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Nordwestmecklenburg Nach 38 Jahren ist Schluss: Thomas Strebhardt hört auf
Lokales Nordwestmecklenburg Nach 38 Jahren ist Schluss: Thomas Strebhardt hört auf
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21:21 28.06.2013
Marlies Jankowski übernimmt den Zeigestab von Thomas Strebhardt an der Förderschule in Grevesmühlen. Quelle: Foto: Maik Freitag
Grevesmühlen

Nach 38 Jahren ist Schluss. Am 15. Juli geht für den Schulleiter der Grevesmühlener Schule mit Förderschwerpunkt Lernen, Thomas Strebhardt, der Schulalltag zu Ende.

Marlies Jankowski wird dann zunächst kommissarisch und nach der späteren Ernennung durch das zuständige Schulamt auch offiziell die Schulleitung übernehmen.

„Ich gehe in die Ruhephase der Altersteilzeit, wie es so schön heißt“, erzählt der Schulleiter schmunzelnd. Ob der 60-Jährige dann wirklich mehr Zeit für sich und Frau Gerda habe, wisse er nicht.

„Eigentlich müsste ich das. Aber viele ehemalige Kollegen erzählen mir dann immer, dass sie jetzt überhaupt keine Zeit mehr haben. Ich bin gespannt“, sagt der Grevesmühlener, der sich zukünftig mehr um Haus, Garten, das Reisen und auch um sein liebstes Hobby kümmern will — das Tanzen. „Einmal in der Woche tanze ich mit meiner Frau in Wismar im Verein. Vielleicht intensivieren wir das. Aber erstmal abwarten“, so Strebhardt, der 1973 in Menzendorf als Lehrer begann, damals in der Grundschule Mathematik und Deutsch unterrichtete.

Nur zwei Jahre später wechselte Strebhardt an die damalige Hilfsschule in Stellshagen. „Unsere Schule gehört zu Stellshagen. Da blieb ich dann auch nach dem Umzug nach Grevesmühlen“, so Strebhardt, der sich 1979 noch einmal auf die Schulbank setzte, seine sonderschulpädagogische Ausbildung machte und dabei auch seine Frau kennenlernte. „Ja, es waren schon Jahre, an die man sich oft und gerne erinnert“, blickt der Schulleiter in die Vergangenheit und auch auf seine 23 Jahre als Schulleiter zurück. Denn mit der Wende übernahm der 60-Jährige das Amt und hat das Team der Lehrer bis heute fast zusammengehalten. „Wir sind hier wie eine kleine Familie. Mit manchen arbeite ich 20 oder 30 Jahre zusammen.“

Dabei sind dem angehenden Ruheständler auch so manche Episoden besonders in Erinnerung geblieben. „An viele Sachen erinnere ich mich gerne. So haben mich und meinen damaligen Stellvertreter Wilfried Franke mal Neuntklässler auf einer Couch mit Rollen durch Grevesmühlen geschoben. Als Dankeschön für die Betreuung über die neun Jahre. Das kann ich nicht vergessen.“

Allerdings macht sich Thomas Strebhardt auch Gedanken über die Zukunft dieser Bildungseinrichtung. Denn teilweise gingen hier mehr als 260 Kinder zur Schule, derzeit sind es 68 in den Klassen drei und fünf bis neun. „Die demografische Entwicklung hat dafür gesorgt, dass die Schülerzahlen um zwei Drittel zurückgegangen sind. Deshalb sind wir derzeit so wenig.“ Auch Hauptschulabschlüsse werden in Grevesmühlen nicht mehr angeboten. „Früher gab es wenigstens noch in Schönberg eine Klasse, aber auch das ist erstmal vorbei“, erklärt Strebhardt, dessen Aufgabe zu Zeiten vor der Wende es war, Schüler als Arbeitskräfte vorzubereiten. Doch heute seien diese Arbeitskräfte nicht mehr nötig und so bleiben viele von ihnen auf der Strecke. „Zu DDR-Zeiten wurde jeder nach seiner Arbeit und nicht nach seiner Ausbildung bezahlt. Heute ist das anders. Wer keine Ausbildung hat, wird schlecht bezahlt und das wiederum will keiner. Es ist ein Kreislauf. Nur die Wenigsten finden einen Ausweg.“

Daran etwas zu ändern, ist jetzt die Aufgabe von Marlies Jankowski. „Aber ob das geht, weiß ich nicht“, sagt sie. „Wir haben hier ein gut funktionierendes Team und da muss man keine großen Veränderungen herbeischaffen.“ Mit Beginn des Schuljahres übernimmt sie die Förderschule.

Schule und Lazarett
Seit 1994 befindet sich die Förderschule in den Räumen der ehemaligen EOS (Erweiterte Oberschule) Thomas Mann in der Wismarschen Straße Grevesmühlen. Der alte Backsteinbau, in der Vorkriegszeit Wirtschaftsgebäude und später russisches Lazarett, diente über viele Jahre den Schülern aus dem Kreis Grevesmühlen als sogenannte „Penne“. Mit der Wende wurde die inzwischen zum Gymnasium umbenannte Schule in die ehemalige Peter-Göring-Schule, heute Gymnasium Am Tannenberg, verlegt. Zwischenzeitlich war in dem Gebäude auch die Berufsschule der ehemaligen Kreisstadt untergebracht.

Maik Freitag

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