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Noch kein Favorit für neue Schullandschaft

Grevesmühlen Noch kein Favorit für neue Schullandschaft

Grevesmühlener Stadtväter diskutieren Varianten / Sondersitzung im Mai soll Entscheidung bringen.

Grevesmühlen. Eine Sondersitzung der Stadtvertreter soll die Lösung auf der Suche nach einem Konzept für die künftige Schullandschaft in Grevesmühlen bringen. Hintergrund ist der akute Platzmangel an den beiden Grundschulen der Stadt, der Regionalschule und im Hortbereich. Die Arbeitsgruppe „Schulentwicklung“ hatte in den vergangenen Monaten drei Varianten erarbeitet.

 

LN-Bild

„„Ich bin für einen Neubau auf der Bürgermeister- wiese und den Abriss der Grund- schule am Ploggensee.“ Erich Reppenhagen, Bauausschussvorsitzender

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Dabei geht es unter anderem um den Neubau eines Schulcampus auf der Bürgermeisterwiese vor der Regionalschule beziehungsweise um Anbauten an den bestehenden Gebäude. Zwischen 5 und 18 Millionen Euro würden die unterschiedlichen Investitionen schätzungsweise kosten.

In dieser Woche beschäftigten sich drei Ausschüsse mit den Varianten – und fanden keine Lösung. Wie Stadtpräsident Udo Brockmann (CDU) jetzt mitteilte, sei es unmöglich, während der nächsten Stadtvertretersitzung am 24. April eine Entscheidung zu treffen. „Deshalb schlage ich vor, dass wir Anfang Mai eine Sondersitzung der Stadtvertreter abhalten und dann im Juni eine Entscheidung treffen.“

Auch im Bauausschuss am Donnerstagabend gab es keinen Beschluss, allerdings eine Tendenz, die in Richtung eines Neubaus geht. Der Ausschussvorsitzende Erich Reppenhagen favorisiert den Schulcampus auf der Bürgermeisterwiese, in dem Gebäude sollen sowohl die Förder- als auch die Mosaikschule untergebracht werden, ebenso wie Regional- und Grundschüler. „Auch wenn es getrennte Schultypen immer geben wird“, so Bürgermeister Lars Prahler. „So wollen wir mit dem Campus einen Raum schaffen, in dem alle Schüler gemeinsam lernen können.“

„Über so ein komplexes Ding“ wie die künftige Schullandschaft wollte auch Hans-Joachim Schönfeldt als Mitglied des Kultur- und Sozialausschusses in dieser Woche nicht abstimmen und daher noch keine Empfehlung für die Stadtvertretung geben. Er brachte damit die Grundstimmung auch der anderen Gremiumsmitglieder zum Ausdruck, die wie Vorsitzende Erika Oberpichler die detaillierte Darstellung von Bürgermeister Lars Prahler erst einmal sacken lassen wollte. Zum ersten Mal allerdings dürften viele die Variantendiskussion nicht gehört haben, denn schließlich beschäftigt sich die eingangs schon genannte Arbeitsgruppe bereits seit März 2016 mit dem Thema, den Stadtvertretern war es im Januar vorgestellt worden.

Dringend notwendige Änderungen, die im Gegensatz zur langfristigen Schullandschaftplanung kurzfristig greifen sollten, hatten während der Einwohnerfragestunde besonders intensiv Pädagogen der Grundschule „Am Ploggensee“ angemahnt. Dort betreut die Diakonie in drei Räumen Hortkinder, um den gestiegenen Bedarf in der Stadt derzeit abzudecken. Und es werden noch mehr. Mit Blick auf das kommende Schuljahr prognostizierte Lars Prahler, dass innerhalb zweier Jahre rund 100 Kinder mehr zu betreuen wären. Schulleiterin Martina Olbrisch, die die Zusammenarbeit mit der Diakonie nicht infrage stellte, betonte aber: „Wir sind an einem Punkt angekommen, an dem der Unterricht beeinträchtigt wird.“ Sie forderte eindringlich, nicht auf schnelle und billige Lösungen zu setzen, sondern möglicherweise auch andere Räume zur Hortbetreuung anzumieten. Die Doppelbelegung in der Sporthalle und die beengten Verhältnisse beim Umkleiden haben die Pädagogen ebenfalls kritisiert.

Inklusion

Schüler mit Handicap werden auch heute an den Grevesmühlener Schulen unterrichtet. Doch von einer vollständigen Inklusion sind die Einrichtungen noch weit entfernt. Zum einen fehlt das zusätzliche Personal, zum anderen sind die baulichen Voraussetzungen nicht gegeben. Und dabei geht es nicht nur um den barrierefreien Zugang, sondern um variable Klassenräume und vieles mehr.

Michael Prochnow und Cornelia Roxin

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