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Mit Herz fürs Herz

Grevesmühlen Mit Herz fürs Herz

Dr. med. Dirk Killermann hat den 150. Schrittmacher im Grevesmühlener DRK-Krankenhaus verpflanzt.

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Herzspezialist Dr. med. Dirk Killermann und ein Herzmodell sowie der kleine Herzschrittmacher, der größere Defibrillator und die Sonde.

Grevesmühlen. Seinen Stolz kann Dr. med Dirk Killermann nicht ganz verbergen, wenn er über seine Arbeit spricht. Wahrscheinlich möchte er das auch gar nicht. Just in der abgelaufenen Woche hat der 40-jährige Mediziner seinen 150. Herzschrittmacher innerhalb von knapp vier Jahren implantiert. Was in den großen Krankenhäusern der Region als relativ normale Zahl angesehen werden dürfte, ist für das Grevesmühlener DRK-Krankenhaus schon bemerkenswert. „Für die Region ist es etwas Gutes, so heimatnah versorgt zu werden. Früher gehörte das nicht zum Leistungsspektrum dieses Krankenhauses“, sagt der Chefarzt des Bereichs Kardiologie der Abteilung Innere Medizin des DRK-Krankenhauses in der ehemaligen Kreisstadt.

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Herzspezialist Dr. med. Dirk Killermann und ein Herzmodell sowie der kleine Herzschrittmacher, der größere Defibrillator und die Sonde.

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Seit September 2009 ist Killermann in Grevesmühlen tätig. „Eigentlich haben wir nur eine Stufe für die Grund- und Regelversorgung. Aber damit begnügen wir uns nicht“, begründet er seinen Anspruch und die Spezialisierung. Die Patienten danken es. Laut einer Studie der Bertelsmannstiftung liegt die Zufriedenheit der Patienten mit 85 Prozent über dem Bundesdurchschnitt. Dirk Killermann: „Es gibt Patienten, die haben den speziellen Wunsch, hier behandelt zu werden.“ Selbst aus Städten mit größeren Krankenhäusern wie Schwerin oder Wismar kommen Menschen nach Grevesmühlen.

Ein Pluspunkt ist sicherlich die Philosophie des Hauses. „Das Warum ist wichtig. Wir sprechen viel mit den Patienten und geben ihnen Wissen mit. Das ist auch wichtig für die Vertrauensbildung“, sagt Killermann, der seine Ausbildung an der Lübecker Uni-Klinik genoss. Zwischen den großen Krankenhausstandorten Wismar, Schwerin und Lübeck sei es schon eine Herausforderung, als eher kleineres DRK-Krankenhaus zu bestehen. „Wir müssen uns gut positionieren. Aber wir beklagen uns nicht, wir müssen einfach gute Medizin machen“, sagt Dirk Killermann.

Aber wie funktioniert der Einbau eines Herzschrittmachers eigentlich? Der Doktor sagt: „Man braucht ruhige und geschickte Hände.“ Eine Operation am offenen Herzen braucht es dafür nicht. Es gebe zwei Arten von Geräten, zum einen den klassischen Herzschrittmacher, zum anderen den etwas größeren Defibrillator. Die zwei bis drei Zentimeter breite, nierenförmige Batterie wird unterhalb des Schulterblattes eingesetzt. Das Herz selbst wird durch eine Sonde mit der Batterie verbunden. Diese Sonde schiebt Dirk Killermann während der Operation vorsichtig durch die Vene zum Herzen. Dort verhakt sie sich. „Da braucht man Geduld. Mit Glück ist alles zusammen in 30 Minuten zu schaffen, in der Regel dauert das etwa 60 Minuten“, so Dirk Killermann.

Durch knapp eine halbe Millisekunde dauernde, leichte Stromstöße wird das Herz dann auf Trab gehalten. Während der Herzschrittmacher zu langsam schlagende Herzen auf einen normalen Puls bringt, sorgt der Defibrillator auch bei zu schnellem Puls — beispielsweise dem bedrohlichen Kammerflimmern — für eine Regulierung. Unter Dirk Killermanns Messer legen sich zumeist ältere Menschen, aber auch jüngere, die etwa einen angeborenen Herzfehler oder zuvor eine andere Herzoperation hatten, benötigen solche Geräte.

Grund für Herzrhythmusstörungen im Alter sind laut Dr. Killermann neben einer Abnahme der mechanischen Leistung — also eine Art Verschleiß des Herzmuskels — Veränderungen der sogenannten Herz-Reiz-Leitung. Das Gewebe am Herzen verändert sich, die Zellen können anschließend keine elektrischen Impulse mehr an das Herz abgeben. Dadurch schlägt es langsamer. Probleme mit dem Herzmuskel können aber auch das andere Extrem, nämlich ein zu schnell schlagendes Herz, auslösen. Kammerflimmern endet tödlich, wenn nicht sofort geholfen wird.

Doch was kann man tun, um möglichst lange das Herz gesund zu halten? „Wie immer macht die Dosis das Gift“, sagt Dirk Killermann. Zwar könne man sich nicht zu 100 Prozent schützen, schließlich können Herzprobleme auch genetisch veranlagt sein. Doch eine gesunde Ernährung, gepaart mit Sport, sei zu raten. Doch auch zu viel Sport kann gefährlich werden, wie etliche Fälle von Sportlern zeigen, die eines plötzlichen Herztodes starben. „Wir bieten im Haus auch eine Diät- und Ernährungsberatung an“, sagt Dirk Killermann. Die Nachbehandlung sei ebenso wesentlich wie die OP selbst. Zudem arbeite das Krankenhaus eng mit Sebsthilfegruppen zusammen, bietet Vorträge und Patientenfortbildungen an.

Zur Person
Dr. med. Dirk Killermann stammt aus der Region Franken in Bayern. Sein Vater ist Berufskraftfahrer, seine Mutter Hausfrau. Killermann ist eines von drei Kindern. 2001 begann der heute 40-Jährige seine Tätigkeit als Arzt im Praktikum an der Uni-Klinik Lübeck, die er 2008 mit der Facharztprüfung abschloss. Zuvor hatte er sieben Jahre Medizin studiert. Im Mai 2009 kam er als Vertretung nach Grevesmühlen. Im September übernahm er die Leitung der Abteilung Kardiologie der Allgemeinen Inneren Medizin im DRK-Krankenhaus Grevesmühlen. Neben seinem Job engagiert sich Killermann als Gemeindevertreter in der Gemeinde Siebenbäumen südlich von Lübeck und in der Feuerwehr.

Robert Niemeyer

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