinander beobachtet, wie zwei mit dunklen Kapuzenshirts bekleidete Jugendliche ein Kupferrohr abbauten und anschließend auf Fahrrädern flüchteten. Die alarmierte Polizei verpasste die Täter nur knapp.

Der Buntmetallklau in Nordwestmecklenburg hält die Polizei in Atem. Im vergangenen Jahr hat sie 174 Diebstähle registriert, in diesem sind es bereits 113. Die Täter haben es vor allem auf Kupfer abgesehen, berichtet Polizeisprecher André Falke. „Nach vorläufigen Zahlen beträgt der Anteil über neunzig Prozent“, sagte er gestern auf Anfrage.

In 34 Fällen wurden Kupferfallrohre von Gebäuden entwendet. Auch das Verlagshaus in Wismar ist betroffen. Selbst vor Kirchen machen Diebe nicht halt. Bisher suchten sie drei Gotteshäuser heim.

Neunmal wurde Buntmetall an öffentlichen Baustellen und in 15 Fällen von Firmengelände gestohlen. Weitere Tatorte sind leer stehende und im Bau befindliche Häuser.

„Bislang konnte die Polizei 23 Fälle aufklären“, teilt ihr Sprecher mit. Er weist darauf hin, dass eine dreiköpfige Gruppe für fünf Taten und ein Diebesduo für elf Taten verantwortlich gemacht werden konnte. „Es ist davon auszugehen, dass die überwiegende Anzahl der Straftaten von Tätergruppen durchgeführt wird. Sie handeln dann auch fortgesetzt, das heißt gewerbsmäßig.“ Wenn eine solche Tätergruppe ermittelt wird, erläutert André Falke, dann werden in der Regel gleich mehrere Straftaten aufgeklärt.

In diesem Jahr haben Metalldiebe bereits enorme Schäden angerichtet. So verschwanden im Januar nach einem Einbruch in eine Firma in Ventschow 400 Meter Kupferkabel im Wert von rund 5000 Euro. Im gleichen Monat wurde in die Lagerräume der Landesforst MV im Forstamt Grevesmühlen mit Sitz in Gostorf eingebrochen. Danach fehlten 250 verzinkte Stahlpfosten und zehn Rollen à 50-Meter-Wildzaun. Ein Schaden von rund 2000 Euro. Der Diebstahl von Bronzegegenständen von einem Firmengelände in Wismar ebenfalls im Januar schlug mit etwa 13 000 Euro zu Buche.

Im Mai entwendeten Diebe ein Rollgerüst aus Aluminium von einer Hühnerfarm in Groß Stieten. Etwa 600 Meter Kupferkabel wurden aus einem leer stehenden Objekt in Wismar-Nord gestohlen. Schaden:

rund 7500 Euro. Ebenfalls im Mai ließen Langfinger 50 Meter Landanschlusskabel von einem Schiff am Wismarer Westhafen mitgehen.

Fette Beute in Höhe von 10 000 Euro machten Buntmetalldiebe im Juni. Sie wurden im ehemaligen, seit Jahren leer stehenden Krankenhaus am Dahlberg fündig. Kupferkabel im Wert von etwa 6000 Euro verschwanden im Juli von einer Baustelle in Selmsdorf.

Für Schlagzeilen sorgte im August der Diebstahl von schmiedeeisernen Toren vom Wismarer Friedhof. Ein Schaden von mehreren Hundert Euro.

Haike Werfel

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