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Nordwestmecklenburg Mit und ohne Behinderung in einem Boot
Lokales Nordwestmecklenburg Mit und ohne Behinderung in einem Boot
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18:23 06.07.2013

Bei einem Theaterprojekt sollen Jugendliche und Menschen mit Behinderungen gemeinsam erleben, wie sehr Kunst verbinden kann. Eine Begegnung mit dem „Anderssein“ — dem eigenen und dem des Gegenübers — auf und hinter der Bühne.

Menschen in großen Kugeln, die sich in der Gemeinschaft in einen Kopffüßler und einen verstärkenden Chor verwandeln — was Künstler und Maskenbauer Lars Maué vorhat, hört sich spannend an.

Er will Theater machen mit zwei ganz besonderen Menschengruppen. Einmal mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen, dann mit den Menschen vom Verein „Das Boot“. Der Verein zur Förderung seelischer Gesundheit und Integration ist zusammen mit der Kreisvolkshochschule und ihren neuen Angeboten speziell für junge Erwachsene Projektpartner. Lars Maué bringt beide Partner zusammen und auf die Bühne.

„Antigone sucht ihr Lachen“ heißt das Stück, angelehnt an das bekannte Drama von Sophokles. Morde, Selbstmorde, Hass, Gewalt — das Thema ist mit Bedacht gewählt. Es soll kein Drama entstehen, trotz der Vorlage, sondern eine Groteske, die lachen lässt über das, was eigentlich todtraurig ist.

Das klassische Drama mit seinem heilenden Effekt zum Erkennen des eigenen Ichs, der eigenen Bedeutung. Der Weg, der zum Ziel wird, macht Lars Maué deutlich. „Das verbindende Element zwischen beiden Gruppen ist der innere und äußere Widerstand gegen eine herrschende Instanz“, so Maué. Die 14- bis 24-Jährigen in der Phase der Selbstfindung, die oft mit solch einem Kampf auf dem Weg zum eigenen Ich verbunden ist. Andererseits die Menschen mit psychischen Erkrankungen mit dem eigenen inneren Kampf. Dazwischen die Antigone als „Rebellin, als weiblicher Che Guevara“.

„Beim Theaterspielen kann man sich selbst besser kennenlernen, kann Zusammenhalt und Vertrauen erfahren“, so Friederike Wegner von der Tagesstätte des Vereins „Das Boot“ als Betreuerin des Projekts.

Zwei Arbeitsgruppen sollen entstehen, in denen jeder Teilnehmer nach seinen Wünschen und Fähigkeiten eingesetzt werden kann. In der AG Bau entstehen die Kostüme und Masken, die das Bühnenbild ergeben, während die Spielgruppe die Idee mit Leben erfüllt. Auf der Bühne treffen beide Gruppen aufeinander. Im Herbst sollen die Proben beginnen, jetzt werden Teilnehmer gesucht. Ziel ist es, das Stück bis Sommer kommenden Jahres auf die Beine zu stellen, dann soll es im Hof des Vereins „Das Boot“, aber auch beim Straßentheaterfestival „BoulevART“ aufgeführt werden.

Anmeldungen und weitere Infos über die Kreisvolkshochschule, Badstaven 20, Telefon 0 38 41/3 26 70.

nh

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