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Nordwestmecklenburg Molkerei gehört zu Klütz
Lokales Nordwestmecklenburg Molkerei gehört zu Klütz
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11:15 10.10.2018
"Alte Molkerei" in Klütz: Wollen zur Gemeinschaft zusammenwachsen: Viola Peters (v.l.) Stephan Peters, Nadine Kornfeld, Wolfgang Buescher, Hacki Löffler und Michael Bruno. Quelle: Annett Meinke
Klütz

Vor rund eineinhalb Jahren begann ein Veränderungsprozess in der „Alten Molkerei“ in Klütz. Gewerbetreibende haben den Gebäudekomplex verlassen, manche Geschäftskonzepte gingen nicht auf. Die „Klützer Brennerei“ wird sich nach dem Geschäftsführerwechsel vielleicht jetzt sogar komplett neu erfinden müssen. Das „Café Miluh“ schloss kürzlich, weil es sich einerseits nicht trägt – und weil andererseits Betreiberin Viola Peters sich in erster Linie für das Kochen und Backen interessiert und weniger dafür, ein Café zu führen. Die Galerie „Kein Käse“ verlässt die Molkerei, das Tanzstudio von Ana Sojor ebenfalls.

Das, was für manche nun ganz stark nach Auflösung klingt, ist auch eine immense Chance für die „Alte Molkerei“ zu dem zu werden, was sie für Außenstehende schon immer schien – eine Gemeinschaft. Eine, die das in jedem Fall so sieht und daran glaubt, dass es gelingt, ist Architektin Cindy Kruske. Kruske betreibt in Boltenhagen gemeinsam mit ihrem Partner Christian Meißner das Architektenbüro „Freiort“. Die gebürtige Stralsunderin, die in Wismar studiert hat, eine Weile mit Mann und Tochter in Portugal war und seit fünf Jahren im Ostseebad lebt, hat im Jahr 2017 die Fassade der „Alten Molkerei“ mit „ein wenig Fördergeld für Städtebau“ saniert.

Molkerei braucht ein Gesamtkonzept

Kruske verspürt eine besondere Passion für historische Bauten, die eine Herausforderung darstellen. Sie hat sich in die „Alte Molkerei“ verliebt, die für sie „als Ort für Gewerbetreibende, Künstler und Handwerker längst und unumstößlich zur Schlossstadt Klütz gehört“. Sie mag zudem diejenigen der Gewerbetreibenden dort, die sich entschlossen haben, – trotz aller Schwierigkeiten –, zu bleiben, um nun endlich wirklich zusammenzuwachsen. „Es verhält sich mit den Gewerken und dem Gewerbe in der ’Alten Molkerei’“, sagt sie, „ähnlich wie mit dem Gebäudekomplex selbst. Es braucht ein solides Gesamtkonzept, das man Schritt für Schritt, planvoll umsetzt. Dabei geht man zunächst von dem aus, was bereits da ist.“

Das hat auch Gebäudeeigentümer Wolfgang Buescher längst verstanden, der die „Alte Molkerei“ im Jahr 2006 erwarb. Der gebürtige Leipziger, der als 13-Jähriger mit seinen Eltern aus der DDR ausreiste, lange in einem Hamburger Vorort lebte, später auch in Berlin, zog erst vor eineinhalb Jahren ganz nach Klütz.

Gemeinsam mit Stephan Peters, der die Veranstaltungen in der Molkerei organisiert – Theater-, Kabarett-, Kino- und Live-Musikabende –, mit Martina Peters, die die Galerie „Das Spinnrad“ betreibt, ihrer gemeinsamen Tochter Viola Peters, die anstatt eines Cafés gern eine „Produktionsküche“ gründen möchte, um dort regionale Produkte zum Verkauf herzustellen, mit Michael Bruno, der in der Brennerei gearbeitet hat, Hacki Löffler, der ebenfalls in der Brennerei tätig war, Nadine Kornfeld, die bisher im Café mitgearbeitet hat und Catrin Freuschle, die seit 2018 die „Produzentengalerie“ in der Molkerei betreibt, arbeitet Buescher an dem von der Architektin Kruske angemahntem Gesamtkonzept.

Richtungsänderung bereits spürbar

Die Phase des Nachdenkens ist noch nicht abgeschlossen, sagt Buescher, es geht auch darum, ob man einen Verein oder eine Genossenschaft oder sogar eine GmbH gründet, die die Molkerei betreibt. Es geht vor allen Dingen darum, dass Gemeinschaft mit Strukturen entsteht. „In diese Richtung bewegen wir uns bereits seit Ende 2017“, sagt Buescher. „Wir haben im vergangenen Jahr erstmals gemeinsam als „Alte Molkerei“ zum Advent eingeladen, in diesem Jahr unter anderem einen Tag der offenen Tür veranstaltet, auf dem unsere Architektin die bereits formulierten konzeptionellen Gedanken vorgestellt hat. Auch bei Kunst offen waren wir mit dabei und bei der Vierten Kultournacht in Klütz.“ Die Resonanz und die Besucherzahlen waren ermutigend, sagt Viola Peters. „Ein Hinweis, dass wir uns in die richtige Richtung bewegen.“

Demnächst wird Martina Peters mit ihrer Galerie „Das Spinnrad“ in die Räumlichkeiten von ehemals „Kein Käse“ umziehen. Die Neueröffnung wird zum 1. Advent gefeiert, verrät ihr Mann Stephan Peters.

Annett Meinke

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