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Nordwestmecklenburg Neue Hoffnung für alte Bauernstelle
Lokales Nordwestmecklenburg Neue Hoffnung für alte Bauernstelle
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21:24 12.07.2018
Das historisch wertvolle Bauernhaus der Hofstelle 3 in Grieben wird durch Arbeiten am Dach gegen einen Verfall gesichert. Quelle: Foto: Jürgen Lenz

Ein historisch wertvolles Bauernhaus in Grieben wird gesichert. „Hierzu hat sich die untere Denkmalschutzbehörde mit dem Eigentümer verständigt, bis August Sicherungsmaßnahmen am Gebäude durchzuführen“, teilte die Kreisverwaltung auf Anfrage mit. Sie erläutert: „Dabei sind unter anderem die offenen Stellen im Dach zu schließen und die Dachentwässerung wieder herzustellen. Darüber hinaus sollen die Öffnungen im Erdgeschoss des Gebäudes gegen einen unbefugten Zutritt und das Eindringen von Niederschlagswasser gesichert werden.“

Das Bauernhaus ist derzeit eingerüstet. Teile des Daches wurden neu hergestellt oder repariert.

Die Hofstelle liegt den Mitgliedern der Interessengemeinschaft Bauernhaus am Herzen. „Die IG Bauernhaus wird sich für den Erhalt der Hofstelle 3 in Grieben einsetzen“, kündigt Sönke Reimann von der Kontaktstelle der IG Bauernhaus in Hoben bei Wismar an. Aus Sicht der Interessengemeinschaft ist die Hofstelle 3 für die geschlossene Wirkung des alten Angerdorfes Grieben sehr wichtig. „Die IG Bauernhaus unterstützt die Suche nach einem verantwortungsbewussten Käufer und würde versuchen mit einer Arbeitsgruppe bei der Sanierung zu helfen“, kündigt die Interessengemeinschaft in einem Einladungsschreiben an ihre Mitglieder an. Die IG Bauernhaus plant zusammen mit dem im vorigen Jahr gegründeten Freundeskreis Lübseer Kirche eine Exkursion durch Grieben mit anschließender Besichtigung der Lübseer Kirche. Treffpunkt ist am Sonnabend kommender Woche, den 21. Juli, die Diele des IG-Bauernhaus-Mitglieds Karl Schröder, Nebenstraße 7. Die Vorsitzende des Freundeskreises, Andrea Lenschow aus Grieben, erklärt: „Der Freundeskreis möchte sich mit anderen Vereinen verzahnen und das ist unsere erste gemeinsame Veranstaltung.“ Auf dem Rundgang durch Grieben werden Häuser gezeigt und erklärt. Die Interessengemeinschaft kündigt an: „Nach einer Pause mit Kaffee und Kuchen geht es weiter nach Lübsee, wo uns der Freundeskreis der Kirche zu Lübsee empfängt, uns die Geschichte der Kirche näherbringt und vom Stand der Sanierung berichtet.“ Der Ausklang des Tages solle dann von der Orgel begleitet werden. Die Gemeinde Grieben hat sich mehrfach dafür eingesetzt, dass die Hofstelle 3 gesichert wird. Die Kommune wandte sich an die Landesdenkmalbehörde, die untere Denkmalbehörde des Kreises und das Bauordnungsamt.

Der älteste Teil des Bauernhauses ist mehrere Jahrhunderte alt. Eine Inschrift über der Einfahrt der Diele informiert darüber, wer das Anwesen umbaute und wann die Arbeiten vollendet waren: „Klas Bruhns, den 22. März Anno 1791.“ Knapp anderthalb Jahrhunderte später ließ ein Nachfahre von Klas Bruhn einen großen Anbau errichten. Karl Bruhn bewirtschaftete Mitte der 20er Jahre 31,4 Hektar Acker, drei Hektar Wiesen und 8,6 Hektar Weiden. Er hielt zu dieser Zeit „unter anderem sechs Pferde, 24 Häupter Rindvieh (davon 13 Milchkühe) und 13 Schweine“, heißt es im Buch „Dreißig Dörfer“ von Eberhard Specht.

Freunde alter Bauernhäuser

6000 Mitglieder gehören der Interessengemeinschaft Bauernhaus (IGB) an. 75 Freunde historischer Baukultur gründeten sie 1973 in der Nähe von Bremen. Die Interessengemeinschaft berät ihre Mitglieder und die Öffentlichkeit bei der Instandhaltung, Sanierung, Renovierung und Umnutzung alter Bauernhäuser und Nebengebäude. Sie setzt sich für den Erhalt alter Handwerkstechniken ein, will das Bewusstsein für den Wert landschaftstypischer Gebäude und Bauweisen fördern.

Ein Ansprechpartner der Interessengemeinschaft Bauernhaus ist Sönke Reimann, Hoben 12, Wismar, E-Mail: ks_hoben-wismar@igbauernhaus.de

Jürgen Lenz

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