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Mit Käse und Hering bei der Grünen Woche

Berlin/Wismar Mit Käse und Hering bei der Grünen Woche

60 Aussteller kommen aus Mecklenburg-Vorpommern / Köcheclub kritisiert Stand.

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Mit dem „Alten Schweden“ – einer Wismarer Käsesorte – und frischem Hering sind sie zur Grünen Woche nach Berlin gefahren: Anke Borchardt, Juliane Bruns (Tourist-Info), Anne-Katrin Werth, Christian Lüth, Eckard Mixdorf und Tobias Rode vom Hanseatischen Köcheclub (von links).

Quelle: Foto: Nicole Hollatz

Berlin/Wismar. „Wir konnten die Hotelzimmer nicht mehr stornieren, sonst wären wir wahrscheinlich zu Hause geblieben“, sagt Anne-Katrin Werth vom Hanseatischen Köcheclub Wismarbucht. Sie spricht von den Tagen auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin.

Die große Leistungsschau der Land- und Ernährungswirtschaft vereint in diesem Jahr 1650 Aussteller aus 66 Ländern – sie findet mit Beteiligung aus Wismar statt, trotz großer Probleme im Vorfeld. Die Mitglieder des Wismarer Köcheclubs stehen in Halle 5.2 an Stand 219.

Genau das sorgte in den vergangenen Wochen für Unmut. Das Landwirtschaftsministerium MV hat den Wismarern einen anderen Standort als in den Vorjahren zugewiesen. „Wir wurden nicht einmal vorher gefragt, das würde sich doch so gehören“, fasst Anne Werth zusammen. Sie ist, so wie viele ihrer Mitköche, sauer über das Vorgehen in Schwerin. „Wir wurden zwangsumgezogen.“ Das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt finanziert die Mecklenburg-Vorpommern-Halle zur Hälfte. Die Kosten, die die Aussteller neben An- und Abreise, Arbeitsausfall und Übernachtung beispielsweise tragen müssen, sind immer noch immens. So hatten im Vorfeld sehr viele der alten Aussteller aus der Region abgesagt, die Messe würde sich für sie so nicht mehr lohnen.

Die ganze Region wird nur noch durch den Stand des Landkreises, durch die Wismarer Fischräucherei Seeperle und den Köcheclub vertreten. Und die waren kurz davor, ebenfalls abzusagen. Von den zehn Mitgliedsunternehmen des Wismarer Köcheclubs, die bei der Grünen Woche aktiv sein werden, hatten sich acht gegen den neuen Standort ausgesprochen. Auf die Mail aus Wismar, man würde gerne den alten, bei den Gästen bekannten Standort behalten, kam keine Reaktion.

Köchin Anne-Katrin Werth hofft nun, dass die Sitzgelegenheiten am neuen Standort ausreichen. Und auf positive Synergieeffekte: „Dort ist gleich der Stand der Störtebeker-Brauerei, Fisch und Bier passen doch zusammen.“ Die Köche werden mit Argusaugen auf den Umsatz schauen, ob der neue Standort passt und die Fans den neuen Standort finden. „Wir locken sie mit unserem Geruch von frisch gebratenem Hering“, sagt Anne-Katrin Werth und weiß, dass der sich in diesem Jahr mit dem intensiven Käsegeruch des „Alten Schweden“ der Wismarer Ostseemolkerei Rücker vermischen wird. Neben 400 Kilogramm Hering nehmen die Köche ein paar Laibe Käse mit, um mit kleinen Probierhäppchen für das Produkt zu werben. Mehr noch aber für die 15. Wismarer Heringstage vom 18. März bis zum 2. April.

Dort wird neben dem klassischen Hering mit Bratkartoffeln auch ein Hering „Alter Schwede“ serviert, mit einer Käse-Kartoffel. Juliane Bruns von der Wismarer Touristeninformation weiß, dass manch ein Berliner die Einladung zum Heringsessen nach Wismar gerne annimmt und zu der sonst touristenschwachen Zeit der Hansestadt einen Besuch abstattet. Dazu locken zahlreiche Flyer und Wismarbroschüren, die zum Hering gereicht werden.

Bis zum 29. Januar geöffnet

Die Grüne Woche vereint als Leistungsschau der Land- und Ernährungswirtschaft 1650 Aussteller aus 66 Ländern, aus Mecklenburg-Vorpommern sind circa 60 Aussteller dabei.

Auf den 118000 Quadratmetern Messefläche in den 26 Hallen des ExpoCenters zu den Füßen des Berliner Funkturms werden bis zum 29. Januar gut 400000 Fach- und Privatbesucher erwartet.

Die Öffnungszeiten sind täglich von 10 bis 18 Uhr, Freitag (27. Januar) hat die Messe bis 20 Uhr offen.

Der Eintritt kostet 14 Euro (Tageskarte Erwachsene), Familien zahlen 29 Euro (2 Erwachsene und bis zu drei Kinder), das „Happy Hour Ticket“ für werktags ab 14 Uhr kostet 10 Euro.

Das zahlen auch Schüler und Studenten für die Tageskarte ermäßigt, Kinder bis sechs Jahren haben freien Eintritt.

Nicole Hollatz

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