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Nordwestmecklenburg Mysteriöser Unfall bei Upahl
Lokales Nordwestmecklenburg Mysteriöser Unfall bei Upahl
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22:27 11.11.2013
Der Opel Omega lag gestern den ganzen Tag über im Straßengraben am Ortsausgang von Upahl in Richtung Rüting. Die Polizei ermittelt gegen einen 32-Jährigen. Quelle: Karl-Ernst Schmidt

Die Autofahrer, die gestern zwischen Upahl und Rüting unterwegs waren, wunderten sich doch sehr. Hinter der Leitplanke am südlichen Ortsausgang von Upahl stand den ganzen Tag ein Opel Omega. Und zwar an einer Stelle, die ohne weiteres für das Auto nicht zu erreichen ist. Wie der Wagen dorthin kam, das ist eine Frage, mit der sich derzeit Polizei und Staatsanwaltschaft beschäftigen. Allerdings: Im Moment gibt es noch mehr Fragen als Antworten. Zur Aufklärung konnte auch der 32-jährige Eigentümer des Opels nicht beitragen, den die Polizei an der Unfallstelle entdeckte.

Aber von vorn: Kurz nach 3 Uhr erschien gestern Früh ein Autofahrer auf der Polizeiwache in Grevesmühlen und berichtete von einem Fahrzeug, dass auf der Landesstraße bei Upahl verunglückt sei. Die Beamten fanden dort den Opel Omega vor. Den Spuren im Straßengraben zufolge muss der Wagen zuvor aus Richtung Upahl nach Mühlen Eichsen unterwegs gewesen sein. Anschließend, so schlussfolgerten die Beamten, muss der Wagen mit einem Entwässerungsschacht kollidiert sein, im Straßengraben kam er schließlich zum Stehen.

An der Fahrerseite befand sich bei Eintreffen der Polizisten ein 32-jähriger Mann. Der erklärte den Beamten, dass er soeben sein gestohlenes Fahrzeug gefunden hat. Während der Aussage stellten die Beamten Alkoholgeruch bei dem Mann fest. Einen Führerschein konnte der 32-Jährige nicht vorlegen. Eine Überprüfung durch die Einsatzleitstelle ergab, dass eine gerichtliche Entziehung der Fahrerlaubnis vorlag. Der anschließende Atemalkoholtest erbrachte einen Wert von 1,97 Promille.

Der Verdacht lag nahe, dass es sich bei dem 32-Jährigen möglicherweise um den Fahrer des Opels handelt. Doch der wiegelte ab und präsentierte den Polizisten seine Version der Geschichte. Die lautete:

Am Sonntag war gegen 22 Uhr der Opel, der auf eine andere Person zugelassen ist, von einer unbekannten Person entwendet worden. Den Diebstahl zeigte der 32-Jährige allerdings nicht an. Stattdessen habe er eine E-Mail von einer Freundin erhalten, die ihm mitteilte, dass sie das Fahrzeug zwischen Gadebusch und Wismar gesehen habe. Daraufhin machte sich der junge Mann auf den Weg, um den Wagen wieder in seinen Besitz zu bringen. Den Schlüssel hatte er ja. Als er am Unfallort vorbeikam, entdeckte er das Fahrzeug neben der Fahrbahn im Straßengraben. Er setzte sich dann ins Fahrzeug, steckte den Zündschlüssel ins Zündschloss und versuchte den Opel herauszufahren.

Die Version weckte bei den erfahrenen Beamten erhebliche Zweifel. Denn auch auf Nachfrage bestritt der Mann, den Unfall verursacht zu haben. Merkwürdig: Am Fahrzeug gab es keinerlei Aufbruchspuren, der Zündschlüssel steckte im Zündschloss, das keinerlei Beschädigungen aufwies. Auffällig war auch die Bekleidung des 32-Jährigen. Der war, als die Beamten ihn fanden, deutlich zu leicht bekleidet für eine Suche zu Fuß nach seinem Auto. Denn zu dieser Zeit herrschten knapp 6,5 Grad.

Auch den Namen und die Telefonnummer der Freundin, die zuvor den Opel gesehen haben soll, konnte der Mann nicht benennen. Seine Begründung: Er kenne sie nicht so gut.

Da sich der Verdacht erhärtete, dass der Mann durchaus der Fahrer des Unfallwagens gewesen sein könnte, wurde eine Blutentnahme im DRK-Krankenhaus in Grevesmühlen veranlasst. Um die Bergung des Fahrzeuges wollte sich der 32-Jährige selbst kümmern. Eine Anzeigenaufnahme wegen des Diebstahls wurde ihm angeboten. Der 32-Jährige lehnte sie jedoch ab mit dem Verweis auf seinen Alkoholisierungsgrad. Er wolle dies bis spätestens morgen nachholen. Die Polizisten fertigten eine Strafanzeige an.

Trunkenheit im Straßenverkehr

§ 316 des Strafgesetzbuches: Wer im Verkehr ein Fahrzeug führt, obwohl er infolge des Genusses alkoholischer Getränke oder anderer berauschender Mittel nicht in der Lage ist, das Fahrzeug sicher zu führen, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.

Bei einer Gefährdung des Straßenverkehrs, sprich bei einem Unfall, drohen dem Verursacher bis zu zwei Jahre Haft. Immer wieder haben es die Polizisten mit betrunkenen Fahrzeugführern zu tun. Um die Beweisführung zu stärken, ist es mittlerweile Voraussetzung, dass nur ein Richter die Blutprobenentnahme anordnen kann. Die Atemalkoholprobe vor Ort können die Beamten nach eigenem Ermessen durchführen. Für eine rechtskräftige Verurteilung ist allerdings das Ergebnis der Blutuntersuchung durch die Rechtsmedizin notwendig. Dadurch werden Zeit und Menge des Alkoholgenusses festgestellt.

Michael Prochnow

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