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Nordwestmecklenburg Modellgewächshaus für Raps gestaltet und verschenkt
Lokales Nordwestmecklenburg Modellgewächshaus für Raps gestaltet und verschenkt
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20:51 30.10.2013
Fachsimpeln am Modellgewächshaus: Modellbauer Mathias Roggentin, der Poeler Pflanzenzucht-Unternehmer Dietmar Brauer und Falko Hohensee, Direktor des Kreisagrarmuseums (von links), nehmen das gute Stück genau in Augenschein. Fotos (2): Haike Werfel
Dorf Mecklenburg

Ein Modellgewächshaus ist im Kreisagrarmuseum zu bestaunen. Die Besucher können daran die Arbeitsgänge in der Rapszüchtung nachvollziehen. Das Modell entspricht einem originalen Gewächshaus, wie es auf dem Betriebsgelände der Norddeutschen Pflanzenzucht „HansGeorg Lembke“ KG (NPZ) in Malchow auf Poel steht.

Deren geschäftsführender Gesellschafter Dietmar Brauer hat dieses einmalige Sammlungsobjekt dem Museum jetzt offiziell geschenkt. Es komplettiert den Ausstellungsbereich „Die Wiege der mecklenburgischen Pflanzenzüchtung auf Poel“, den Brauer im Jahr 2001 neu gestalten ließ. „Das war damals unser erstes Kultursponsoring“, berichtete Museumsdirektor Falko Hohensee.

Vor etwa einem Jahr hat seine Einrichtung ein leeres Gewächshausmodell von den Eheleuten Brauer erhalten. Ihr Unternehmen bekam es 2008 zum Richtfest für ein neues Saatzuchtgebäude vom Architekten geschenkt. Irgendwann stand es im Wege, erzählten sie. „Da schlug meine Frau vor, es dem Kreisagrarmuseum zu überlassen. Sie hat immer die besten Ideen, denn hier ist es gut aufgehoben.“

Mit Unterstützung der NPZ hat der Hobbymodellbauer Mathias Roggentin das Architektenmodell ausgerüstet und bestückt. „Es hat mit 1:50 einen nicht üblichen Maßstab. Ich musste alles selbst bauen“, meinte der 47-Jährige, der Mitglied im Museumsförderverein ist. Die Wintermonate hat er damit zugebracht.

„Das Ergebnis ist fantastisch“, zeigten sich Sabine und Dietmar Brauer beeindruckt. „So sieht es wirklich bei uns aus.“ Das 75 mal zwölf Meter große Originalgewächshaus hat eine Stahlständerkonstruktion, enthält vier Kabinen sowie einen Arbeits- und Technikraum. Es wurde speziell für die Rapszüchtung bei der NPZ projektiert, deshalb beträgt die Firsthöhe 7,40 Meter. So können die langen Rapspflanzen auf einer Tischarbeitshöhe stehen, ohne in die Lampen zu wachsen. Das Dach besteht aus Stegdoppelplatten, die einen hohen Dämmfaktor besitzen und das Sonnenlicht fast unverändert einfallen lassen. Jede Kabine des Gewächshauses ist einzeln heiz- und kühlbar und kann belüftet und schattiert werden. Die Pflanzenzüchter bestimmen für jede Kabine einen Soll-Wetterwert.

In ständiger Relation zum Ist-Wetter laufen diese Vorgänge computergesteuert ab. Lediglich gießen müssen die Mitarbeiter die Pflanzen per Hand.

Die Eheleute Brauer bedankten sich beim Modellbauer mit einem Korb voller Poeler Produkte. Auch für das Museum hatte Dietmar Brauer ein weiteres Geschenk parat. Der 50-Jährige spendete seine „Prämie“, die er zum Pflanzenzüchterpreis des Landes kürzlich auf der MeLa verliehen bekam. Den Betrag hat er aufgestockt und überreichte 2450 Euro an den Förderverein des Museums. Es will von dem Geld das Windrad wiederaufbauen. Die benötigte Technik dafür ist laut Falko Hohensee nicht aus dem laufenden Haushalt zu finanzieren. Vereinsvorsitzende Edeltraud Rusch überraschte Dietmar Brauer im Gegenzug mit der Ehrenmitgliedschaft. Sein Unternehmen ist Gründungsmitglied des Vereins. Auch Gerhard Rappen, stellvertretender Landrat, dankte Dietmar Brauer im Namen des Landkreises als Träger des Agrarmuseums für sein Engagement.

Das Museum ist ein Kleinod, auf das wir stolz sein können.“Dietmar Brauer, Unternehmer

Haike Werfel

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