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Nordwestmecklenburg Mit Lilli und Willi Wismar erkunden
Lokales Nordwestmecklenburg Mit Lilli und Willi Wismar erkunden
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23:10 02.10.2017
„Stadtgeschichte für wissbegierige Kinder“ heißt das Heft, das nun wegen der großen Nachfrage in zweiter Auflage gedruckt wird. Quelle: Fotos: Nicole Buchmann
Wismar

Lilli und Willi toben in einem Lotsenschoner am Hafen, sie blicken neugierig auf Wismars Stadtmauer und grübeln nach über die Unterschiede in den zwei Stadtsiegeln der Hansestadt. Das alles lange nur in Buntstift auf Pergamentpapier. Inzwischen aber ist das erste Heftchen zur Wismarer Stadtgeschichte für Kinder nicht nur längst erschienen – Lilli und Willi auf ihrer Entdeckungstour durch die Hansestadt ist nach nur zwei Wochen in tausendfacher Auflage bereits vergriffen.

Geschichtsbuch für Kinder beliebt / Zweite Auflage geplant.

Babett Alsleben hat sich Lilli und Willi ausgedacht. Aus der Not. Als ihre Tochter vor acht Jahren sagte: „Mama, ich soll was über Wismar herausfinden.“ Im Heimatkundeunterricht in der vierten Klasse. Also zog Babett Alsleben los mit der Tochter – in die Bibliothek, ins Stadtgeschichtliche Museum, ins Stadtarchiv. Was die beiden fanden, war umfangreich, klein gedruckt und Lektüre für Erwachsene.

„Wismars Geschichte für Kinder? Nee – aber das müsste mal jemand machen, das wäre schön.“ Das war die Antwort die Babett Alsleben überall entgegenschlug. „Dann muss ich das wohl machen“, entschied die heute 51-Jährige und begann mit der Recherche. Bücherweise sammelte sie Wissen über Schenkungsurkunden, Hanse, über einen kleinen Bach, dem die Stadt wohl ihren Namen zu verdanken hat, oder schwedische Besatzer. Wenig Text und große Schrift – das ist von Beginn an klar. Dann sucht Babett Alsleben nach der richtigen Sprache. „Ich wollte das alles so aufschreiben, dass es jedes Kind versteht.“ Sie erstellt Malvorlagen, denkt sich Rätsel aus für das Heftchen.

Ein Jahr lang sitzt sie an ihrem Schreibtisch am Computer, entwirft, verwirft, arbeitet nach – abends, wenn ihre drei Kinder im Bett sind. Die Aufgabe aus dem Heimatkundeunterricht ist da längst gelöst – auch ohne Lilli und Willi. Aber die Grafikdesignerin lässt die Idee nicht mehr los. Als das Heftchen dann fertig ist, bleibt es lange in der Schublade. Lilli und Willi wandern nun durchs Internet, sind auf der städtischen Webseite zu finden – ebenso wie zahlreiche Sagen, die sich um Wismar ranken.

Mit einem Wechsel auf der Chefetage an ihrem Arbeitsplatz in der Stadtverwaltung kehren Lilli und Willi zurück aufs Papier. Inzwischen ist eine Menge geschehen, und Babett Alsleben lässt Lilli und Willi hinaufsausen auf die Aussichtsplattform von St. Georgen oder das Welt-Erbe-Haus entdecken. Die zweite Auflage ist nun in Arbeit. Der syrische Praktikant Ahmad Homzi hat sie ins Arabische übersetzt.

 Nicole Buchmann

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