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Musik im Doppelpack: Alles begann mit der Blockflöte

Grevesmühlen/Wahrstorf Musik im Doppelpack: Alles begann mit der Blockflöte

Richard und Paul Engel spielen im Blasorchester der Kreismusikschule.

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Paul (l.) und Richard Engel mit ihren Instrumenten. Die Zwillinge aus Wahrstorf machen seit dem Kindergarten Musik.

Quelle: Foto: Jana Franke

Grevesmühlen/Wahrstorf. Sie haben oft ein und denselben Gedanken, sprechen ihn sogar oft zeitgleich aus. Auch geschmacklich – ob das jetzt Musik, Farben, Hobbys oder Freunde betrifft – liegen keine Welten zwischen Paul und Richard Engel. Die 17-Jährigen sind Zwillinge, die sprichwörtlich aus dem gleichen Holz geschnitzt sind. Bis auf ein paar wenige Unterschiede ähneln sie sich wie ein Ei dem anderen. Paul ist es, der einen kleinen Leberfleck links über der Lippe hat, einen größeren rechts. Auch die Form der Augen und die Haare sind bei genauerem Betrachten nicht identisch. Und dann sind da noch die Instrumente, die sich unterscheiden. Richard spielt Querflöte, Paul Klarinette, beide im Blasorchester der Kreismusikschule „Carl Orff“, das heute um 15

LN-Bild

Richard und Paul Engel spielen im Blasorchester der Kreismusikschule.

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Uhr zum 25-jährigen Jubiläum in der Sport- und Mehrzweckhalle Grevesmühlen zum Konzert lädt.

Mit zarten sechs Jahren begann das Zwillingspärchen mit Musikunterricht – damals an der Musikschule in Wismar im Fach Blockflöte. Ein Instrument, das nicht bei vielen Jungs im Schulunterricht beliebt ist. Richard, eine Minute älter als sein Bruder, und Paul fanden Gefallen daran, übten mit ihrer Mutter, die selbst Cello spielt. Nach einem Jahr wechselte Richard auf Querflöte. Bei diesem Instrument ist er bis heute geblieben. „Ich fand es interessant, dass aus ihr über ein Loch blasend ein Ton herauskommt“, umschreibt er. Paul griff nach drei Jahren zur Klarinette. „Eigentlich faszinierte mich das Saxofon, aber meine Mutter empfahl mir die Klarinette“, erinnert er sich. Auch wenn er sich zwischenzeitlich an seinem Trauminstrument Saxofon ausprobiert hat, ist er bei der Klarinette geblieben.

Lange Jahre spielten Richard und Paul an der Wismarer Musikschule. Als ihre Eltern von Dorf Triwalk nach Wahrstorf umzogen, war es für beide sehr umständlich, weiterhin in der Hansestadt zu üben.

Zwei Jahre noch fuhren sie mit dem Bus hin und her, dann entschlossen sie sich, an die Kreismusikschule „Carl Orff“ zu wechseln. Dem Leiter Hartwig Kessler vorgestellt, lud er sie gleich zur Probe des Blasorchesters ein. „Es ist einfach toll, mit so vielen Leuten zu spielen“, schwärmt Richard. Nach zwei Proben folgte der erste Auftritt. Davon hatten sie mittlerweile eine ganze Menge. Über Hartwig Kessler haben die Zwillinge nur gute Worte. Er sei zwar streng, aber auch humorvoll. Viel hätten sie von ihm gelernt.

Seit 25 Jahren leitet der 62-Jährige das Blasorchester. 35 Musiker im Alter von elf bis 73 Jahren sind derzeit dabei. Vertreten sind Instrumente von Klarinette, Saxofon und Flöte über Trompete, Tuba und Posaune bis hin zu Horn, Gitarre und Schlagzeug. An die Anfänge kann sich Hartwig Kessler ganz genau erinnern. „Wir sind damals mit zwölf Musikern gestartet“, weiß Hartwig Kessler noch. Das erste Konzert war in der ehemaligen Essensküche des Gymnasiums, wo heute das Kreismedienzentrum zu finden ist. Mit den Jahren wurde die Truppe größer – und immer besser. Das Repertoire ist überaus vielseitig: deutsche Folklore, böhmische Blasmusik, Musical- und Operettenmelodien, sinfonische Blasmusik. Mittlerweile ist das Blasorchester sogar in Amerika und Asien bekannt. Über den „großen Teich“ ging es schon nach Chicago und New Orleans, eine andere Reise führte in das japanische Kyoto und Osaka. In diesem Jahr werden Musiker und Instrumente in New York erwartet.

Erwartungen haben natürlich auch die vielen Fans des Grevesmühlener Blasorchesters am heutigen Samstag. Was wird den Besucher des Konzerts in der Grevesmühlener Sport- und Mehrzweckhalle geboten?

„Ein wunderschönes Programm mit moderner und traditioneller Musik“, resümiert Hartwig Kessler. Denn für Stimmung werden nicht nur die Musiker des Grevesmühlener Blasorchesters sorgen, sondern auch die Klasbachtaler Blasmusiker aus Neukloster, die ihre Glückwünsche zum 25-jährigen Jubiläum musikalisch überbringen und zeigen, dass Blasmusik nicht nur Marsch und tschechische Polka ist.

Karten für zehn Euro gibt es an der Tageskasse.

Jana Franke

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