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Müllgebühren im Landkreis sollen steigen

Grevesmühlen Müllgebühren im Landkreis sollen steigen

Finanzausschuss des Kreistages segnete Beschlussvorlage zu neuen Abfallgebühren ab / Sie sollen ab dem 1. Januar 2017 gelten.

Grevesmühlen. Die gute Nachricht vorneweg – sollte der Kreistag am 22. September dafür stimmen, die Müllgebühren im Landkreis ab dem 1. Januar 2017 zu erhöhen, wird es für viele Haushalte nicht wesentlich teurer werden.

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Finanzausschuss des Kreistages segnete Beschlussvorlage zu neuen Abfallgebühren ab / Sie sollen ab dem 1. Januar 2017 gelten.

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Die Preise für die Entleerungen der 60-Liter- und 120-Liter-Abfallbehälter sollen nicht steigen. Sie würden weiterhin bei 3,12 Euro und 4,44 Euro pro Entleerung liegen. „Auch die Mindestmenge an Müll, der abgefahren werden muss, soll sich nicht ändern. Wer seinen Müll gut trennt und wenig Restmüll produziert, profitiert nach wie vor“, erklärte Norbert Frenz, Leiter des kreiseigenen Abfallwirtschaftsbetriebes, dem Finanzausschuss – der sich vorgestern als erster Kreistagsausschuss mit der Beschlussvorlage beschäftigte.

Wer einen 240-Liter-Abfallbehälter besitzt, würde ab dem 1. Januar 12 Cent mehr pro Entleerung zahlen (jetzt 6,48 Euro, nach Erhöhung 6,60 Euro). Für einen 660-Liter-Abfallbehälter sollen 21 Euro statt wie bisher 20,76 Euro fällig werden. Für einen großen 1100-Liter-Abfallbehälter – wie er zum Beispiel in Wohnsiedlungen steht – würden 30,36 Euro anstatt wie bisher 30 Euro fällig.

Etwas deutlicher soll die Grundgebühr steigen – die sogenannte Abfallverwertungsgebühr. Sie wird zur Finanzierung der Entsorgung von Sperrmüll, Elektroschrott und Schadstoffen herangezogen. Für einen 60-Liter-Behälter würden monatlich 1,32 Euro statt bisher 0,72 Euro fällig. Für den 120-Liter-Behälter sollen pro Monat 3 Euro statt wie bisher 1,56 Euro bezahlt werden. Und für den 240-Liter-Behälter würden monatlich 6,96 Euro fällig – 3 Euro mehr als zuvor. Für die 1100-Liter-Behälter schlügen 38,40 Euro zu Buche – bisher 30 Euro.

„Müllgebühren werden auch nach der Erhöhung immer noch subventioniert. Das ist auch gut so“, äußerte der Leiter des Abfallwirtschaftsbetriebes gegenüber dem Finanzausschuss des Landkreises. Denn, so Frenz weiter, würde man all die Unruhe, die derzeit auf dem Abfallwirtschaftsmarkt herrscht, direkt an die Kunden weitergeben, wäre das nicht zumutbar. Das Unternehmen Gollan, das den Sperrmüll im Landkreis abfährt, hat zum 30. Juli dieses Jahres den Vertrag gekündigt. Musste der Abfallbetrieb zuvor 50 Euro pro Tonne Sperrmüll berappen, sind nun 101 Euro pro Tonne fällig. „Eine Kostenerhöhung von über 100 Prozent“, so Frenz. Auch das Unternehmen Alba, das die Schadstoffe abfährt, hat seinen Vertrag mit dem Landkreis vorzeitig gekündigt. Auch hier kommen höhere Kosten auf den Landkreis zu.

„Die Kostendeckung für Sperrmüll“, so Frenz, „liegt damit bei lediglich 52,53 Prozent.“ Das Defizit, das durch die Erhöhung der Gebühren durch Müllabnehmerbetriebe bereits in diesem Jahr entsteht, kann der Kreis-Abfallbetrieb durch eine Rücklage von 2,5 Millionen Euro auffangen. „Sie wurde im Jahr 2001 für genau solche Fälle gebildet“, erklärte Frenz auf Nachfrage des Ausschussvorsitzenden Roland Anderko (CDU).

Mit dem Geld aus dieser Rücklage sollen auch die Defizite der Jahre 2017 bis 2019 ausgeglichen werden. Sie werden sich trotz höherer Müllgebühren noch auf insgesamt Minus 97 253 Euro für den gesamten Drei-Jahres-Zeitraum belaufen. Die Rücklage reiche außerdem aus, so Frenz, um zu erwartende Vertragsveränderungen mit der Ihlenberger Abfallentsorgungsgesellschaft (IAG) in Selmsdorf, die ebenfalls anstehen, aufzufangen.

Der Chef des Abfallwirtschaftsbetriebes warb für das Konzept, nur bestimmte Positionen zu erhöhen und sonst preisgünstig zu bleiben: „Das ist auch eine umweltpolitisch kluge Entscheidung. Es möchte doch niemand, dass sich die illegale Müllentsorgung im Landkreis wieder erhöht.“ Der Beschlussvorschlag passierte den Finanzausschuss.

Kreistag

Noch sind höhere Müllgebühren nicht beschlossen. Derzeit geht es in den Ausschüssen des Kreistages darum, sich zur Beschlussvorlage – zum Ansinnen an sich – abzustimmen. Gestern beriet der Ausschuss für Landwirtschaft und Umwelt dazu, am 19. September der Kreisausschuss. Es ist jedoch wahrscheinlich, dass der Beschluss den Kreistag am 22. September passiert.

Annett Meinke

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