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Nordwestmecklenburg Mit sprechenden Plakaten von sich reden machen
Lokales Nordwestmecklenburg Mit sprechenden Plakaten von sich reden machen
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21:17 21.06.2017
Wismar/Klütz

Mit einer Plakatkampagne sorgt die Kreishandwerkerschaft Wismar-Nordwestmecklenburg für Aufmerksamkeit. Auf Plakaten und Aufstellern klebt ein sogenannter QR-Code. Smartphone- Nutzer scannen diesen ab, auf dem Bildschirm erscheint der passende Mund zum Bild samt Inhalt. Beispiel: „Mein Name ist Madita Molitor. Ich bin 20 Jahre alt und lebe in Wismar.

Die Kreishandwerkerschaft Wismar-Nordwest- mecklenburg geht neue Wege für Unternehmer, Azubis und Kunden.

Mein Traumberuf ist Maskenbildnerin und ab diesem Jahr lerne ich im Salon Fristyler Friseur.“

Antje Lange, Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft, ist begeistert: „Menschen jeder Generation machen mit. Das finde ich so toll an der Aktion.“ Zwölf Innungen mit rund 350 Mitgliedsbetrieben und einigen Tausend Beschäftigten zählt die Handwerkerschaft. Jährlich werden etwa 250 Azubis gesucht.

Dirk Biedermann von Optiker Biedermann in Wismar und Warin war auf der Suche nach einem Azubi. Ein „sprechender Aufsteller“ mit dem Chef erzählt in wenigen Worten von der Suche. „Die Idee ist richtig gut. Man gewinnt Aufmerksamkeit.“ Dass der Azubi letztlich durch die Agentur für Arbeit gewonnen wurde, sei egal. Die Kampagne sei ein Baustein, ein „gutes Angebot der Kreishandwerkerschaft“, sagt Biedermann.

Vater der Kampagne ist Tobias Böse, zuständig für die passgenaue Besetzung von Lehrstellen für kleine mittlere Unternehmen. „Wir sprechen Azubis, Unternehmer und Kunden an. Das kommt an, gerade weil wir die Inhalte wechseln können“, so Böse.

Im Autocenter in Klütz steht mannshoch KfZ-Meister Maik Rieckhoff. Von den Chefs Frank und Mandy Sadler gibt es Plakate mit ihren schwarz-weiß-Porträts, die alle die Wismarer Fotografenmeisterin Manuela Pagels erstellt. Die Clips für den QR-Code müssen noch gesprochen werden. Geschäftsführer Frank Sadler findet die Idee sehr gut: „Das ist total genial.“ Ob Reifenwechsel im Frühling, Reifen einlagern im Winter oder die Suche nach Azubis – es gebe viele Möglichkeiten, die Plakate und Aufsteller zu nutzen und neue Zielgruppen anzusprechen.

Für Tobias Böse ist wichtig, dass die Inhalte gewechselt werden. „Dann bleiben die Plakate interessant, sonst werden sie irgendwann nicht mehr wahrgenommen.“ Böse selbst spricht auch: in Bussen, in der Berufsschule, im Jobcenter, in der Agentur für Arbeit. Teil eins der Kampagne war für die Suche nach Praktikum, Ausbildung oder Job. In Teil zwei „Komm wie Du bist“ sagt er den Smartphone-Nutzern: „Hi, komm wie Du bist und bewirb dich per WhatsApp mit einem Selfie und drei kurzen Sätzen. Wir helfen Dir, ein Praktikum oder Ausbildungsplatz zu finden. Wir seh’n uns.“ Damit, so Böse, wollen wir Jugendliche einfach und direkt ansprechen. Sie können mit mir umkompliziert in Verbindung treten.“ Die ersten Erfolge sind vorhanden. Rund 100 Kontakte gab es in wenigen Wochen, bei 35 bis 40 Jugendlichen geht es konkret um ein Praktikum oder um eine Ausbildung. Diese vermittelt Böse.

Die Kampagne ist so gut angelaufen, dass sie auch bei der Kreishandwerkerschaft Müritz-Demmin läuft. Auch dort machen Unternehmen mit. Vor der Handwerkskammer Aachen wurde die Kampagne ebenfalls vorgestellt, letzte Woche auch auf der Jahrestagung der Willkommenslotsen des Bundeswirtschaftsministeriums.

Heiko Hoffmann

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