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Nahbus GmbH kann bald nicht mehr zahlen

Grevesmühlen Nahbus GmbH kann bald nicht mehr zahlen

Mit einer brisanten Vorlage befasst sich der Kreistag in der kommenden Woche. Den Busbetrieben geht das Geld aus.

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Bleiben die Fahrzeuge der Nahbus GmbH bald in den Garagen stehen?

Quelle: M. Prochnow

Grevesmühlen. Zu wenig Fahrgäste, zu hoch angesetzte Planzahlen, unvorhergesehene Kosten, drohende Verbindlichkeiten aus Rechtsstreitigkeiten mit privaten Busunternehmen und Rechtsberatungskosten. Die Zahlen der Nahbus GmbH Nordwestmecklenburg sind wenig verheißungsvoll. Und: Dem Unternehmen droht die Zahlungsunfähigkeit.

 

LN-Bild

Der Landkreis ist verpflichtet, das Defizit auszugleichen.“ Heiner Wilms, SPD

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Nun soll der Kreistag über eine Vorlage abstimmen, um dem Unternehmen frisches Geld zukommen zu lassen. So soll unter anderem die im Haushalt eingestellte Reserve in Höhe von einer halben Million Euro ausgezahlt werden. Der Kreistag kommt am Donnerstag in Grevesmühlen zusammen. In der Vorlage heißt es wörtlich: „...werden sowohl die Einnahmen als auch Aufwendungen die kalkulierten Zielstellungen nicht erreichen. Voraussichtlich werden die Erträge um 1.766781 Euro unterschritten und die Aufwendungen um 470065 Euro überschritten.“ Das macht ein Defizit von deutlich mehr als zwei Millionen Euro in diesem Jahr. Wie Nahbus Geschäftsführer Jörg Lettau in dem Antrag erklärt, seien die liquiden Mittel des Unternehmens nahezu aufgebraucht. Zur Rettung des kreiseigenen Unternehmens sollen die monatlichen Zahlungen auf 415850 Euro verdoppelt werden.

Zusammen mit der anvisierten Auszahlung der Reserve von 500000 Euro, so heißt es in der Vorlage, könne die Liquidität der Nahbus GmbH bis Mitte Oktober sichergestellt werden. Doch was kommt dann?

Aus den Reihen des Unternehmens heißt es, dass derzeit alle Möglichkeiten geprüft würden, die wirtschaftliche Situation zu verbessern. Da die tarifgebundenen Gehälter der Mitarbeiter tabu sind, bleibt nur ein Weg: Das Angebot verringern. So könnte die Zahl der Busfahrten auf weniger gefragten Routen eingeschränkt werden.

Doch genau das soll das neue Konzept, das seit dem 1. Januar greift, verhindern. Denn eine höhere Taktzahl auf den Routen und der Service über die Zubringer soll langfristig dazu führen, die Zahl der Fahrgäste deutlich zu steigern. Rudert das Unternehmen jetzt zurück, dürfte dieses Ziel in weite Ferne rücken.

Ein Grund für die finanzielle Schieflage sind die geringen Einnahmen über die Tickets. Zwar gebe es laut Nahbus eine leichte Steigerung der Fahrgastzahlen, allerdings seien die geplanten Einnahmen in Höhe von rund fünf Millionen Euro pro Jahr nicht ansatzweise zu erreichen. Allenfalls die Hälfte sei realistisch. Der Planwert, so teilt Geschäftsführer Lettau mit, sei viel zu hoch angesetzt. Die Zahlen hatte noch sein Vorgänger eingearbeitet.

Heiner Wilms (SPD), Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses, erklärte dazu, dass der Kreis rein rechtlich dazu verpflichtet sei, das Defizit auszugleichen. „Wichtig ist, dass der Kreistag der Landrätin die Vollmacht gibt, hier tätig zu werden.“ Mit Beginn des kommenden Jahres sollen dann entsprechende Änderungen im ÖPNV umgesetzt werden, um die Kostenspirale wieder ins Lot zu bringen.

„Der Nahbus-Geschäftsführer wird einige Vorschläge einbringen, das wird nicht einfach, aber wir werden eine Lösung finden.“

Landrätin Kerstin Weiss (SPD) hatte schon im Januar 2015 vor drohenden finanziellen Verlusten bei Nichterreichen der Prognosewerte gewarnt und dafür vom Kreistag viel Kritik einstecken müssen. „Es gilt jetzt die Balance zu finden, um das neue Verkehrskonzept weiterhin umzusetzen und trotzdem die Kosten nicht aus dem Ruder laufen zu lassen. Ein Augen-zu-und-weiter kann es nicht geben. Wir müssen handeln. Das erwarten die Gemeinden und Bürger von uns.“

 Michael Prochnow

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