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Nordwestmecklenburg Nachts spritzen: Heimlichtuerei oder eine gute Sache?
Lokales Nordwestmecklenburg Nachts spritzen: Heimlichtuerei oder eine gute Sache?
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18:18 21.05.2016

Warum ist der Bauer so spät mit seiner Pflanzenschutzspritze noch auf dem Feld? Hat der Landwirt etwas zu verbergen? Der Kreisbauernverband Nordwestmecklenburg kennt die Fragen und Vorbehalte und möchte aufklären.

Das abendliche oder nächt- liche Ausbrin- gen von Pflan- zenschutzmit- teln ist eine natur- und umweltschonende Methode.“Petra Böttcher, Geschäftsführerin Kreisbauernverband Nordwestmecklenburg

„Momentan explodiert die Vegetation und somit auch die Populationen der Schadorganismen in unseren Gärten und auf den Feldern. Aus diesem Grund sind viele Landwirte mit ihren Feldspritzen unterwegs und das auch in den späten Abend- und Nachtstunden“, sagt Petra Böttcher, Geschäftsführerin des Kreisbauernverbandes Nordwestmecklenburg.

Sie weiß, dass die nächtlichen Aktivitäten der Bauern „manch einem Bürger befremdlich erscheinen“, wie sie sagt. Dennoch ist die Geschäftsführerin überzeugt: „Das abendliche oder nächtliche Ausbringen von Pflanzenschutzmitteln ist eine natur- und umweltschonende Methode.“ Dies werde vom Pflanzenschutzamt sogar empfohlen, weil zu dieser Tageszeit die Bedingungen hinsichtlich der Temperatur, Luftfeuchtigkeit und der Windverhältnisse oftmals optimal sind. Petra Böttcher: „Diese Bedingungen müssen, sofern das entsprechende Mittel es erlaubt, ausgenutzt werden, auch um eine optimale Wirkung mit dem geringsten Mitteleinsatz zu erreichen. Das schont die Umwelt und den Geldbeutel des Landwirts, denn Pflanzenschutzmittel sind sehr teuer.“

Der Einsatz modernster Technik wie das satellitengestützte GPS und spezieller Düsen- und Ausbringungstechnik mache eine standortgenaue Ausbringung und damit die Einhaltung aller Abstandsregelungen und Auflagen auch in der Nacht möglich. „Ein weiterer wichtiger Vorteil der nächtlichen Befahrung ist, dass eine mögliche Beeinträchtigung der Bienen und Hummeln ausgeschlossen wird. Sie stellen ihre Aktivitäten bei Sonnenuntergang ein und sind dann nicht mehr auf Nahrungssuche“, erklärt die Geschäftsführerin des Kreisbauernverbandes.

Auch Andreas Moll, Betriebsleiter bei der Norddeutschen Pflanzenzucht Hans-Georg Lembke KG in Malchow auf der Insel Poel kennt die Skepsis, wenn seine Leute spät auf den Feldern unterwegs sind.

„Die Pflanzenschutzmittel spät auszubringen, ist natur- und umweltschonend“, sagt Andreas Moll. Die Bienenaktivität lasse nach 20 Uhr nach, die Luftfeuchtigkeit sei nachts höher und darum die Wirkung der Mittel besser. Moll: „Und der Wind schläft abends meistens ein.“ Das sei für den gezielten Mitteleinsatz ein großer Vorteil.

Nach Angaben des Betriebsleiters gibt es gesetzliche Vorgaben, die ohnehin einzuhalten sind. So dürfen zum Beispiel bei über 25 Grad und bei mehr als fünf Metern pro Sekunde Wind keine Mittel mehr ausgebracht werden.NPZ-Betriebsleiter Andreas Moll sagt: „Wir hören in der Regel bei 3,5 Metern pro Sekunde auf und halten uns an alle Vorgaben. Daher wehren wir uns dagegen, wenn Landwirte unter Generalverdacht gestellt werden. Wir haben ein gutes Verhältnis zu den Imkern und informieren sie vorab, wenn wir Pflanzenschutzmittel ausbringen, damit sie reagieren können.“ Derzeit sind Kohlschotenrüssler, Kohltriebrüssler und die Kohlschalenmücke unterwegs.

Heiko Hoffmann

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