Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / 3 ° wolkig

Navigation:
Neues Museum für Boltenhagen?

Boltenhagen Neues Museum für Boltenhagen?

Jürgen Schossow möchte Urlaubern und Einheimischen die Entwicklung des Ostseebades näherbringen.

Voriger Artikel
Wirtschaftsförderung steht weiter in der Kritik
Nächster Artikel
Diebesbande bricht in Bäckerläden ein

Im alten Gerätehaus der Feuerwehr am Dünenweg könnte das Museum nach einigen Baumaßnahmen Platz finden.

Boltenhagen. Die Geschichte des Ostseebades Boltenhagen interessiert viele Urlauber und Einheimische aus der Region. Das zeigt die rege Teilnahme an Vorträgen des Ortschronisten Horst Günther und Ortsführungen wie die von Christiane Meyer, bei denen über die Historie berichtet wird. Jürgen Schossow aus dem Ortsteil Tarnewitz möchte aber mehr. Er wünscht sich ein Heimatmuseum für Boltenhagen. Noch gibt es dafür aber keine geeigneten Räume.

„Ich bin im April 2015 nach zehn Jahren Abwesenheit wieder hergezogen und habe gemerkt: Es fehlt etwas“, berichtet der 66-Jährige der in Boltenhagen bis zur politischen Wende das Pionierlager „Mathias Thesen“ leitete und dann bis zu seinem Wegzug nach Ueckermünde in Boltenhagen die „Reuterstube“ betrieb. In einem Heimatmuseum könnte man Besuchern erklären, dass Boltenhagen bis 1820 ein kleines Bauerndorf war und auch danach noch lange Zeit bis zum heutigen großen Badeort brauchte. „Ich habe mich mal gefragt, warum so wenig Platt in Boltenhagen gesprochen wird“, sagt Schossow. Dann berichtet er, dass das heutige Ostseebad bis 1945 nur rund 350 Einwohner hatte und erst dann durch viele Flüchtlinge und später durch Grenztruppen der DDR angewachsen sei. Bei Menschen aus so vielen Regionen sei das Plattdeutsche dann wohl untergegangen.

Über die DDR-Zeit könne man viel berichten und auch noch zeigen. Das Thema interessiere sowohl Ost- wie auch Westdeutsche. „Im Pionierlager waren jedes Jahr auch 500 Kinder aus Hamburg“, erinnert sich Schossow. Sie könnten sich in einem Heimatmuseum über diese Zeit informieren. Eine in Boltenhagens Buddelschiffmuseum ausgestellte DDR-Uniform sei immer ein Anziehungspunkt für Besucher, hat er festgestellt. „Aber so manche Gegenstände aus der Zeit werden bald dem Sperrmüll zum Opfer fallen“, befürchtet er. Auch Zeitzeugen könnten irgendwann verstorben sein. Dabei stellt sich Schossow vor, Berichte von ihnen zum Beispiel zum Anhören oder als Video im Museum zu präsentieren. „Wenn Räume da wären, könnten wir relativ schnell eine Ausstellung einrichten“, ist sich Jürgen Schossow sicher.

Immerhin habe er schon sechs Mitstreiter, die sich auch für ein Heimatmuseum engagieren wollen.

Als Raum für das Museum könnte er sich das lange nicht mehr genutzte alte Gerätehaus der Feuerwehr am Dünenweg vorstellen. Es wurde in dem Zusammenhang auch schon vom Bauausschuss der Gemeinde besichtigt. Einen Entschluss, das Gebäude für ein Heimatmuseum zu nutzen gab es aber nicht. „Das Gebäude würde sich eignen, wenn man es umbauen, vielleicht ein Stockwerk draufsetzen würde. Dann könnte dort eine Aussichtsplattform entstehen“, schlägt Jürgen Schossow vor, der an der Begehung mit dem Bauausschuss aus gesundheitlichen Gründen nicht teilnehmen konnte.

Bürgermeister Christian Schmiedeberg habe ihm vorgeschlagen, sich mit dem möglichen Investor für das Grundstück der alten Gemeindeverwaltung in Verbindung zu setzen. Vielleicht könne in den Gebäuden, die dort entstehen sollen auch Platz für ein Heimatmuseum gemietet werden. „Aber es ist ja noch nicht verkauft“, sagt Schossow. „Es kann auch nicht meine Aufgabe sein, mich um Räumlichkeiten zu kümmern“, fügt er hinzu. „Meine Aufgabe ist es, Menschen zu begeistern mitzumachen, wenn es darum geht Geschichte zusammenzutragen und zu betreuen.“

Der 66-Jährige, der selber schon Gemeindevertreter in Boltenhagen war, ist sich bewusst darüber, dass die Gemeinde investieren müsste. „Aber sie spart jetzt jährlich 5000 Euro, die vor der Schließung an die Ostsee-Therme geflossen sind und es könnten beim Land Fördermittel beantragt werden. Die Frist endet aber am 31. Januar“, mahnt Schossow. Ein Grundsatzbeschluss der Gemeindevertreter würde ihm reichen. „Damit könnte man Fördermittel beantragen“, sagt er.

