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Nordwestmecklenburg Neue Betrugsmasche in der Bahn
Lokales Nordwestmecklenburg Neue Betrugsmasche in der Bahn
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22:16 17.12.2015

Neue Masche: Zwei Rumäninnen sollen offenbar versucht haben, in einem Zug von Hamburg nach Lübeck die Reisenden zu betrügen. Das berichtet eine Frau, beobachtet hatte sie den Vorfall Mitte vergangener Woche auf dem Weg von Bad Oldesloe nach Lübeck. „Die Damen zeigten ein Notizheft, in dem das Foto eines kranken Kleinkindes und ein Text zu sehen waren“, beschreibt es die Lübeckerin. Sie möchte alle Bahnreisenden warnen, allerdings nicht mit Namen genannt werden. „Die Frauen sammelten für die Behandlung, wollten Bargeld und dass man eine Unterschrift im Notizbuch leistet.“ Ein junger Mann habe dem Duo fünf Euro gegeben, doch daraufhin „drängte die Jüngere massiv auf mehr Geld“.

Die Rumänin habe in Richtung des Portemonnaies des „sichtlich eingeschüchterten“ Mannes gegriffen, da sei sie schließlich eingeschritten. Auch eine weitere Bahnkundin hatte den Tumult bemerkt und habe daraufhin gesagt, dass die beiden Frauen „schon häufiger“ im Zug gesehen worden seien. Die drei Reisenden wollten daraufhin im Lübecker Hauptbahnhof einem Bahnangestellten Bescheid sagen, doch dieser habe auf den Hinweis „sehr uninteressiert“ reagiert, so die Frau gegenüber den LN.

Also verfolgten die Drei das mutmaßliche Betrüger-Duo selbst. Vor der Bahnhofstoilette konnten sie die Rumäninnen stellen und dazu bringen, dass diese die fünf Euro des jungen Mannes wieder herausgaben. Als der Geschädigte zudem die Seite mit seiner Unterschrift haben wollte, seien die beiden Frauen aggressiv geworden und geflohen. Per Telefon wurde die Polizei gerufen, die Bahnreisende verfolgte das Pärchen über den Bahnhofsvorplatz und den Zob bis hin zu einer Gaststätte. „Dort konnten wir die Verdächtigen stellen“, bestätigt Dierk Dürbrook den Fall. Die Beamten des 2. Reviers hätten die zwei Frauen mit auf die Wache genommen.

Bei den mutmaßlichen Betrügerinnen handelt es sich demnach um eine 24- und eine 27-Jährige, laut Dürbrook hätten sie im Regionalexpress „sehr aggressiv um Geld gebettelt“. Die beiden sollen erzählt haben, dass das Kind an Leukämie erkrankt sei. Darüber hinaus sagt Dürbrook, auf der Wache hätten sich die Polizisten „zunächst leidlich auf Deutsch“ mit den Rumäninnen unterhalten können. Doch als das Gespräch dann auf die Geschichte mit dem leukämiekranken Jungen gekommen sei, „verstanden sie plötzlich kein Deutsch mehr“. Letztlich blieb den Beamten nichts anderes übrig, als die Personalien der Frauen aufzunehmen und sie danach dem Ausländeramt zu übergeben. Gegen die beiden wird nun wegen Betrugs ermittelt.

Als die Deutsche Bahn auf LN-Anfrage von dem Vorfall und den angeblich bereits bekannten, mutmaßlichen Betrügerinnen hört, reagiert man dort verwundert. „Das können wir bisher nicht bestätigen“, sagt eine Sprecherin. Auch die Bundespolizei hat bis dato noch nichts derartiges festgestellt. „Gleichwohl bitten wir darum, dass bei derartigen Vorfällen das Zugbegleitpersonal angesprochen wird, um gegebenenfalls die Bundespolizei anzufordern“, sagt Sprecher Gerhard Stelke.

pah

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