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Nordwestmecklenburg Neue Debatte um Hotel „Baltischer Hof“
Lokales Nordwestmecklenburg Neue Debatte um Hotel „Baltischer Hof“
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20:42 13.06.2018
So soll das Hotel „Baltischer Hof“ im Ostseebad Boltenhagen aussehen, wenn es fertig ist. Quelle: Foto: Architektenzeichnung
Boltenhagen

Das geplante Hotel „Baltischer Hof“ am Dünenweg im Ostseebad Boltenhagen sorgt weiter für Diskussionen. Im Bauausschuss der Gemeinde wurde über den abschließenden Beschluss für den Hochbau des Hotels, das 150 Betten in Suiten und Appartements bekommen soll, beraten.

Planer Martin Hufmann ging auf die eingesandten Einwände und Hinweise von Behörden, Verbänden und Bürgern ein, die einen Umfang von mehr als hundert Seiten haben. „Daraus haben sich einige Veränderungen ergeben“, so Hufmann, der in seiner Erklärung vor allem auf die Schreiben von Nachbarn der Baustelle einging. Viele hatten kritisiert, dass die Versorgung und auch die Müllabfuhr über die kleine Straße Am Teich geplant wurde. Diese Straße spielt bis auf eine Feuerwehrzufahrt keine Rolle mehr. Die Ver- und Entsorgung wird vollständig über den Dünenweg und die Hotelzufahrt geregelt.

So soll der Abfall des Hotels in der Tiefgarage an einem speziell eingerichteten Platz gesammelt werden. Erst am Tag der Abfuhr sollen die Müllbehälter dann mit Hilfe eines Elektrofahrzeugs aus der Garage an einen nur dafür vorgesehenen Platz in der Hotelzufahrt transportiert werden. Das werde durch den künftigen Betreiber Novasol zugesichert. Daran hatte Ausschussmitglied und Gemeindevertreterin Christiane Meier (CDU) ihre Zweifel. Im Endeffekt würden die Container wahrscheinlich schon am Abend vorher oder sogar Tage vor der Müllabfuhr an die Straße gestellt. „Wie das aussieht, sehen wir ja an der Ostseeallee“, so Meier. Im Ortszentrum gibt es immer wieder Beschwerden über Müllcontainer, die tagelang am Fußweg stehen. Darüber hinhaus war Meier der Ansicht, dass die Planungsunterlagen mit solchen Veränderungen neu ausgelegt werden müssten. Die Abfallbehörde und andere Einsender von Einwänden und Hinweisen müssten sich dazu neu äußern, sagte sie. Eine neue Auslegung lehnte die Mehrheit der Ausschussmitglieder aber ab. Christiane Meier äußerte außerdem erneut Kritik daran, dass Rammarbeiten für die Tiefgarage des Hotels in der Nähe alter Häuser wie „Uns Hüsung“ erfolgt sind. In dem alten Gebäude seien Wasserschäden entdeckt worden.

Sollten an benachbarten Gebäuden Schäden durch den Hotelbau entstehen, werde man dafür geradestehen, hatte Reinhard Manshardt im Namen der Bauunternehmen erklärt. Schließlich kritisierte Christiane Meier, dass die Flächen gegenüber des Hotelgrundstücks zwar an die Gemeinde übergeben werden, Boltenhagen aber einen Euro dafür zahlen soll. „Wir bekommen die Fläche, ohne etwas zu zahlen“, war ihre Ansicht. Allerdings liegt der Vertrag dazu bereits im Amt vor und muss nur noch von der Gemeinde unterzeichnet werden.

Ausschussmitglied und Gemeindevertreter Kay Grollmisch (ptl.) wollte zudem wissen, wie Oberflächenwasser bei Starkregen auf dem Grundstück aufgefangen werden soll. Dazu wurde erklärt, dass auf dem Gelände ein unterirdischer Speicher mit einem Fassungsvermögen von 200000 Litern gebaut werde, der das Wasser auch bei Starkregen aufnehmen kann.

Mit fünf Ja-Stimmen und drei Gegenstimmen empfahl der Bauausschuss der Gemeindevertretung sowohl den Abwägungs- als auch den Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan zu fassen. Die Gemeindevertreter treffen sich am 5. Juli zu ihrer nächsten Sitzung.

Malte Behnk

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