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Nordwestmecklenburg Mit einem Lehrwerk Kinder an die Musik heranführen
Lokales Nordwestmecklenburg Mit einem Lehrwerk Kinder an die Musik heranführen
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21:06 29.09.2016
Sorgen für viele Veranstaltungen im Jahr: (v. l.) Kreismusikschulleiter Hartwig Kessler, sein Stellvertreter Hidehisa Edane, die Haushaltssachbearbeiterin und Sekretärin Stefanie Speer und die Gründerin der Einrichtung, Heidrun Bank. Quelle: Jana Franke

„Bei Kindern sind künstlerische Betätigungen – also Musikmachen, Tanzen, Malen Schauspielern, (...) – ganz entscheidend zur Entfaltung einer besseren Lebenskultur.“ Als hätte sich das Land Mecklenburg-Vorpommern den amerikanischen Violinisten Sir Yehudi Menuhin († 1999) zum Vorbild genommen, setzt es ein Projekt um, das sein Zitat noch einmal unterstreicht: Es gibt ein Lehrwerk heraus, das noch in diesem Jahr Kindergärten kostenfrei zur Verfügung gestellt werden soll. Mitwirkende sind unter anderem Schüler und Lehrer der Kreismusikschule „Carl Orff“ in Grevesmühlen.

„Im Prinzip geht es darum, zu erklären, wie Kinder an die Musik herangeführt werden können“, erläutert Kreismusikschulleiter Hartwig Kessler. Mit knapp 60000 Euro förderte das Land das vom Bildungs- und Sozialministerium in Auftrag gegebene Projekt, an dem sich neben der Musikschule in Grevesmühlen auch Musikschulen in Rostock, Parchim und Ueckermünde beteiligten. Ergebnis sind die Broschüre „Musik im Kindergartenalltag“ und eine von Musikschülern instrumental und gesanglich gestaltete CD. Die Erzieherinnen der Evangelischen integrativen Kindertagesstätte Peermoor in Herrnburg durfte das Werk bereits testen. „Ziel war es, den Erzieherinnen nahezubringen, wie sie Musik in den Kindergartenalltag einbinden können“, erläutert Silke Schülke, Lehrkraft an der Kreismusikschule.

So werden die Mädchen und Jungen nach dem Mittagsschlaf so richtig wach, wenn es ein lustiges Lied mit Bewegung gibt. Wird ein Kind beim Bohren in der Nase erwischt, wird auch das musikalisch und lustig verpackt – um nur einige Beispiele zu nennen.

25 Jahre besteht die Kreismusikschule „Carl Orff“ in diesem Jahr. „Sie ist eine feste kulturelle Größe im Landkreis“, freut sich Hartwig Kessler. Zahlreiche Auftritte gibt es über das Jahr hinweg.

2015 waren es 259 mit mehr als 4500 Mitwirkenden und 28000 Besuchern. Und: Der Einrichtung ist vom Bildungsministerium erneut für weitere fünf Jahre der Titel „Staatlich anerkannte Musikschule“

verliehen worden. Nicht zuletzt auch, weil sich die Unterrichtsformen bewähren, die Zusammenarbeit mit Ganztagsschulen und Kindertagesstätten ausgebaut wurde und die Nachwuchs- und studienvorbereitende Ausbildung einen großen Stellenwert hat. Viele ehemalige Schüler haben mittlerweile den musikalischen Berufsweg eingeschlagen. Da ist zum Beispiel Schlagzeuger Leon Saleh, der im sechsten Semester studiert und sogar schon mit der Big Band des NDR aufspielen durfte. Oder Henning Schiewer am E- und Kontrabass und Saxophonist Mikko Krebs, die Musikpädagogen werden wollen, und dafür die Schulbank drücken. Begabte Musikschüler, die noch zur Schule gehen, bekommen neben ihrem Unterricht an der Kreismusikschule hochqualifizierten Unterricht an der Young Academy Rostock. Dazu gehört der 14-jährige Saxofonist Emil Pril aus Grevesmühlen, der viermal im Semester zusätzlichen Unterricht in Rostock erhält.

Momentan sind 972 Schüler an der Kreismusikschule, 50 Neuaufnahmen sind noch nicht bearbeitet, so die Gründerin der Einrichtung, Heidrun Bank. Freie Kapazitäten gibt es in den Bereichen Instrumentenkarussell, Streich-, Holz-, Tasten-, Blech- und Zupfinstrumente sowie Gesang. Gelernt werden kann an 28 Unterrichtsorten, beschäftigt sind 16 hauptamtliche Lehrkräfte und 30 freie Mitarbeiter. Ein Drittel von ihnen stammt übrigens aus dem Ausland: Russland, Ukraine, Kasachstan, Armenien, Weißrussland, Japan.

Ensembles zählt die Musikschule 14, das jüngste gibt es erst seit ein paar Wochen: „Blechhaufen“ – eine Gruppe von 13 Sieben- und Achtjährigen, die im Schönberger Raum auf Blasinstrumenten musizieren. Weiter verfolgt wird auch das Projekt „Durch Musik mittendrin“, in dem Mädchen und Jungen mit Behinderungen an der Mosaikschule in Grevesmühlen die Möglichkeit erhalten, sich am Schlagzeug, Keyboard oder im Gesang auszuprobieren.

Kleine große Meister

Die Kreismusikschule „Carl Orff“ richtet am Sonnabend, 8. Oktober, ihren musikschulinternen Wettbewerb „Kleine Große Meister“ im Foyer des Gymnasiums „Am Tannenberg“ in Grevesmühlen aus. 20 Musikschüler aus den Fachbereichen Streichinstrumente, Blasinstrumente, Klavier und Gesang stellen sich von 10 bis 14.30 Uhr im Foyer des Gymnasiums „Am Tannenberg“ mit einem Wettbewerbsprogramm einer Jury vor. Um 16 Uhr gibt es ein Abschlusskonzert, Zuschauer sind herzlich willkommen.

 Jana Franke

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