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Nordwestmecklenburg Neues Museum „Phantechnikum“ soll im Spätherbst in Wismar eröffnen
Lokales Nordwestmecklenburg Neues Museum „Phantechnikum“ soll im Spätherbst in Wismar eröffnen
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18:17 13.09.2012
Wismar

Zentimeter für Zentimeter zieht der Gabelstapler den etwa zwölf Tonnen schweren Schiffsdieselmotor in die sogenannte Lufthalle des Phantechnikums in Wismar. Der aus den 1950er Jahren stammende, frühere Not-Antrieb für das Segelschulschiff Gorch Fock der Bundesmarine ist eines der ersten Exponate, das in das neue Museum der Hansestadt einzieht. Auf Maschinenrollen wird der Motor vorsichtig unter drei von der Decke hängenden Flugzeugmodellen entlang manövriert. Baulärm schallt durch die fast noch leeren Räume des zweistöckigen Backsteinhauses, eine Kreissäge lässt kreischend Funken sprühen.

„Noch gibt es viel für uns zu tun“, sagt der Geschäftsführer des Phantechnikums, Henrik Fanger. Bis zum Ende des Spätherbstes soll das insgesamt knapp zehn Millionen teure Museum fertiggestellt und eingerichtet sein. Dann wird den Besuchern auf rund 2.500 Quadratmetern die Technikgeschichte des Landes Mecklenburg-Vorpommern vor Augen geführt. „Wir sind aber kein rein historisches Museum“, betont Fanger. An zahlreichen Experimentierstationen können die Leute selbst ausprobieren, wie die Geräte funktionieren. So können sie etwa einen Flugzeugpropeller antreiben, indem sie selbst kräftig in die Pedale treten. Oder sie dürfen in einem nach dem Stralsunder Chemiker Carl Wilhelm Scheele benannten Laboratorium eigene Versuche durchführen.

Selbst ausprobieren: Auf dem Weg soll das Zusammenspiel von Natur und Maschine spannend und verständlich gemacht werden. „So schaffen wir eine Kombination aus Bildung und Erlebnis für Jung und Alt“, sagt Fanger.

Museum ist nach den vier Elementen unterteilt

Der ehrenamtliche Geschäftsführer ist selbst technikbegeistert. In seiner Freizeit restauriert er Oldtimer-Motorräder. Das Phantechnikum soll aber auch absolute Techniklaien ansprechen und begeistern. „Ich hatte es ja früher gar nicht so mit Physik oder technischen Sachen“, erzählt die Museumssprecherin Stefanie Höter. Aber seitdem sie im Rahmen der Planung des Museums selbst zum Schweißgerät greifen durfte, ist die Neugier der 26-Jährigen geweckt. „Das ist gar nicht so einfach, wie man denkt!“, meint sie lachend.

Am weitesten fortgeschritten sind die Bauarbeiten im Feuer- und Wasserbereich des Museums. „Gerade in Bezug auf die Technik hier im Norden, mit der Schifffahrt, der Landwirtschaft und dem Flugverkehr hat sich die Unterteilung der Ausstellung nach den vier Elementen einfach angeboten“, sagt Höter. So sind die Holzpaneelen, die im zweiten Stock bereits als Wandverkleidung angebracht wurden, in Rot und Schwarz gehalten. Der Bereich der Luft wird in Blau und der des Wassers in Grün gestaltet. Die Museumsabteilung des Elementes Erde soll die Farbe gelb erhalten. Bis dieser Teil des Phantechnikums für Besucher seine Türen öffnet, dauert es aber noch ein paar Jahre.

Momentan steht der Nebenflügel der ehemaligen russischen Kaserne noch leer. Die Bürgerschaft Wismar will Ende des Monats entscheiden, ob er abgerissen und komplett neu gebaut oder nur saniert werden muss. Laut Höter könnten 2014 die Bauarbeiten an dem Gebäudeteil losgehen und zwei Jahre später dann zum zweiten Mal eine Eröffnung im Phantechnikum gefeiert werden.

Susann Burwitz

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