Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Nordwestmecklenburg Mit Eselsbrücken und Bildern im Kopf zum Lernerfolg
Lokales Nordwestmecklenburg Mit Eselsbrücken und Bildern im Kopf zum Lernerfolg
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:29 08.12.2015
Anzeige
Grevesmühlen

Ein Bauer geht zum Baden auf einen Berg. Von oben blickt er hinunter auf das Land und sieht einen Saal — so beginnt die Geschichte, mit dessen Hilfe Schüler sich die Namen der 16 deutschen Bundesländer schnell einprägen sollen. „Der Bauer steht für Bayern, das Baden auf dem Berg für Baden-Württemberg und der Saal auf dem Land für das Saarland“, erklärte Gedächtnistrainer Gregor Staub gestern bei seinem Vortrag vor Schülern und Lehrern der Wasserturmschule sowie des Gymnasiums. „Lernen bedeutet, sich etwas vorstellen zu können. Das geht am besten über Geschichten.“

Seit 25 Jahren hilft der 61-Jährige Menschen verschiedener Alters- und Berufsgruppen, ihr Gedächtnis auf Trab zu halten. „Im Schulunterricht wird viel Theorie vermittelt. Wichtiger sind aber konkrete und anschauliche Lernbeispiele. Sonst kommen die Schüler irgendwann nicht mehr mit und verlieren die Lust am Lernen“, erklärte Staub.

Der Schweizer weiß, wovon er spricht. Mit 16 Jahren musste er das Gymnasium verlassen. „Ich hatte Schwierigkeiten beim Lernen und konnte mir Dinge nur schlecht merken“, gestand er den Schülern.

„Später habe ich nach einem Flug stundenlang mein Auto am Flughafen gesucht, bis mir einfiel, dass ich mit der Bahn angereist war.“

Schließlich hat Staub sich intensiver mit Lernmothoden und Gedächtnistraining auseinandergesetzt. „Schon in der Antike, wo die Menschen nichts zum Schreiben hatten, haben sie sich Dinge mithilfe von Eselsbrücken gemerkt und bildlich vorgestellt“, erklärte der Experte, der Techniken gefunden hat, diese alten Methoden lernbar zu gestalten.

Mit seiner altgriechischen „Mnemo-Technik“ sei es beispielsweise möglich, sechsstellige Zahlen in wenigen Sekunden multiplizieren zu können, am Nachmittag 150 Latein-Vokabeln zu lernen oder sogar 20 thailändische Wörter in 15 Minuten zu beherrschen.

Den Schülern der neunten und zehnten Jahrgangsstufe gelang es zudem, sich innerhalb weniger Minuten die Namen der US-Präsidenten merken. „Diese Flipchart neben mir ist aus Eisen“, erklärte Staub.

„Ich haue drauf, also bin ich ein Eisenhauer — Präsident Eisenhower. Dann kommt ein Bayer zu der Tafel, nimmt den Stift, den er noch nie gesehen hat und sagt zu diesem Stift ,Mensch, kenn i di?‘ — Präsident Kennedy.“

Diese Beispiel lasse sich beliebig fortführen. So schleiche eine männliche Katze (Präsident Carter) die Treppe hoch, denn draußen ist es am Regnen — Präsident Reagan.

Nicht nur in der Schule, auch im Alltag können die Tricks helfen, sich Dinge wie Einkaufszettel oder Telefonnummern zu merken.

„Hat man eine Technik verstanden, braucht es sechs Wiederholungen, um das Gelernte in das Langzeitgedächtnis zu holen. Darauf lässt sich immer wieder zurückgreifen“, sagte der Profi.

Katharina Ahlers

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Das Seehotel hatte Bewohner der DRK-Wohnanlage und des betreuten Wohnens in Klütz eingeladen.

07.12.2015

Eine Sanierung der feuchten Wände kann auch kostengünstig funktionieren.

07.12.2015

Im Westen des Nordwestkreises hat sich am vergangenen Wochenende eine Serie von Einbrüchen beziehungsweise Einbruchsversuchen ereignet.

08.12.2015
Anzeige