Vom Bauerndorf zum Ostseebad
Boltenhagen wurde urkundlich erstmals im Jahr 1336 erwähnt.
Der damalige Graf Bothmer erkannte Boltenhagen 1803 als erster als Badeort, als er einen Badekarren in die Ostsee schieben ließ. Damit gilt Boltenhagen als zweitältestes Seebad in MV.
Heute ist Boltenhagen ein wachsender Urlaubsort mit etwa 10500 Betten für Urlauber. Sie gehören zu Ferienwohnungen und etwa zehn Hotels.
Zum Baden ist der Strand über 24 Zugänge zu erreichen an denen in der Saison Strandkörbe vermietet werden.
IN KÜRZE
Klützer wollen riesiges Schild am Markt loswerden Klütz. Die erste Sitzung des Jahres für die Klützer Stadtvertreter findet am kommenden Montag, dem 18. Januar, ab 19 Uhr im Sitzungssaal des Amtes statt. Es geht unter anderem um den möglichen Rückbau des riesigen Verkehrs- und Informationsschildes am Klützer Marktplatz. Weitere Themen sind die Parksituation an der Sporthalle, die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED und das Schulprogramm der Regionalen Schule in der Schloss-Stadt.
Jugendarbeit ist Thema
im Sozialausschuss Damshagen. Der Sozialausschuss der Gemeinde Damshagen trifft sich am kommenden Dienstag, dem 19. Januar, zur nächsten Sitzung. Sie beginnt um 19 Uhr in der Alten Schmiede in Damshagen. Themen sind die Kinder- und Jugendarbeit in der Gemeinde sowie die weitere Erstellung der Gemeindezeitung.
Kalkhorster diskutieren Bauvorhaben Kalkhorst. Mögliche Baumaßnahmen in diesem Jahr und eine Ermittlung des Löschwasserbedarfs in der Gemeinde Kalkhorst sind Themen der Sitzung des Bauausschuss am kommenden Dienstag, dem 19. Januar. Außerdem geht es um LED-Technik für Straßenlaternen und Straßenbauprojekte. Die öffentliche Sitzung im Essenraum in der Schule beginnt um 19 Uhr.
Infos über Sanddorn für Diabetiker Klütz. Die Selbsthilfegruppe „Diabetes“ Klützer Winkel trifft sich heute, 14. Januar. Beginn ist um 13.30 Uhr im Jugendclub „Bax“ in Klütz. Es gibt Informationen zum Thema „Sanddorn“.



Preisskat im Sportlerheim
am Palmbergstadion
Schönberg. Im Sportlerheim des FC Schönberg 95 am Palmbergstadion in Schönberg ist morgen ein weiterer Preisskat angesagt. Er beginnt um 18.30 Uhr. Der Einsatz beträgt neun Euro. Zu gewinnen sind Fleischpreise.

Malte Behnk

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Reporter vor Ort

In einer fortlaufenden Galerie zeigen wir Ihnen jeden Tag die wichtigsten Bilder aus Lübeck und den umliegenden Kreisen. Klicken Sie hier, um die Galerie für den Dezember 2017 zu sehen!

Lübeck zahlt Studenten künftig 100 Euro Begrüßungsgeld. Eine gute Idee?

  • Hochzeitszauber
    Tipps und Tricks zum Planen und Organisieren Ihrer Hochzeit. Ob Location, Dekoration, Trauringe, Flitterwochen, Catering - hier finden Sie Informationen und kompetente Ansprechpartner in und um Lübeck für Ihre Traumhochzeit.

    Tipps und Tricks zum Planen und Organisieren Ihrer Hochzeit. Ob Location, Dekoration, Trauringe, Flitterwochen, Catering - hier finden Sie Informat... mehr

  • Reisetipps
    In unserem Reiseportal finden Sie viele Tipps & Tricks für Reisende und Urlauber.

    In unserem Reiseportal finden Sie viele Tipps & Tricks für Reisende und Urlauber. mehr

  • Events & Veranstaltungen
    Was? Wann? Wo? Hier finden Sie die Veranstaltungen und Events in Ihrer Nähe.

    Was? Wann? Wo? Hier finden Sie die Veranstaltungen und Events in Ihrer Nähe. mehr

  • Essen und Trinken
    Hier erfahren Sie alles rund um die Themen Essen und Trinken. Neue Rezepte und Tipps, worauf muss ich bei den Lebensmitteln achten, wo finde ich ausgefallene Restaurants und welcher Wein passt wozu.

    Hier erfahren Sie alles rund um die Themen Essen und Trinken. Neue Rezepte und Tipps, worauf muss ich bei den Lebensmitteln achten, wo finde ich au... mehr

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Termine

Ausstellungen, Theater, Konzerte und mehr in Lübeck und Umgebung.