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Nordwestmecklenburg Neues Shuttle-Konzept fürs Ostseebad
Lokales Nordwestmecklenburg Neues Shuttle-Konzept fürs Ostseebad
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21:12 08.01.2018
Womöglich können bald alle Fahrgäste innerhalb von Boltenhagen kostenfrei den Shuttle nutzen. Das ist das Ziel der Gemeinde. Quelle: Foto: Daniel Heidmann, G. Skorupski, Sylvia Kartheuser, Annett Meinke
Boltenhagen

Das könnte Einheimische und Besucher von Boltenhagen freuen: Der Shuttle-Service innerhalb des Ostseebades soll in der kommenden Saison kostenfrei angeboten werden. Das ist zumindest das Ziel der Gemeinde. Ihre Vertreter um Bürgermeister Christian Schmiedeberg (CDU) befinden sich dazu in Vertragsverhandlungen mit Nahbus, dem kreiseigenen Nahverkehrsunternehmen. „Wir haben knapp eineinhalb Jahre verhandelt. Jetzt werden die notwendigen Verträge vorbereitet“, bestätigt Christian Schmiedeberg. Nahbus-Geschäftsführer Jörg Lettau hatte zuletzt ein neues Shuttle-Konzept im Kurbetriebsausschuss vorgestellt. Das sieht auch unter anderem eine einjährige Testphase vor, in der allen Fahrgästen freie Fahrten innerorts ermöglicht werden – mit der Option auf Verlängerung über die Probezeit hinaus. So müsste beispielsweise für die Strecke von der Weißen Wiek bis zum Kurhaus kein Geld gezahlt werden. Die Boltenhagener Gemeindevertreter haben dem neuen Konzept bereits zugestimmt. Das könnte zum 1. Juni 2018 in Kraft treten. Doch bezüglich des kostenlosen Transportes für alle bremst Jörg Lettau noch: „Wir sind mit den Gesprächen noch nicht am Ende. Bislang sind die Freifahrten nur für Kurkarteninhaber abgestimmt“, berichtet er. Es sei unter anderem zu klären, wie mit Schülern und Personen, die in Boltenhagen einen Zweitwohnsitz haben, umgegangen wird. Auch der Landkreis müsse das kostenfreie Angebot mittragen.

Freie Fahrt durch Boltenhagen? Gemeinde beabsichtigt, dass alle ab 1. Juni kostenlos den Bus nutzen können.

Doch beide Seiten seien auf einem guten Weg, dass es auch für Einheimische, Urlauber und Tagesgäste künftig möglich wird, die durchfahrenden Buslinien zwischen den Ortseingangsschildern kostenlos zu nutzen, berichtet Lettau. Der vorhandene Linienverkehr ist mit dem neuen Konzept so getaktet, dass während der Bädersaison in beide Richtungen alle 20 Minuten ein Bus abfährt. Und damit nicht genug: Auch für die Verbindung nach Klütz über die Linie 325 ist ein Gratis-Angebot in Planung.

Gäste des Ostseebades sollen so Sehenswürdigkeiten wie das Schloss Bothmer und den Kaffeebrenner unkompliziert ansteuern können. Außerdem sind die Anschlüsse an den Regionalbahnverkehr optimiert worden. Hier sollen Fahrgäste im Stundentakt nach Grevesmühlen und Wismar kommen. Bis Ende Februar, so hofft Lettau, sind die entsprechenden Verträge unterschrieben.

Bislang wurde der bestehende Shuttleverkehr über die Kurverwaltung finanziert und stand ausschließlich den Gästen bei Vorlage der Kurkarte für einen Euro je Fahrt zur Verfügung. „Wenn das neue Shuttle-Konzept von Gästen und Bürgern gleichermaßen umsonst genutzt werden kann, ist dies sicherlich ein besonderer Service. Dieser Service ist aus meiner Sicht nur zusammen über Kurverwaltung und Gemeinde finanzierbar“, sagt Kurdirektorin Claudia Hörl. Im entsprechenden Wirtschaftsplan der Kurverwaltung für das Jahr 2018 sind dafür 80 000 Euro einkalkuliert. Laut Bürgermeister Christian Schmiedeberg soll der finanzielle Ausgleich jeweils von Kurverwaltung und Gemeinde anteilig übernommen werden. Das Ostseebad muss bis zum Sommer zudem dafür sorgen, dass die Haltestellen an den Ortseingängen in Tarnewitz und Wichmannsdorf nach Nahbus-Richtlinien eingerichtet sind. Die Gemeinde Boltenhagen verspricht sich durch das Gratis-Angebot eine deutliche Reduzierung des Verkehrs. Das versucht die Kommune seit Jahren über diverse Konzepte zu erreichen – darunter mit einem Park&Ride-System. Vor allem die Ostseeallee, die Hauptader von Boltenhagen, soll entlastet werden.

Bisher fahren Kurkarteninhaber für einen Euro

Für den Linienverkehr im Gemeindegebiet des Ostseebades Boltenhagen zeichnet das kreiseigene Unternehmen Nahbus verantwortlich – ehemals die Grevesmühlener Busbetriebe.

Hierfür werden der Kurverwaltung seit 2008 jährlich rund 52000 Euro in Rechnung gestellt. Hinzu kommen rund 8000 Euro für die Ermäßigung des Fahrpreises für Kurkarteninhaber. Diese können die Busse bisher für einen Euro nutzen.

Daniel Heidmann

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