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Nordwestmecklenburg Neue Ideen für die Wismarsche Straße und den Adventsmarkt
Lokales Nordwestmecklenburg Neue Ideen für die Wismarsche Straße und den Adventsmarkt
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22:23 03.08.2015
Das Interesse an den Stadtvertretersitzungen hält sich in Grevesmühlen in Grenzen, ebenso wie an den Ausschusssitzungen.
Grevesmühlen

Viel Arbeit hinter den Kulissen, zähe Verhandlungen, Kompromisse und wenig Anerkennung. Die Arbeit in der Kommunalpolitik ist nichts für Leute, die Wert auf große Anerkennung legen. „Das brauche ich alles nicht“, sagt Elvira Kausch, parteilose Fraktionsvorsitzende der Linken in der Grevesmühlener Stadtvertretung. „Aber manchmal habe ich schon den Eindruck, dass wir unter Ausschluss der Öffentlichkeit arbeiten. Ein wenig mehr Interesse der Einwohner wäre wünschenswert. Und zwar nicht erst dann, wenn die Entscheidung getroffen wurde.“

Ein gutes Beispiel aus Sicht der Linken, wie Bürgerbeteiligung funktioniert, ist das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK). „Es gab viele Ideen und vor allem haben sich Leute daran beteiligt, die man sonst auf den Veranstaltung nicht sieht“, resümiert die Fraktionsvorsitzende. „Auch wenn man sagen muss, dass die Umsetzung sich noch etwas hinziehen wird.“ Aber in der Schublade verschwinden, sollen und werden die Themen nicht.

„Die Wismarsche Straße werden wir auch wieder ansprechen“, betont Elvira Kausch. So gibt es immer wieder Beschwerden über zu enge Gehwege, zu schmale Parkplätze und zu viel Leerstand in der Innenstadt. „Dieser Bereich muss attraktiver werden. Festgelegte Anlieferungszeiten, Durchfahrtsgenehmigungen für Anwohner sind einige Mittel, um den Verkehr zu beruhigen. Auf jeden Fall muss dort etwas passieren.“ Eine entsprechende Anfrage will die Fraktion nach der Sommerpause stellen. Denn gerade die Wismarsche Straße war im Rahmen des ISEK immer wieder ein Thema, sowohl bei den Einwohnern als auch bei den Gewerbetreibenden. In diesem Punkt hatte es auch kontroverse Debatten gegeben. Sowohl die Fürsprecher als auch die Kritiker hatten ihre Anregungen immer wieder zur Sprache gebracht.

„Genauso würde ich es mir für andere Themen auch wünschen.“

Veränderungen könnte es nach Aussage der Linksfraktion auch beim vorweihnachtlichen Straßenfest Anfang Dezember geben. „Denn die Frage ist doch, ob das Ergebnis dieser Veranstaltung den ganzen Aufwand lohnt“, fragt die Fraktionsvorsitzende. „Warum denken wir nicht ernsthaft darüber nach, das Fest mit dem Adventsmarkt der Kirche zu kombinieren?“ Sie selbst könne es sich gut vorstellen, beide Veranstaltungen an einem Wochenende stattfinden zu lassen. „Beide würden gewinnen, finde ich.“

Gewonnen hat in ihren Augen in den vergangenen Jahren vor allem die Vereinsarbeit in der Stadt. Sicher, das Vereinshaus, die Unterhaltung der Sportstätten und Räume in Grevesmühlen kosten eine Menge Geld. „Aber wenn man sieht, was die Vereine dafür leisten, dann muss man ehrlich sagen, dass für eine Stadt wie Grevesmühlen das Ergebnis außergewöhnlich ist.“ Ähnliches gilt für die Feuerwehr. „Wenn ich sehe, was die Jungs und Mädels dort leisten, dann muss ich nicht darüber nachdenken, ob die Feuerwehr dies oder das braucht. Das ist einfach notwendig für ihre Arbeit, fertig.“ Der ehrenamtliche Einsatz sei nicht hoch genug einzuschätzen.

Handlungsbedarf sieht die Kommunalpolitikerin allerdings noch bei der Kinderbetreuung in der Stadt. „Wir haben vor zwei Monaten bei der Stadtverwaltung angefragt, ob die Hortplätze ausreichen und zur Antwort erhalten, dass genügend vorhanden seien. Wenn jetzt allerdings die Verwaltung öffentlich bekundet, sie werde alles tun, damit jeder einen Hortplatz bekommt, dann wundert uns das schon.“ Auch die Kostenentwicklung bei den Kitaplätzen sei gefährlich. „Für uns ist es unerträglich, dass die Eltern so viel zahlen müssen. Aber dieses Problem muss auf Landes- und Bundesebene gelöst werden.“

Hintergrund
Die Fraktion der Linken: Elvira Kausch, Jürgen Bühring, Marlis Scholz, Volkmar Schulz, Roland Siegerth.
Fortsetzung: In der letzten Folge am kommenden Freitag äußert sich der Fraktionsvorsitzende der CDU (Roland Anderko) zu den wichtigsten Themen in Grevesmühlen. Die Christdemokraten haben im Gegensatz zur SPD-Fraktion ihren Bürgermeisterkandidaten bereits bekannt gegeben. 14 Monate vor der Wahl im September kommenden Jahres präsentierten sie Bauamtsleiter Lars Prahler (parteilos) als ihren Bewerber für die Nachfolge von Amtsinhaber Jürgen Ditz.

Michael Prochnow

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