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Nordwestmecklenburg Mit 70 gemütlich durchs Leben
Lokales Nordwestmecklenburg Mit 70 gemütlich durchs Leben
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18:21 23.09.2017
Horst Heckhoff mit seinem gelben Rover im Westhafen. Quelle: Foto: Heiko Hoffmann
Wismar

Der gelbe Rover 14 HP ist ein Hingucker im Wismarer Stadtbild. „Ich mag gemütliche Ausfahrten. 60 bis 70 ist die optimale Geschwindigkeit“, sagt Horst Heckhoff.

Der 70-Jährige genießt den Zuspruch. „Wenn die Leute so ein Auto sehen, tolerieren sie es meistens auch, wenn man langsamer unterwegs ist.“ Wobei, theoretisch schafft das Auto aus dem Jahr 1935 eine Höchstgeschwindigkeit von 125 km/h. Doch dann höre der Spaß allmählich auf.

Bis 1938 wurde der Rover in der Ausführung Saloon gebaut. Der Viertürer mit Volllederausstattung ermöglichte es auch dem Damen der High-Society, in das Auto mit Hut einzusteigen.

„Alle Achtung, wenn wir uns so gut halten“, sagt ein Busfahrer anerkennend, der Touristen durch Wismar fährt. Horst Heckhoff hört das gerne. „Ein Winter Arbeit steckt drin.“

Als er das historische Rover-Modell im Herbst letzten Jahres übernommen hat, war es zwar fahrtüchtig, „aber der Allgemeinzustand war schlecht. Der Motor lief unbefriedigend.“ Einiges hat der gebürtige Mann aus dem Ruhrgebiet verbessert.

„Ein Winter voller Arbeit liegt noch vor mir. Technisch möchte ich den perfekten Zustand, äußerlich soll er sein Alter behalten.“

Der studierte Nachrichtentechniker, der in Stuttgart und München gearbeitet und auf einem Bauernhof in Niederbayern gelebt hat, ist der Liebe wegen vor zehn Jahren nach Wismar gezogen. „Ich war so flexibel“, lacht er.

Wer in der Altstadt wohnt, braucht offenbar auch ein altes Auto. Sein Oldtimer hat es ihm jedenfalls angetan. Zu den Besonderheiten zählt Horst Heckhoff die auf einen Leiterrahmen aufgebaute Karosserie, das anspruchsvolle Fahren ohne Lenkhilfe und ohne Bremshilfe, die Bodenplatte aus Holz, das Karosseriegerüst aus Eschenholz – überzogen mit dem Karosserieblech.

„Der Wagen ist relativ einfach aufgebaut. Und gerade das kommt heute der Pflege eines solchen Oldtimers sehr entgegen“, sagt Heckhoff. Stolz ist er auf die Geräumigkeit und die bequemen Ledersitze.

Eine Klimaanlage von heute war damals ein Fremdwort.

Doch der Wagen ohne Heizung hat auch hier einiges zu bieten: Holzschiebedach, eine zu öffnende Frontscheibe, in jeder Tür eine Fensterkurbel. Heckhoff, der auch Mitglied bei den Eisenbahnfreunden Wismar im Lokschuppen in der Poeler Straße ist, schraubt gerne seit seinem ersten Auto.

Das war eine BMW Isetta. Der Wagen wurde wegen der hinten deutlich engeren Spurweite auch etwas spöttisch Schlaglochsuchgerät genannt.

Fahren würde er gerne mal einen Oldtimer aus Rennpappe. „Beim Trabant möchte ich mal die Schaltung ausprobieren.“ Das lässt sich bestimmt arrangieren.

Heiko Hoffmann

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