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Noch größeres Minus mit neuem Tarifkonzept?

Wismar Noch größeres Minus mit neuem Tarifkonzept?

Entscheidung über Nahverkehr im Ausschuss verschoben/ Verwaltung will Auswirkung des neuen Preismodells auf Kosten prüfen.

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Von September an soll der neue Zonentarif in Wismar und in Nordwestmecklenburg gelten.

Quelle: Foto: Michaela Krohn

Wismar. Paukenschlag im Finanzausschuss des Landkreises Nordwestmecklenburg. Die Verwaltung bat die Mitglieder, die Abstimmung über das neue Tarifkonzept für den Nahverkehr (die LN berichtete) bis zur nächsten Sitzung im Juni zu verschieben. Der Grund: Es sei noch unklar, ob der neue Zonentarif den öffentlichen Personennahverkehr im Kreis noch weiter in die roten Zahlen rutschen lässt. „Wir haben das Tarifmodell mit den Zahlen von Nahbus gegenrechnen lassen und da gibt es noch offene Punkte“, sagte Roland Finke von der Stabsstelle Wirtschaftsförderung und Regionalentwicklung.

LN-Bild

Entscheidung über Nahverkehr im Ausschuss verschoben/ Verwaltung will Auswirkung des neuen Preismodells auf Kosten prüfen.

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Zwar hätten zwei Workshops ergeben, dass das neue Tarifmodell ein solides sei, doch nach der ersten Prognose zum Start des neuen ÖPNV im Kreis im Januar 2016 sei man ein gebranntes Kind. Ausgehend davon, dass sich nach einer Eingewöhnungszeit die Zahl der Fahrgäste verdoppelt, war ein jährlicher Zuschuss von 3,5 Millionen Euro vorausgesagt worden. Tatsächlich aber musste der Landkreis im vergangenen Jahr gut 4,5 Millionen Euro zusteuern. „Nun müssen wir uns Zeit nehmen, um das zu überprüfen“, sagte Finke. Die Einführung des Zonentarifes zum September dieses Jahres würde das voraussichtlich nicht verzögern.

Kritik am neuen Tarifmodell gab es im Finanzausschuss vor allem an zwei Punkten: Dem Wegfall des Flextickets und am Sozialtarif. Thomas Konieczny ging die Ermäßigung für sozial Schwache nicht weit genug. 20 Euro habe ein Hartz IV-Empfänger im Monat für Mobilität zur Verfügung. Dass allein die Monatskarte rabattiert werde und dann bei 40 Euro liege, sei kein ausgereifter Vorschlag, sagte Konieczny, der als sachkundiger Einwohner für die Linken im Ausschuss sitzt. „Warum gibt es keine Ermäßigung auf alle Tickets?“

Dieser Sozialtarif sei eine freiwillige Leistung des Landkreises. Sie sei so kalkuliert worden, dass sie kein noch größeres Defizit als die 4,5 Millionen Euro produziere, erklärte Finke. Im Hinblick auf das Flexticket, das als Zehnerkarte eine deutliche Ermäßigung für die einzelne Fahrt brachte, merkte Nahbus-Chef Jörg Lettau an, dass wiederholt Missbrauch mit dem Ticket betrieben worden und das der Nutzen des Tickets schwer kontrollierbar gewesen sei. „Deshalb wollen wir es abschaffen.“ Stattdessen werde es das Hin- und RückfahrTicket geben.

Auch für die Wismarer wird Busfahren innerhalb der Stadt demnach teurer. Statt der günstigsten Fahrt bislang für 1,60 Euro, sind dann 1,80 Euro fällig. „Wir werden dadurch hier Fahrgäste verlieren“, war sich René Domke (FDP) sicher. So stünden beispielsweise drei Stationen in Wismar in keinem Verhältnis zur Fahrleistung von drei Stationen im Landkreis. Wismars Bürgermeister Thomas Beyer (SPD) hatte in dem Zusammenhang bereits gefordert, offen zu legen, welchen Beitrag der Stadtverkehr Wismar leistet, um die Kosten für den Nahverkehr zu decken. Er sei sich sicher, dass der bereits jetzt ziemlich hoch sei. Eine Tariferhöhung könne nur dann positiv diskutiert werden, wenn Nahbus den Linienverkehr in der Hansestadt verbessere, sagte Beyer. Der Nahverkehr im Landkreis kostete im vergangenen Jahr 15,2 Millionen Euro. 2,74 Millionen Euro brachten im Gegenzug Fahrkarten ein.

Zonentarif

Das neue Modell sieht eine Einteilung der Tarife in Zonen vor. Entsprechend der Entfernung zahlt der Fahrgast. Dabei wird unterschieden zwischen Nahbereich, Region bis 50 Kilometer und Gesamtnetz. Mit dem günstigsten Einzelfahrschein für zwei Euro kann der Fahrgast zwei Zonen durchqueren. Vom Busbahnhof in Wismar bis nach Zierow an den Strand beispielsweise sind es drei Zonen. Das einfache Ticket kostet dann drei Euro. Wer ein Hin- und Rückfahrtticket kauft, bezahlt 5,60 Euro.

 Nicole Buchmann

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