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Minister im Urlaub: Softeis und Schloss

Stellshagen Minister im Urlaub: Softeis und Schloss

Mathias Brodkorb verbringt die Ferien im Gutshaus Stellshagen / Ein Interview mit dem Finanzchef.

Stellshagen aus der Vogelperspektive, das Gutshaus ist inzwischen das Herz des kleinen Ortes im Klützer Winkel.

Quelle: Foto: Ronald Gross

Stellshagen. Kontinuität gibt es in der Politik eher selten. Auch deshalb erholt sich Mecklenburg-Vorpommerns Finanzminister Mathias Brodkorb (SPD) seit vielen Jahren im Gutshaus Stellshagen. Das, so Brodkorb, sei Erholung vom ersten Tag an. Und nicht nur das. Wo es das beste Eis in der Region gibt und was man auf Schloss Bothmer noch verbessern könnte, darüber hat die LN mit dem Finanzminister in seinem Urlaub gesprochen.

 

LN-Bild

Entspannt im Garten des Gutshauses Stellshagen, Finanzminister Mathias Brodkorb setzt auf Kontinuität beim Thema Urlaub.

Quelle: Foto: M. Prochnow

Wie läuft der Urlaub?

Mathias Brodkorb: Gefühlt habe ich noch nie so einen schlechten Sommer erlebt.

Wie darf man das verstehen?

Wir sind jetzt die zweite von drei Wochen hier im Gutshaus Stellshagen. Zum ersten Mal überhaupt habe ich drei Wochen Urlaub. Aber an so viel Regen kann ich mich nicht erinnern.

Wie viel Urlaub hat ein Finanzminister überhaupt?

Es gibt eigentlich keine klare Regelung. Ich halte mich an das, was normale Angestellte im Ministerium an Urlaub bekommen, das sind so um die 30 Tage.

Aber rein statistisch ist der Sommer gar nicht so übel.

Ich glaube den Wetterfröschen wie Stefan Kreibohm nicht unbedingt, die sagen, es sei gar nicht so schlimm. Gefühlt ist das der mieseste Sommer seit vielen Jahren.

Gibt es eigentlich einen Unterschied zwischen dem Bildungsminister, der in Stellshagen Urlaub macht und dem Finanzminister, der sich hier erholt?

Ja, dramatisch.

Der Finanzminister hat mehr Zeit im Urlaub, verstehe ich das richtig?

Ja, das ist so. Das Finanzministerium arbeitet mehr im Hintergrund, wir schaffen die Rahmenbedingungen für andere Projekte. Während das Bildungsministerium an vorderster Front agiert. Das ist auch in der Urlaubszeit nicht anders. Der Bürgerkontakt ist beim Thema Bildung viel intensiver. Als Bildungsminister war es in den vergangenen Jahren so, dass es in den zwei Wochen mehrere Katastrophenmeldungen gab. Das ist als Finanzminister etwas anders.

Und so kommen auch drei Wochen zusammenhängender Urlaub zustande?

Wie gesagt, ich habe es in all den Jahren nie geschafft, meinen Urlaub zu nehmen. Und jetzt gibt es die Möglichkeit und meine Gesundheit braucht diese Pause auch.

Trotz des Wetters, haben Sie sich schon erholt?

Ja, das fängt hier am ersten Tag an.

Das müssen Sie erklären?

Dadurch, dass wir jedes Jahr im selben Hotel und übrigens auch im selben Zimmer sind, setzt der Erholungseffekt mit der Ankunft ein. Da kommt man an, bestellt das große Stück Torte und der Urlaub beginnt.

Und Ihre Frau und Ihre Tochter sind derselben Ansicht?

Ja, meine Frau sieht das genauso. Und unsere Tochter hat ihren Badeteich und ist damit glücklich.

Trotz Dauerregen?

Da sind Kinder glücklicherweise pragmatisch veranlagt. Das ist ihr vollkommen egal.

Ihre Tochter ist jetzt sechs Jahre alt und wird im September eingeschult. Aufgeregt?

Warum?

Wenn die Tochter des Finanzministers zur Schule kommt, ist das schon etwas besonderes, oder nicht?

Nein, sie wird genauso behandelt wie jedes andere Kind, das war schon in der Kita so. Als sie damals zum ersten Mal in die Tagesstätte kam, hat die Erzieherin mich beiseite genommen. Dann hieß

es nur: Ihr Kind bekommt keine Sonderbehandlung, damit das klar ist. Ich musste lachen, und wusste, das ist genau die richtige Erzieherin.

Eine Funktion im Elternrat ist dann aber doch eher unwahrscheinlich?

Ja, das geht nicht. Wir nehmen uns schon mehr zurück als andere Eltern, das ist einfach so.

Kann man sich in Ihrer Funktion überhaupt noch ehrenamtlich betätigen?

Ja, das kann man, aber es gibt natürlich Grenzen. Ich engagiere mich als Mitglied in der SPD, auch wenn das für Sie vielleicht seltsam klingt. Aber es gibt durchaus Vereine, in denen ich mich engagiere. Endstation Rechts ist eine Initiative, die ich unterstütze, der Warnemünder Trachtenverein liegt mir am Herzen, dort tanze ich auch mit.

Aber es gibt natürlich viele Vereine, die möchten, dass man sich beteiligt. Das ist natürlich schwierig, wenn man für die Förderung zuständig ist und gleichzeitig Mitglied wird. Das kann ich nicht machen.

Was liegt an im Urlaub bei Familie Brodkorb?

Wir waren zum Beispiel in der Eisdiele „Island“ in Wohlenberg, die in der OZ-Abstimmung gewonnen hat. Und ich muss ehrlich sagen, dass ist auch wirklich gutes Softeis. Als DDR-Kind liebe ich natürlich Softeis. Wir haben mit der Inhaberin gesprochen und uns erklären lassen, wie ihre Café funktioniert. Alles hochinteressant. Dann stehen noch ein paar Antikläden in der Region auf der Liste, vielleicht finden wir noch ein paar Möbel.

Vor wenigen Tagen waren Sie bei der Eröffnung des Gartentages auf Schloss Bothmer. Trotz des bescheidenen Wetters kamen viele Besucher. Wie haben Sie dort den Auftakt erlebt?

Eine gute Veranstaltung, aber ich glaube, man kann sehr viel mehr daraus machen. Ich habe dort mit dem Klützer Bürgermeister zusammengesessen, wir haben darüber gesprochen, dass wir es schaffen müssen, mehr Klützer in das Schloss und den Park zu locken. Es gibt ein paar Ideen, jetzt suchen wir Vereine, die sich melden, damit wir ein Konzept finden, wie man den Park und das Schloss wieder für die Einheimischen attraktiver machen kann. Das Parkfest früher soll legendär gewesen sein. Und es soll wieder ein Fest für die Stadt werden.

Das Gutshaus

Seit 1996 betreibt Gertrud Cordes (62) in Stellshagen das für seine vegetarische Küche bekannte Bio- und Gesundheitshotel im und ums Gutshaus. Damit ist sie vor 21 Jahren an den Ort zurückgekehrt, in dem ihre Familie schon einmal zu Hause war. Denn das Gutshaus, das Wahrzeichen des Dorfes, hat 1925 ihr Urgroßvater Franz Bach senior errichten lassen. Opa Franz Bach junior war hier als Landwirt tätig und baute 1927 die Landarbeiterhäuser in der Dorfstraße. Auch ihre Mutter Lore ist in Stellshagen groß geworden. Mit Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Familie enteignet.

Sie flüchteten nach Hamburg.

Interview von Michael Prochnow

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